Du befindest dich hier: Home » News » Den Marsch geblasen

    Den Marsch geblasen

    m Bild (v.l.) Manuela Lastei, Verena Geier, Elmar Thaler und Marlies Valentin

    m Bild (v.l.) Manuela Lastei, Verena Geier, Elmar Thaler und Marlies Valentin

    Bei den Marketenderinnen im Schützenbund hängt der Haussegen schief: Wie Frauenversteher Elmar Thaler die Wogen glätten will.  

    Von Matthias Kofler

    Verena Geier hat keinen leichten Stand: Bei der Jahreshauptversammlung der Marketenderinnen im Schützenbund wurde der amtierenden Bundesmarketenderin im März ein herber Dämpfer verpasst. Obwohl sich Verena Geier allein der Wahl stellte, sprachen nur 59,2 Prozent der 150 anwesenden Marketenderinnen ihrer Chefin das Vertrauen aus. Ein schwaches Ergebnis für die Nalser Marketenderin.

    Schützenkommandant Elmar Thaler spricht von einem „Denkzettel“ und appelliert an alle Unzufriedenen, gemeinsam an einer Lösung der Probleme zu arbeiten. Die zahlreichen Gegenstimmen kann sich Thaler nicht erklären: „In einem Verein ist es völlig normal, dass man sich mit den einen besser und mit den anderen schlechter versteht“, beschwichtigt der Schützenkommandant. Verena Geier sei aber eine „sehr engagierte und fähige Bundesmarketenderin“.

    Das sehen nicht alle Marketenderinnen so. In einem offenen Brief, der der TAGESZEITUNG vorliegt, übt Barbara Illmer-Steinacher, eine der Rädelsführerinnen des Aufstands gegen die Bundesmarketenderin, harsche Kritik an ihrer Chefin. Der Vorwurf: Verena Geier sei für die Marketenderinnen nicht erreichbar, setze sich nicht ausreichend für die Anliegen der Marketenderinnen ein und gebe sich kritikresistent.

    Ein Auszug aus dem Brief:

    „Ich bin schwer enttäuscht, traurig, mehr noch aber zornig darüber, dass nach einer so katastrophalen Wahl, du hast ohne Gegenkandidatin nur 59,2 % der Stimmen erhalten, dass Du also nach so einem Ergebnis keine Ursachenforschung machst bzw. keinen Kontakt zu den unzufriedenen oder soll ich besser sagen eigenständigen, selbst denkenden Marketenderinnen aufnimmst.

    Ich erwarte mir von jemandem, der so ein hohes, im Prinzip ehrenvolles Amt (Du solltest die Vertreterin aller Marketenderinnen sein) wie das Deine bekleidet, schon etwas Scharfsinn und Weitblick hat, denn was macht eine Bundesmarketenderin mit nur der Hälfte ihrer Schäfchen?“

    Barbara Illmer-Steinacher fordert die Bundesmarketenderin offen auf, „Dein Amt niederzulegen, wie es eigentlich ein jeder mit Charakter und Stolz tun würde, nach so einem Wahlergebnis“.

    Und weiter:

    „Ich fühle mich von dir nicht vertreten und das geht vielen so. Ich habe Dich, auch wenn Du eine Burggräflerin bist, bevor Du Bundesmarketenderin wurdest, noch nie gesehen. Ich werde schon zu wenig ausgerückt sein. All die anderen Dinge, für die Du Dich einsetzt hast, kannst du ja trotzdem machen, die haben ja nichts mit dem Marketenderinnenverein zu tun.

    Oder ist Dir das egal, Hauptsache Du sitzt in der Bundesleitung (Geht das überhaupt?) und kannst im richtigen Moment die Hand aufheben.

