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Doppelte Tragik

Die Piste im Skigebiet Rittner Horn, auf der am Freitag die achtjährige Emily Formisano starb, wird bald freigegeben. Und Liftpräsident Siegfried Wolfsgruber kann damit rechnen, dass das Strafverfahren gegen ihn eingestellt wird.

von Thomas Vikoler

Diese Unfallgeschichte ist an Tragik kaum zu überbieten: Eine Mutter, Renata Dyakowska, 38, kämpft im Bozner Krankenhaus weiter um das Leben, das ihre achtjährige Tochter Emily Formisano am vergangenen Freitag auf der Schwarzsee-Piste am Rittner Horn verloren hat.

Und am Ende könnte die Mutter die einzige sein, die für Emilys Tod verantwortlich gemacht werden wird. Wie am vergangenen Wochenende bekannt wurde, wird gegen die gebürtige Polin wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Ebenso gegen Siegfried Wolfsgruber, dem Präsidenten der Rittner Liftgesellschaft.

Wolfsgruber hat am Montag mit seinem Pflichtverteidiger, der auch sein Vertrauensanwalt werden könnte, über seine strafrechtliche Lage gesprochen. „Es sieht recht gut aus. Auch weil wir uns nichts vorzuwerfen haben. Es handelt sich um eine Skipiste und es gibt dort zwei Hinweisschilder, die auf das Rodelverbot hinweisen“, sagte der Liftpräsident zur TAGESZEITUNG.

Die Staatsanwaltschaft scheint inzwischen zu einem ähnlichen Schluss gekommen zu sein: Auf die Gefahr – schwarze Piste und Rodelverbot – sei eindeutig hingewiesen worden. Eine Unachtsamkeit der Rodel-Lenkerin ist wohl die Ursache für den Tod der Achtjährigen.

In den nächsten Tagen dürfte die Staatsanwaltschaft die Piste Schwarzsee II, auf der sich die Tragödie am Freitag kurz vor 13.00 Uhr ereignete, wieder freigeben.

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Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (25)

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  • tiroler

    So tragisch die Geschichte ist, die Liftgesellschaft trifft keine Schuld

  • gr

    do weart is letzte wort no net gsprochn sein ,denk i.aso ischs zi oanfoch

  • keinpolitiker

    Wenn ich in den Skiorten bei Rom zum Rodeln gehe, ist doch auch nichts in Deutsch geschrieben, oder?????

    Und Russisch oder Chinesisch müsste man da ja auch schreiben, denn Russen sind ja auch einige ier zum Skifahren.

    Bitte sucht nicht immer die Schuld bei anderen, diese Frau/Mutter hat fahrlässig gehandelt und ist, so tragisch es auch ist, selbst dafür verantwortlich.

    • andreas

      Dieser Patriotismus ist Fehl am Platz.

      Wären die Betroffenen Jugendliche, welche aus Leichtsinn Verbote ignorieren, könnte man dies niemals verhindern.
      So ist es aber eine Mutter, welche die Verbote wohl übersehen oder die Gefahr komplett unterschätzt hat und eine solche Situation gilt es in Zukunft auszuschließen.
      Sei es durch größere oder mehr Warnschilder oder durch andere Maßnahmen. Dies liegt aber sicher auch im Interesse der Verantwortlichen im Skigebiet.

      • rowe

        der Verweis auf Patriotismus ist unsinnig. Die Piktogramme reichen auch für den Sprachunkundigen aus.
        Die Idee, dass nun alle Hinweise in 5 Sprachen zuschreiben wären, finde ich abwegig.
        Dazu gibt es eben Piktogramme

        • andreas

          Hätten die Warnungen ausgreicht, wäre das Unglück nicht passiert oder glaubst du ernsthaft, dass die Mutter, in Kenntnis der Gefährlichkeit, trotzdem runtergefahren wäre?
          Diese Gefährlichkeit gilt es in Zukunft besser zu vermitteln, unabhängig davon, ob mit Sprache oder Piktogramme.

          Ob man in Rom in Deutsch gewarnt wird, tut deshalb nichts zur Sache.

          • yannis

            Dann sind wohl die Warnungen die bezüglich der Motorradfahrer/Raser die in Stadltor Größe an Südtirols Straßen stehen auch nicht ausreichend ?

    • mannik

      Das ist doch Quatsch, Deutsch ist außerhalb von Südtirol ja keine offizielle Sprache. Urzì und Biancofiore ging es ja darum, dass Italienisch in Südtirol offizielle Amtssprache ist, sie haben aber übersehen, dass es sich um die Skipiste eines privaten Betreibers handelt, der nicht zur Zweisprachigkeit verpflichtet ist (für Skipisten gelten keine Gebrauchsanleitungen).

  • ahaa

    Das Schild oben ist ein Witz, da brauch ich auch eine Brille.Wenn da kein anderes war wundert es mich das es so lange gut ging.Warum ist da kein Pfeil in die andere Richtung?Ich hoffe das ist das ganze Bild,ansonsten gehòrt dem Redaktòr einen in den Arsch.Gefahrenschilder,Verbotsschilder haben eine gewisse Gròsse zu haben!Ist die Farbe oder das Blech zu teuer?Mal ehrlich!
    https://www.op-online.de/bilder/2017/01/11/7208539/206299134-121e4d5e-fad2-4844-afd0-20a0b1809fbe-2oMA5M1fa7.jpg

  • ahaa

    Fahrlàssig ist auch der beim Blech und der Farbe fùr ausreichende Beschilderung spart.
    Bei diesem Schild brauche ich eine Brille.Geschweigedenn mit der Skibrille oder ohne mit Fahrtwind und Schneestaub sicher fùr mich nicht lesbar.

