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    Mogelpackung Flughafen

    Mogelpackung Flughafen
    Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz schießt scharf gegen den Bauernbund. Dieser verkaufe mit seiner neutralen Haltung den Bauern eine Mogelpackung.
    „Um es sich mit der Landesregierung nicht zu verscherzen, verkauft der SBB  gegen den erklärten Willen seiner Mitglieder in Bozen, im Überetsch und im Unterland eine Mogelpackung.“ Das erklärt der Dachverband für Natur- und Umweltschutz in einer Aussendung am Freitag. Weiter schreibt Umweltschützer Andreas Riedl:
    Wer die „neutralen“ Argumente im „Landwirt“ liest, wird sich stark an jene der Befürworter des Flughafens erinnert fühlen. Mehr noch: Man übernimmt auch völlig ungeniert deren Halbwahrheiten, beginnend beim Gegenstand der Volksabstimmung. So geht es am 12. Juni nicht nur um die öffentliche Finanzierung des Flughafens, wie die Landesregierung seit neuestem behauptet, sondern um die Zustimmung oder die Ablehnung des gesamten Landesgesetzes 60/2015.
    In diesem aber heißt es in Art. 2 Abs. 1: „„Auf der Grundlage des von der Landesregierung genehmigten Entwicklungskonzepts für den Flughafen, welches die strategische Ausrichtung und die notwendigen Maßnahmen festlegt.“…“ Für den Dachverband ein Zeichen, dass sich das Land mittlerweile von seinem „mehr als wackeligen“ Entwicklungskonzept öffentlich zu distanzieren versucht: „Das Fazit: Die Bürger stimmen nicht nur über die öffentliche Finanzierung des Flughafens ab, sondern auch über das Entwicklungskonzept der Landesregierung.“
    Weiter schreibt Andreas Riedl:
    Insofern stimmt es auch nicht, dass die Bürger „nur“ über den jährlichen Beitrag des Landes in Höhe von 2,5 Millionen Euro von 2017 bis 2022 und von 1,5 Millionen Euro von 2023 bis 2035 abstimmen, denn das Entwicklungskonzept sieht viel höhere Investitionen und Führungskosten vor. So werden als Investitionskosten bis 2035 weitere 21,6 Millionen Euro anfallen, als Betriebskosten zusätzliche 58 Millionen Euro mindestens. Diese werden ausschließlich von öffentlichen Händen getragen: entweder von der Flughafen-Betreibergesellschaft ABD, einer hundertprozentigen Tochter des Landes, oder  wie bereits angekündigt – von der Handelskammer: mit den Pflichtbeiträgen ihrer Mitglieder. Steuer- oder Beitragsgelder sind es also in jedem Fall.
    Schließlich taucht seltsamerweise auch das zweite vom Land besonders geballt gespielte Argument in der Argumentation des Bauernbundes auf: die Panikmache, was denn mit dem Flughafen geschehe, wenn am 12. Juni das Nein gewinnt. Das Land verliere in einem solchen Fall den Einfluss über den Flughafen. Auch das stimmt nicht: Die Regierung in Rom hat bereits in die Wege geleitet, dass alle Regionalflughäfen, die nicht von nationalem Interesse sind (also auch der Bozner) an die Regionen und autonomen Provinzen gehen. Und auch das Schreckgespenst einer privaten Übernahme ist genau das: ein Schreckgespenst nämlich. Das bestätigt kein Geringerer als der Autor des Flughafen-Entwicklungskonzeptes Johann Frank. Er sagte bei der öffentlichen Flughafen-Anhörung im Landtag, ein Privater müsse schon bei der Caritas sein, um diesen Flughafen zu übernehmen. Angesichts eines (von offizieller Seite prognostizierten) satten Defizits bis 2035 eine durchaus nachvollziehbare Aussage.
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    Kommentare (22)

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    • george

      Danke für die klaren Aussagen und Erklärungen, Andreas Riedl. wer für diesen Flughafen stimmt, muss wirklich nicht seine 7 Groschen zusammenzählen können.

