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„Wir glauben an unsere Chance“

Der FC Südtirol hat mit dem zweiten Tabellenplatz die beste Platzierung der Historie erreicht. Damit steht auch der Einzug ins Playoff-Viertelfinale bereits fest. Die Spieler träumen bereits von der Serie B.

von Markus Rufin

Der FC Südtirol hat es geschafft. Am Sonntag gewannen die Schützlinge von Trainer Paolo Zanetti mit 1:0 gegen Mestre und fixierten damit den zweiten Tabellenplatz in der Serie C – das ist die beste Platzierung in der Historie der Weiß-Roten. Damit ist auch der Einzug ins Playoff-Viertelfinale bereits beschlossene Sache.

Der zweite Tabellenplatz ist eine faustdicke Überraschung, weil der FCS in den Saisonen zuvor nicht überzeugte. In der vergangenen Spielzeit schrammte man nur knapp am Playout vorbei. Daher krempelten die Verantwortlichen im Sommer alles um: Trainer, Sportdirektor und viele Spieler (nur sieben Spieler blieben aus der Saison 2016/17) wurden neu dazu geholt. Aufgrund des Umbruches und dem gedämpften Selbstvertrauen wusste der FCS nicht so recht, wo er steht. Auch die Serie B war vorerst kein Thema mehr.

Hannes Fink in Aktion

Nun sieht die Sachlage aber ganz anders aus. Der FC Südtirol begeistert wieder und kann von der Serie B träumen. Auch für Kapitän und Urgestein Hannes Fink kam der zweite Tabellenplatz „unerwartet“, er habe aber schnell gemerkt, dass die Mannschaft gut funktioniert: „Wir haben bereits im Sommertrainingslager in Ridnaun gemerkt, dass wir zusammenpassen. In den ersten Monaten war es noch etwas schwierig, weil wir verstehen mussten, was uns der Trainer sagen will. Danach haben wir uns aber kontinuierlich gesteigert. Letzthin kam auch der Enthusiasmus dazu.“

Fink macht für die überragende Saison drei Erfolgsfaktoren aus: Die gute Team-Chemie, die Führungsspieler und der Trainer. „Wir haben momentan ein sehr gutes Klima in der Kabine. Der Erfolg steigert den Zusammenhalt nochmals. Die Stimmung könnte nicht besser sein. Das überträgt sich auf den Platz“, so der Kapitän.

Mit Michael Cia, Fabian Tait und Fink selbst habe die Mannschaft außerdem drei enorm wichtige einheimische Stützen, die den vielen jungen Spielern den Weg bereitet haben: „Wir sind als Führungsspieler auf jeden Fall gewachsen. Dazu gibt es auch noch einige ältere Spieler, die eine hervorragende Grundlage für die jungen Spieler gebildet haben.“

Einen großen Anteil an dieser Saison trage aber auch der Trainer. Paolo Zanetti ist nämlich der jüngste Chef-Trainer im italienischen Profi-Fußball und gleich bei seiner ersten Profi-Station als Trainer gelingt ihm ein viel beachteter Erfolg. „Das kommt aber nicht von ungefähr“, betont Fink. „Der Trainer bereitet uns immer optimal vor. Er sorgt auch für gute Stimmung und hat für jeden ein offenes Ohr. Die Spielvorbereitung mit ihm ist meiner Ansicht nach extrem gut.“

Diese drei Faktoren werden auch in der heißen Phase der Saison enorm wichtig sein. Denn jetzt geht es für den FC Südtirol ins Playoff. Wer gegen die Weiß-Roten antreten wird, ist noch nicht klar. Denn das Playoff-System wurde umgestellt. In der ersten Runde spielen die fünft- bis zehntplatzierten im K.O.-Modus gegeneinander. In der zweiten Runde kommen die viertplatzierten, in der dritten Runde die drittplatzierten dazu. Erst im Viertelfinale greifen die Weiß-Roten ein (Hinspiel 30.Mai, Rückspiel 3. Juni). Dabei haben sie Heimrecht und schaffen auch bei einem Unentschieden den Einzug in die nächste Runde.

„Das ist eine neue Situation“, gibt der Kapitän zu. „Wir sind es gewohnt, jede Woche ein Meisterschaftsspiel zu absolvieren. Aber das sollte für uns kein Problem sein.“ Das Team werde sich körperlich optimal vorbereiten und sobald man den Gegner kennt, werde man auch die Einzelheiten abstimmen.

Auf dem Papier gibt es jedenfalls stärkere Mannschaften als den FCS. Catania und Siena – die beiden zweitplatzierten der Kreise A und C – haben beide in der Serie A gespielt. Aber auch Mannschaften wie Pisa, Monza oder Alessandria (mit Manuel Fischnaller) sowie viele Mannschaften im Kreis B haben teilweise ein doppelt oder dreifach so hohes Etat wie der FCS.