    Was brauchst der Worte mehr!“

    Harter Tobak. Doch Elmar Thaler stellt sich schützend vor die Bundesmarketenderin, die kürzlich auch ins Forum der 33 im Autonomie-Konvent gewählt wurde: Die Vorwürfe seien „völlig aus der Luft gegriffen“. Verena Geier sei für ihre Mitglieder „mehr als präsent“, sie sei eine „ausgeglichene Person“, die sich auch in der Bundesleitung des Schützenbundes aktiv einbringe.

    „Sie darf sich von diesen Vorwürfen nicht drausbringen lassen“, sagt Thaler. In Südtirol gebe es rund 700 Marketenderinnen, der Großteil der Bezirke sei mit Geiers Arbeit mehr als zufrieden.

    Ist der offene Brief nur Zeichen einer Eifersüchtelei?

    Elmar Thaler kennt die Verfasserin Barbara Illmer-Steinacher gut: Sie sei seit jeher ein kritischer Zeitgeist gewesen und schon öfters aus dem Verein der Marketenderinnen aus- und wieder eingetreten. „Ich erwarte mir, dass man gemeinsam nach Lösungen sucht“, sagt der Landeskommandant, „denn einen Brief zu schreiben löst noch keine Probleme.“

    Clip to Evernote

    Kommentare (9)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • carlotta

      konn mir bitte jemand erklären , wos es bei die Marketenderinnen so brutal wichtiges zu tian gib ausser in Schnops austoalen? dai dai.. des isch jo woll an Kleingeistigkeit nit zu überbieten.. wenn die Schützen untereinond nimmer zommholten sem schiane Griass und guate Nocht!
      oder de Weibelen hoben sunscht nix zu tian… auf olle Fälle stimmt a Sprichwort des sog“ a storke Frau hots nit nötig ondere Frauen anzugreifen und schlecht zu mochen“ (frei interpretiert)

      • rota

        Die Aufgaben und der Hauptwirkungsbereich der Marketenderinnen ( im dreißigjährigem Krieg) sind bei Wikipedia sehr ausführlich erklärt.
        Wenn heutzutage die Schützen keine speziellen Bedürfnisse mehr haben kehrt bei den Mädchen Langeweile ein.

        • meintag

          Es kommt aus der Zeit als vermehrt Krieg geführt wurde und der Soldat kaum lesen und schreiben konnte. Da von der Obrigkeit Vergewaltigung an Frauen des Feindes verboten war mussten halt Frauen aus den eigenen Reihen mitfahren um die Männer nicht nur in Wein und Bierlaune zu halten sondern auch für die Manneskraft zu Willen sein. Klinglt zwar brutal aber Krieg ist und war besonders früher beim Mann gegen Mann Gefecht noch brulaler. Wenn man denkt dass zu Römerzeit ein Krieger, sollte er die Kampfhanlungen überleben, nach 20 Jahren aus dem Heer ausgeschieden und pensioniert wurde.

          • rota

            …es kommt aus der Zeit…. und hat heute menschenverachtende Züge angenommen:
            Friedenstruppen aus muslimischen und afrikanischen Nationen erhalten im Einsatzgebiet, in vorgegebenen zeitlichen Abständen, Besuch von Flugzeugladungen weiblicher Häftlinge, letztere wiederum „erarbeiten“ sich dabei Strafnachlässe.
            Im Krieg billigen auch heute, als Ausgleich zur aufputschenden testosteronhaltigen Nahrung, manche UN und nicht UN Nationen „körperlichen Kontakt“ zum anderen Geschlecht des Kriegsgegners. So das war nun eine vornehme Ausdrucksweise.

            • meintag

              Nun denn farbige Schützen haben wir schon. Mal schauen wo die erste farbige Markedenterin auftaucht und testosterongesteuerten Tiroler aufmischt.

    • @ rota..habs grad gelesen. krass
      hahahah

    • watschi

      verstehe sowieso nicht warum dieses gezanke in der öffentlichkeit breitgetreten wird. das sind doch interne probleme und gehörten dort auch geklärt. so wirft es sicher kein gutes licht auf den verein

    • martinsenoner

      Marketenderinnen abschaffen und Schützinnen einführen!

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen