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Intelligente Städte

Wie Städte intelligent werden: Auf der Tagung „Smart Cities“ werden Erfahrungen aus Bozen, Innsbruck und Trient ausgetauscht.

Den Energieverbrauch senken, die Lebensqualität erhöhen: Mit diesem Ziel haben Bozen und Innsbruck 2014 begonnen, im Rahmen des Projekts SINFONIA einige Stadtviertel umzugestalten.

In Bozen bedeutete dies konkret die energetische Sanierung großer Wohnsiedlungen, den Ausbau und die Optimierung des Fernwärmenetzes und die Einrichtung von sogenannten Smart Points – Stationen zur Klima-, Luft- und Verkehrsüberwachung, die auch als Ladestationen für E-Fahrräder dienen können. 2018 beschritt auch Trient den Weg hin zu einer intelligenteren, nachhaltigeren Stadt: STARDUST heißt hier das EU-Projekt, das wie in Bozen auf lokaler Ebene von Eurac Research koordiniert wird.

Am 23. Januar werden sowohl die verantwortlichen Forscher als auch die Bürgermeister und Vertreter der drei Städte die Verwandlung zur „Smart City“ in Diskussionsrunden und Vorträgen erörtern. Die Tagung eröffnet die „Klimahouse 2019“, die diesjährige Ausgabe der renommierten Fachmesse für energieeffizientes Bauen, die vom 23. bis 26. Januar in Bozen stattfindet.

In Bozen sind die Arbeiten nach fünf Jahren SINFONIA fast beendet. Von den fünf Sozialwohnbauten, die energetisch saniert wurden (insgesamt 345 Wohnungen, circa 31.000 m2 Fläche), sind drei schon fertig, bei den beiden anderen werden die Arbeiten in den kommenden Monaten abgeschlossen.

Mit der Sanierung, von der Gemeinde Bozen und WOBI gemeinsam durchgeführt, erlangen die Gebäude sämtlich die Energieklasse KlimaHaus A oder KlimaHaus R. Innovative Fassaden, die Integration erneuerbarer Energiequellen und hocheffiziente Lüftungssysteme sind nur einige der Technologien, die den Energieverbrauch senken und gleichzeitig den Wohnkomfort erhöhen. In einer Monitoringphase überprüfen die Experten von Eurac Research nun sowohl die Reduktion von Energiebedarf und Emissionen als auch den Wohnkomfort. Während der „Klimahouse“ können einige der Gebäude besichtigt werden, die Führungen veranstaltet IDM Südtirol.

Im Rahmen von SINFONIA hat Alperia auch das Fernwärmenetz von Bozen erweitert und verbessert. Zwei der sanierten Gebäude wurden an die Fernwärme angeschlossen, ein neuartiges Überwachungssystem in Echtzeit optimiert den Betrieb des gesamten Netzes. Außerdem wurden Versuchsläufe im Fernheizwerk durchgeführt, bei denen dank der Verwendung von Wasserstoff weniger Schadstoffe emittiert wurden.

Im Stadtgebiet von Bozen wurden zudem mehr als 20 neue Sensoren installiert, die eine Vielzahl von Parametern zu Verkehr, Klima und Luftqualität erfassen. Die aus diesen Messungen gewonnenen Informationen werden für die Bürger an den sogenannten Smart Points abrufbar sein, die 2019 eingeweiht werden und auch zur Aufladung von E-Fahrzeugen dienen.

Was hat sich in Bozen und Innsbruck bewährt? Wie sind so komplexe Initiativen noch zu verbessern? Welche Eingriffe sind im Rahmen von STARDUST in Trient geplant? Welche Erfahrungen kann man an Städte weitergeben, die ähnliche Projekte verwirklichen möchten? Dies sind die Fragen im Zentrum der Tagung. Eröffnet wird sie mit einem Vortrag von Peter Dröge, Direktor des Institutes für strategische Entwicklung Liechtenstein und einer der renommiertesten internationalen Experten auf dem Gebiet der „Smart Cities“. Weitere Referenten sind Wolfram Sparber, Leiter des Instituts für Erneuerbare Energie von Eurac Research, Wolfgang Streicher, Professor an der Universität Innsbruck, Daniele Vettorato, Experte für „Smart Cities“ und Forscher von Eurac Research, die Bürgermeister von Bozen und Trient, Renzo Caramaschi und Alessandro Andreatta, und der Innsbrucker Stadtrat Gerhard Fritz.

Das Projekt SINFONIA wird mit allen lokalen Partnern (Eurac Research, Gemeinde Bozen, WOBI, Alperia, Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus und IDM Südtirol) mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten sein.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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