    • besserwisser

      Leider stimmen die Formulierungen haargenau.
      Der Obmann des SBB und der Herr Direktor sind beide dabei sich in Position für „künftige Aufgaben“ zu bringen. Da ist ein scharfes Profil, vielleicht sogar eine eigene Meinung mit Gegnerschaft zu den aktuellen Machern nicht gewinnbringend. Leider haben unsere lieben Funktionäre ein Rückgrat aus Gummi …
      Wenn Verbandsspitzen keine Ansichten zu substantiellen Themen haben, und wenn sich sträuben sich zu äussern dann ist es höchste Zeit dass sie ausgetauscht werden! Was ist nur aus dem Bauernbund geworden!

    • @ besserwisser:
      apropos keine Meinung haben:
      Philipp Achammer hat zum Referendum über die Ölbohrungen im Mittelmeer allen Ernstes gesagt, das Thema betreffe uns nicht wirklich….
      Olls zi spote….

    • gerecht

      Das ist ja logisch !
      kein Unternehmer investiert in diesen Betrieb,
      nur alle möchten mitverdienen ohne Risiko
      oder sogar geschenkt bekommen …
      Dank der Landesregierung die alle selber davon profitierten,
      (z.b. Urlaube samt Familie,
      als offizielle Politikerflüge im Sinne der Bevölkerung bezeichnet wurden …)
      wenn dies Gewinn abgeworfen hätte wären manche keine Politiker mehr sondern Könige des Flughafen’s …
      denen ist dann kein Umweltgutachten recht, klar könnt das natürliche Aus sein …
      Neu dieses Heftchen … um viel Geld, europaweit ausgeschrieben wird, aber erst nach der Volksbefragung erscheint,
      Aber es gibt Medien, die können dies informieren ohne aufwendiges Design ….
      die Qualität der Info’s soll mehr sein ,
      als wie bei den „informationsabende“ von Kompatscher Michaeler, Lanz und Co….
      Alle Lügen kommen noch heraus …

    • martinsenoner

      Natürlich wäre es dem Dachverband (dem ich leider kein Wort mehr glaube) lieber, der Bauernbund wäre geschlossen gegen den Flughafen, da das offenbar nicht so ist, verstehe ich seine Position!

    • realist

      Bitte lasst die Bauern in Ruh, vor allem die Bergbauern, die alle Tage für das Wohl unseres Landes hart arbeiten müssen u. dies auch gerne tun, wenn man sie (leben) lässt.

      Oder kennt jemand ein Land, in dem die extremsten Bergwiesen, Almen u. Wälder so gepflegt werden. (Interw. Riedl – Paintner)

      Wenn ein Verband den Mut hat neutral zu sein, weil es eben verschiedene Meinungen gibt, dann sollte man zumindest als Dachverband, wie Ihrer das ist, das akzeptieren.
      Ein gutes Mittelmaß wäre für beide gut.
      Und nicht schon wieder gegen alles u. jeden zu sein, der aufhört zu diktieren.

      Ein blühendes Land entsteht nun mal nicht, indem man alles verhindert u. kritisiert.

      Vileicht sollte man die Bürger fragen, wer Ihnen lieber ist: Die Bauern

      oder Die Verhinderer

      • latemarbz

        In dieser Diskussion muss man schon zwischen Berg- und Talbauern unterscheiden. Gegen den Flugplatz sind vor allem die Tal-, d. h. die Obst- und Weinbauern.
        Die Berg- und Almbauern machen sicher viel, aber alles für Prämien des Landes. Ohne diese könnten sie nicht leben. Das sind Steuergelder! Und deshalb müssen sie sich auch kritisieren und dreinreden lassen, wenn sie als „Landschaftsgärtner“ die Blumenvielfalt reduzieren!
        Wenn ich richtig gelesen habe hat der BB nur formell aufgehört zu diskutieren, in seiner Zeitung „Der Landwirt“ schreibt er aber Kompatscher-gefällig und pro FH-Ausbau. Bitte genau lesen und differenzieren!

    • george

      Mein lieber realist, Sie sind es nicht, nämlich realistisch, zumindest nicht in diesem Zusammenhang.
      Wer hier etwas Schlechtes verhindert um etwas Gutes und Ausgewogenes wachsen zu lassen und versucht ein gesunde Vielfalt (Biodiversität) gedeihen zu lassen, ist kein Verhinderer, sondern ein Befürworter und Verteidiger einer gesunden Umwelt und einer gesunden Ernährung im Sinne und Interesse der Gesundheit für die Allgemeinheit.
      Weder einer, der schwer arbeitet, noch einer, der faulenzt oder seinen Lebensunterhalt durch wenig tun oder auf Kosten anderer sich erheischt, hat das Recht, die Vielfalt und die Gesundheit unserer Umwelt zu stören oder zu vermindern. Deshalb sind die Leute vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz Südtirols sicher keine Verhinderer.

