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„Peinlich, Herr Dorfmann“

F-Obmann Andreas Leiter Reber bezeichnet die Geheimniskrämerei des EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann zu seiner Stimmabgabe bei der Aufhebung der Immunität des ehemaligen katalanischen Regionalpräsidenten Carlos Puigdemont als peinliches Versteckspiel.

Dorfmanns Verhalten wäre bezeichnend für „eine autonomiepolitisch entkernte SVP“.

„Anstatt als Südtiroler Mandatar im EU-Parlament seine Stimme bereits im Vorfeld gegen die Aufhebung der Immunität Puigdemonts zu erheben und offen gegen die Empfehlung seiner eigenen Fraktion der Europäischen Volksparteien (EFP) aufzutreten, schwieg sich Dorfmann feige aus und will sogar nach der beschämenden Abstimmung nicht sagen wie er gestimmt hat. Die Antwort wäre für jeden anderen Südtiroler Mandatar mit etwas Rückgrat völlig einfach und naheliegend: natürlich stimmt man gegen die Auslieferung von Charles Puidgemont. Natürlich steht man den Katalanen – so gut es eben geht – bei, wenn sie vom spanischen Zentralstaat drangsaliert werden. Schon allein aus Solidarität und politischer Kohärenz: wir Südtiroler, selbst eine Minderheit in einem fremden Staat, müssen stets wachsam sein, klare Worte finden und Taten setzen, wenn europäische Minderheiten in ihren Rechten und demokratischen Willensäußerungen bedrängt und deren Vertreter politisch verfolgt werden“, so Andreas Leiter Reber.

Herbert Dorfmann

„Es spricht Bände, wenn sich der EU-Vertreter jener Südtiroler Sammelpartei, deren Gründungszweck und Existenzberechtigung in der Verteidigung des Selbstbestimmungsrechtes und des Minderheitenschutzes zweier Volksgruppen liegt, um sein Abstimmungsverhalten rumdrückt. Von Dorfmann selbst ist wahrscheinlich nichts anderes zu erwarten, da er für die staatliche Repression gegen die Katalanen bereits in Vergangenheit Verständnis gezeigt hat. Dass aber auch vonseiten der SVP kein Wort zur spanischen und mittlerweile auch europäischen Katalonien-Politik verloren wird, zeigt wie kraftlos, desinteressiert und gleichgültig Südtirols Regierungspartei in Sachen Autonomie und Eigenständigkeit in Europa geworden ist“, so Leiter Reber abschließend.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (18)

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  • herbertdorfmann

    Lieber Herr Leiter Reber,
    peinlich ist Ihre Presseaussendung. Hätten Sie mich gefragt, hätte ich Ihnen gesagt wie ich abgestimmt habe und Sie hätten sich diese Pressemitteilung sparen können. Lieber glauben Sie aber einem Onlineportal und einer dort konstruierten Story. Ich habe allen Journalisten, die mich bisher gefragt haben, erklärt wie ich abgestimmt habe und hätte das auch Ihnen getan. Und übrigens: ein bisschen Genauigkeit wäre auch gefragt. Über die Auslieferung stimmt nicht das europäische Parlament ab, sondern die belgische und schottische Justiz.

  • quovadis

    Wo bleibt die SVP, die noch Grundsätze vertritt? Sie ist zu einer Wirtschaftslobbypartei verkommen. Nur das Geld zählt mehr. Wo bleibt zB der Kampf um eine wahre Zweisprachigkeit? Um mehr echte Autonomie? Nur um Rom gefällig zu sein, wird ja nichts gesagt… wir werden jedes Jahr ein Stück mehr normale ital. Provinz. .. und plötzlich ist die Autonomie weg, weil keinen Sinn mehr. … und „unsere“ Sportler machen es vor, die haben den Weg bereits geebnet…

  • silverdarkline

    Ach, Hauptsache man holt was für die Bauern rein, dann ist die scheinheilige Südtiroler Welt wieder in Ordnung.

  • batman

    Hat das EU – Parlament überhaupt etwas zu sagen?

  • batman

    Was ist die EU für ein Gebilde und wem dient sie?

  • hastalavictoriasiempre

    „scharf“

  • bilanz

    Lasst doch den Dorfmann in Ruhe… der hat es ja so schon schwer… Seine Hilflosigkeit widerspiegelt 1 zu 1 die Hilflosigkeit der EU – angefangen bei dieser völlig unfähigen Ursula an der Leine – oder wie die heißt! Das sind doch alle arme S… welche Typen wie Orban und Komplizen vor sich hertreiben… und aufgrund solcher hilfloser, nach Brüssel abgeschobener Politiker wird die EU früher oder später scheitern… Schade um eine super Sache…

  • franz1

    Jetzt zeigt sich, in Brüssel landen jene „Politiker“ die in ihren Heimatländern abgeschoben, doch in Brüssel einen warmen Sessel für ihren Allerwe……
    ergattern.
    Was leisten diese Typen außer von der „krümmung der Banane“ oder Gurke und viele derartige Blödsinne.
    Schade um das viele Steuergeld, doch die Bauern werdens ihnen danken….

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