  • paul1

    …@ahaa, aber die Straßenschilder siehst du schon nur auf die Schipisten haben so mache ihre Probleme. Sind die Strassenschilder auch alle Zweisprachig??

    • yannis

      Also wenn jemand ein Straßenschild übersieht, gleichgültig ob fahrlässig oder nicht und anschließend genau wegen dem was das Schild vorgab mit z.B. wegen viel zu hoher Geschwindigkeit gegen einen massiven Hindernis knallt ist die Frage der Schuld eindeutig und niemand eiert anschließend noch ewig darauf herum.

  • goggile

    die kaltbluetigkeit die die interwiuten suedtiroler die verantwortlichen wie sie sich den medien pràentieren ist haarstreubend. ich hoffe italienweit werden diese kaltschneutzigen interwius in italienisch wort fuer wort uerbersetzt. es handelt sich wohl „nuR“ UM EINE italienische Touristin. mòchte wissen wenn dieser Unfall genauso von einer einheimischen wohlsituierten so geschehen wàre.

    das schild ist eindeutig NICHT in italienisch uebersetzt. auch in englisch wàre es fuer ein mòchtegersuedtiol tourismusmetropole ein MUSS!

    • yannis

      Auf dem Schild steht „Rodelweg“-Pista da slittini und darunter „Rodeln “ in Richtung Stazione a Valle zwar nur in deutsch aber mit eindeutigen Symbol.
      Man muss schon ein Analphabet oder eben Ignorant sein um bei diesen Schild nicht zu verstehen wo der Rodelweg ist und wo er NICHT ist.

      • goggile

        yannis sie analphatet gehen sie auf bild.de und sie lesen dort KLAR UND DEUTLICH UND MIT BILD, DASS DER UNFALL AUFGRUND EINEN NUR DEUTSCHSPRACHIGEN SCHILDBESCHRIFTUGN WAS DIE RODEL ANGING GESCHAH

        BILD.DE IST HALT IMMER NOCH DIE NUMMER EINS

        • yannis

          Sicher, sicher die BILD das echte Wahrheits-Blatt, so wie der Spiegel, die Märchenbücher der Neuzeit.
          Empfehle Dir das Buch vom Kölner Investigativ Journalist Günter Wallraf „““Der Mann der bei BILD Hans Esser hieß“““

  • ronvale

    In den USA sieht man haeufig solche Schilder

    https://bentwoodinn.com/blog/corbets-couloir

    Aber dort sind die Schadensersatzansprueche gewaltig bzw. das Risiko fuer die Betreiber sehr hoch, im Falle eines Unfalls verklagt zu werden.

    • yannis

      Dies ist so, dort muss auch darauf hingewiesen werden dass man einen frisch gebadeten Hund nicht im Mikroweelen-Herd trocken darf.
      Bei einen Kälteeinbruch in NY und folgenden Stromausfall gab es sogar Leute die das Wohnzimmer mit dem Holzkohlen-Grill zu heizen begannen, dachte man wohl das einen als AMI Kohlenmonoxid nichts anhaben kann.

      • andreas

        Jetzt hast es den Amerikanern aber gegeben…. 🙂

        Da du keine Anhung hat, warum in den USA viel mehr Warnhinweise auf einem Produkt stehen als in Europa, erkläre ich es dir mal.

        In Europa ist es so, dass ein Produkt bevor es auf den Markt kommt, erst getestet und freigegeben werden muss.
        In den USA darf jeder ohne Kontrolle ein Produkt auf den Markt bringen, haftet dann aber bei ev. Schäden. Die hohen Summen, welche teilweise für Banalitäten bezahlt werden müssen, dienen der Abschreckung für Nachahmer.

        Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile, die Produktsicherheit ist in den USA aber teilweise bedeutend höher als in Europa.

        • kurt

          @andreas
          Was willst den du schon erklären wenn du selber nur Topfen in der Birne hast !!!.

          • mannik

            Kurtele, nur zu Ihrer Information: Es stimmt. Da gibt es ein Paradebeispiel einer Frau, die einen Mikrowellenhersteller geklagt hat, weil in den Gebrauchsanweisungen nicht geschrieben stand, dass man keine Katzen hineingeben darf. Das ist kein Scherz!

        • yannis

          Danke Andy, hab bis jetzt dies alles nicht gewusst, ein Glück dass Du uns Dinge erklärst die schon vor der Zeit als Du von Deiner Mutter im Kinderwagen spazieren gefahren wurdest, jeden Europäer bereits bekannt waren.

  • hubi

    So etwas kann passieren. im Nachhinein ist man immer klüger.
    Ein größeres Hinweisschild wäre aber sinnvoll.

  • bergsteiger

    Es ist schlimm für die betroffene Familie. Aber wer Hinweisschilder nicht anschaut und über eine schwarze Skipiste mit der Rodel und einem Kind drauf trotzdem hinunterfährt handelt schon sehr fahrlässig und die Schuld bei jemand Anderem zu suchen ist schon ……

    • ahaa

      Also ich als Skifahrer bin schon etliche Male nicht die Piste gefahren die ich wollte.Auf der Sellarunde trifft man dauernd Menschen die sich verfahren haben. Wenn Nebel dazukommt umso schlimmer.

      Mann kann jetzt sagen selber Schuld,ja,aber Fehler passieren fast jedem.Manchen natùrlich nicht.

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