Dennoch gibt sich Fink selbstbewusst: „Wenn wir zusammenhalten und zusammenarbeiten, sind wir schwer zu schlagen.“ Und auch wenn der Verein das Ziel Serie B noch nicht ausgerufen hat, ist die Chance da. „Wir glauben jedenfalls an uns und werden alles mögliche tun“, versichert Hannes Fink.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (9)

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  • ambedue

    Hallo FC Südtirol Hallo Tageszeitung

    Danke Euch

    Die Ergebnisse der Partien sagten Vieles aus. Es tut mir richtig gut diese Zeilen zu lesen. Ich bin ein Fan von Bescheidenheit bei gesprochenen Worten.

    Ich freue mich auf die nächste höhere Meisterschaft.

    Ich zieh den Hut und wünsche Viel von Gut

  • mannik

    Bei einem Aufstieg geht das Problem mit dem Stadion wieder los und es kommt zu den schon bekannten Folgeerscheinungen…

    • realist

      Wenn der Aufstieg gelingen sollte, wird hoffentlich alles andere gelöst werden.
      Der Aufstieg selber ist wohl die größte Herausforderung u. wird hoffentlich nicht von ewig jammernden Pessimisten getrübt werden.
      Nahezu 100 000 Südtiroler haben sich bzw. interessieren sich für Fußball,
      Was sich dafür lohnt zu tun, braucht man wohl nicht eigens zu erwähnen.

      • markp.

        100.000 interessierte Südtiroler Fussballbegeisterte sind nicht automatisch 100.000 FC S-Fans. Denn sonst würden sich nicht nur um die 1.000-2.500 im Drususstadion tummeln. Und wenn 100.000 begeistert sind, bedeutet das, dass es den anderen 450.000 nicht so dermassen interessiert.

        Woher kommt denn die Zahl 100.000 überhaupt?

        Es hat nichts mit Pessimismus zu tun, sondern mit gesundem Realismus, wenn man gegen ein neues Stadion ist. Jenes in Drusus wird saniert und damit sollte es sich haben. Nur weil man in die Serie B aufsteigt, heisst es nicht, dass man dort jahrelang verharrt. Ptofifussball ist ein Geldvernichter und so wie momentan die Wirtschaft in Südtirol ausschaut, hättenandere Sachen eben Vorrang.

        • realist

          Wie wär s , wenn sie sich einfach mit dem FCS u. allen Fußballbegeisterten Südtirols über den Erfolg mitfreuen u. den Rest auf sich zukommen lassen.
          Der Südtiroler Wirtschaft geht’s so gut wie lange nicht mehr u. für viele Wirtschaftstreibenden ist s eben ein Geschäft u. ein Bedürfniss u. manchmal auch eine Leidenschaft, in den Fußball zu investieren, sonst würden sie s nicht tun.
          Von wegen Geldvernichter, blättern sie mal nach, um zu erfahren, welchen wirtschaftlichen Stellenwert Fußball in Europa hat, dann kommen sie schnell drauf, was Fußball bedeutet.
          Fußball ist Sport u. fördert die Gemeinschaft u. die Gesundheit in unserer Geselschaft.
          Und ist kein Atomkraftwerk, das in der Summe nur Nachteile hat, außer man kassiert damit richtig ab auf kosten der Allgemeinheit.

  • prof

    @markp.
    Ihr gesunder Realismus bezieht sich besonders .gegen den FC Südtirol.
    Sie können beruhigt sein, der FCS steigt 100% heuer nicht in die Serie B auf,dafür wird sicherlich der Verband sorgen,denn es sind mindesten 4 andere Mannschaften Catania,Trapani,Siena,Alessandria,welche ein geeignetes Stadion mit Serie A Vergangenheit haben und auch dementsprechende Zuschauerzahlen haben.Trotzdem hoffe ich und viele FCS Fans,daß es doch klappen könnte.
    Als nicht FCS Fan könnten sie aber am 3. Juni ins Drusus -Stadion zum Viertelfinale-Spiel kommen und sollte der FCS weiterkommen haben sie am10.Juni nochmals die Möglichkeit das Halbfinale zu sehen.

  • goggile

    STELLT EINE SPEED CHECK BOX AM PARKPLATZ IN RUNGG AUF; WO DIE BALLELESPIELER KURZ VOR 14h WOCHENTAGS MIT ÜBERHÖHTER GESCHWINDIGEIT IN DEN NOBELKAROSSEN DURCH DAS NATURSCHUTZGEBIET MONTIGGLER WALD ZISCHEN. Gebt den Ballelespielern mal einen Montiggler Wald – Unterricht, damitsi zu schätzen wissen wo sie sind und was durch Ihre Pläzte verlorengegangen ist an Montiggler Wald, fals es überhaupt möglich ist dies den vielfach abgehobenen Ballelespielern beizubringen.

  • prof

    @goggile
    Dein Nutzer-Namen spricht für dich, du geasch mir und in viele ondere auf die „goggilen“ sprich EIER!

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