    • realist

      Gehen sie mit offenen Augen durch Südtirol u. vergleichen Sie unser Land mit anderen vergleichbaren Gegenden, dann müssten Sie bescheid wissen, was ich meine.
      (Auch in Bezug auf Biodiversität/gesunde Lebensmittel usw.)

      Denn kein anderer als der Bauer weiß so gut, wie abhängig er von einer gesunden Umwelt ist.
      Deswegen Augen auf u. mach dich schlau über die Arbeit der Bauern.
      (vielleicht vergessen, die Bauern müssen auch noch davon leben.)

      Diese übertriebene u. abwertende Haltung gegenüber „Allem“ schadet euch nur selber.

      Alles mit Maß u. Ziel. (nicht nur mit Ziel)

      Denn Ihr verliert so am schnellsten eure Glaubwürdigkeit.

      Vor allem aber nimmt euch bald keiner mehr so richtig war.

      Was sehr schade wäre, denn es sind natürlich auch sehr viele positive Aspekte dabei.

      • george

        realist, ich bin selber in der Landwirtschaft und in der Waldwirtschaft als kleiner Bauer nebenher tätig und habe mich aber auch Jahrzehnte lang ehrenamtlich für die Umwelt und Natur stark gemacht. Somit habe ich Augen und Ohren lange schon offen und habe mich schlau gemacht, bin aber auch in praktischer Hinsicht mittendrin. Wir brauchen den Dachverband für Natur- und Umweltschutz und er ist eine gesunde Korrektive für all jene, die vielfach über die Schnur hauen und dabei unsere Umwelt schädigen. Das tun sicher vielfach jene im Tal mehr als jene am Berg, aber auch dort sind nicht alle weiße Schafe.

      • latemarbz

        Ich habe einen Kusin, der im Nordtiroler Wipptal Bergbauer ist. Erstens gibt es dort viel mehr Berg-Biobauern und zweitens nehmen auch die konventionell wirtschaftenden Bauern ihr Aufgabe als Landschaftsgärtner und Umweltschützer sehr ernst. Ähnliches sehe ich auch in der Schweiz!

    • gerry

      Dieser Flughafen wird Südtirol um keinen Cent reicher machen. Im Gegenteil die vielen Menschen die in diesem sensiblen Gebiet wohnen werden mit aller Härte die Auswirkungen dieses Wahnsinns zu spüren bekommen.

    • realist

      @ george

      Um so schlimmer.

      Geh hinauf auf einem kleinen Hof 1200- 1.600 Meereshöhe (6 Monate Winter u. 4 Monate kalt)
      Ernähre eine Familie.
      Unter den diktierten Auflagen ohne Ende (auch Dachverband Natur u. Umweltschutz)

      Erledige das.

      Dann reden wir weiter.

      • latemarbz

        Nochmal:
        Die Berg- und Almbauern machen sicher viel, aber alles für Prämien des Landes. Ohne diese könnten sie nicht leben. Das sind Steuergelder! Und deshalb müssen sie sich auch kritisieren und dreinreden lassen, wenn sie als „Landschaftsgärtner“ die Blumenvielfalt reduzieren!

    • george

      realist, bin schon dabei, das zu erledigen, schon seit längerer Zeit und nicht etwa am Talboden unten. Kenne das Bergbauerntum bestens und fahre recht gut dabei im Gegensatz zu dieser verdreckten und vergifteten Luft unten und den vielen verstümmelten Obstplantagen. Musst mich in dieser Hinsicht durchaus nicht belehren, bin ein „Kind der Berge“.

    • yannis

      Und wieder geht die Diskussion an einen nicht geringen Teil über die Notwendigkeit des BZO Ausbaus vorbei: Es hat sich bislang keine einzige Airline gemeldet die BZO in ihre Destinationen aufnehmen würde, bzw. konnten die „Befürworter“ keine benennen.

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