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Kaffeekapseln im Umwelt-Test

Foto: 123RF.com

Sind Kaffeekapseln aus Aluminium eine „Umweltsünde“? Die Verbraucherzentrale klärt auf. 

Auf eine Portion von 6,5 Gramm Kaffee in der Alukapsel kommen im Durchschnitt 2,5 Gramm Aluminium plus 1,5 Gramm Karton für die Umverpackung: viel Verpackung und viel Ressourcenverbrauch für wenig Füllgut. Die ökologischen Bedenken der Verbraucher und Verbraucherinnen zerstreuen die Hersteller mit dem Argument, die Kapseln seien kein Abfall, sondern ein Wertstoff und dieser ließe sich ausgezeichnet und unendlich oft recyceln.

Der geschlossene Kreislauf mit dem unendlichen Recycling von Alukapseln ist aber ein Märchen bzw. Greenwashing. In der Praxis gibt es dabei mehr als nur ein Problem. Erstens bringen die meisten Menschen die gebrauchten Kapseln nicht zu den wenigen vorhandenen Sammelpunkten des Marktführers, sondern entsorgen sie mitsamt ihrem Inhalt im Restmüll und somit in der Müllverbrennungsanlage. „Zweitens werden aus den alten Kapseln, selbst wenn sie getrennt gesammelt, gereinigt und eingeschmolzen werden, keine neuen Kaffeekapseln, sondern bestenfalls minderwertigere Gegenstände aus Aluminium“, klärt Silke Raffeiner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol, auf. Aluminium wird nämlich zumeist nicht rein, sondern in Form von Legierungen mit anderen Metallen verwendet. Diese lassen sich beim Recyclingprozess nicht mehr abtrennen, man erhält also nach dem Schmelzen kein reines Aluminium, sondern ein Gemisch. 

Die Herstellung von Primäraluminium aus Bauxit benötigt sehr viel Energie und setzt viel Kohlendioxid frei, für den Abbau von Bauxit wird Regenwald abgeholzt und Lebensraum zerstört, als Abfallprodukt entsteht hochgiftiger Rotschlamm.

Umweltfreundlicher als Kapselkaffee sind Systeme, die wenig Einwegabfall erzeugen: die klassische Espressokanne, die French Press (Pressstempelkanne) oder auch die Verwendung von selbst befüllbaren Mehrwegkapseln aus Edelstahl. Einwegkapseln aus „biologisch abbaubarem“ Kunststoff werden in der Praxis übrigens nicht kompostiert, sondern in den Kompostieranlagen aussortiert und im Restmüll entsorgt.

Letztendlich spielt aber der Kaffee selbst für die gesamte Ökobilanz eine viel größere Rolle als die Verpackung. Entscheidend ist dabei, wie sehr der Kaffeeanbau durch den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden und die Rodung von Regenwald die Umwelt belastet – und durch den Wasserverbrauch: für eine Tasse Kaffee schlagen rund 140 Liter virtuelles Wasser zu Buche.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • george

    Danke, liebe Leute der Verbraucherzentrale und Frau Silke Raffeiner für die umfassende Darstellung. Nicht das einzlene Produkt allein – in diesem Fall die Aluminium-Kaffeekapseln – bilden das Problem, sondern der umfassende Produktions- und Trennungsprozess im gesamten Kreislauf, der mehr weitläufig nernetzte Nachteile, Umwelt- und Gesundheitsschäden erzeugt, als Vorteile und Nutzen. Das abzuwägen, wäre bei manchen Produkten, die wir in Umlauf bringen oder im Umlauf haben öfters notwendig, abzuwägen und zu durchforsten. Dann würden wir um einiges einfacher und günstiger, aber trotzdem gut und vorteilhaft leben.

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