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„Die Nicht-Wähler aussperren“

Der Enzian-Abgeordnete Josef Unterholzner macht wieder einmal mit einer (Schnaps-)Idee von sich reden. Man solle Nichtwählern den Zugang zu Restaurants verwehren.
Wenn die Welt keinen Rat weiß, dann ist Josef Unterholzner zur Stelle!
Der Enzian-Mann, der regelmäßig dafür sorgt, dass das Qualitäts-Level der hiesigen Politik weiter sinkt, macht wieder einmal mit einer (Schnaps-)Idee von sich reden.
Und zwar hat auch Josef Unterholzner mitbekommen, dass bei Wahlen – ob nun in Südtirol oder im Rest Italiens – die Zahl der Nicht-Wähler im Steigen begriffen ist. Unterholzner weiß sogar, woran das liegt – und was man dagegen tun könnte.
„Um diesem Trend entgegenzuwirken, schlage ich schmunzelnd vor, einen cross-pass einzuführen.“
Konkret: „Wer bei den Wahlen kein Kreuzchen macht, dem wird – weil man ihn ja nicht zwingen kann – der Zugang zu Restaurants, Kinos usw. verwehrt.“

Über Jahrhunderte, so Unterholzner weiter, sei um das Wahlrecht gekämpft worden. „Zuerst durften die Männer ran, dann die Frauen, 1946 in Italien, 1971 in der Schweiz aber bereits 1934 in der Türkei.“

Und heute, so fährt der Anzia-Abgeordnete fort, „haben wir Nicht-Wähler in der Höhe von 50%, bei Europawahlen gar bis zu 70%.“

Wer sind die Nicht-Wähler? Weshalb gehen diese nicht zur Wahl?

Unterholzner weiß, wer diese Nicht-Wähler sind, wie sie ticken:

Einmal sind es Menschen, die von ihrer Partei stark enttäuscht worden sind und aus diesem Grund nicht mehr wählen. Andere gehen aus Frust nicht hin, sie sind „stuff“, weil sich eh nichts ändert, weil es vollkommen egal ist, wer am Ruder sitzt. Vielen fehlt es an akzeptablen Alternativen, dies besonders in Ländern wie den Vereinigten Staaten, wo es seit sehr langer Zeit nur zwei Parteien gibt. sehr häufig ins Feld geführt wird das Argument, dass das Vertrauen fehle.“

Wie kann man dem entgegenwirken?

Unterholzner geht davon aus, dass die Hauptverantwortung der darniederliegenden Wahlbeteiligung bei den Regierungsparteien liege. Er ist aber auch überzeugt davon, dass es ein gemeinsames Interesse aller Parteien sein müsse, es zu schaffen, dass die Bürgerinnen und Bürger wieder ihr Wahlrecht nutzen. „Es braucht Ideen und Anreize.“

Vielleicht wäre es gut, dass sich einmal alle Parteien zusammensetzen und sich darüber Gedanken machen, meint Unterholzner. „Vielleicht wäre eine großangelegte Umfrage – wie zum Beispiel bei der nächstens stattfindenden Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung – ein erster Schritt, um die Motive der Nicht-Wähler*innen besser zu verstehen. Vielleicht wäre es aber auch ein guter Schritt, sich Gedanken darüber zu machen, ob man Eltern für ihre minderjährigen Kinder wählen lassen könnte. Pro Elternteil zusätzlich eine halbe Stimme pro Kind. Gerne lasse ich mich aber auch von weiteren Ideen begeistern“, so Unterholzner.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (32)

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  • batman

    Wahlen ändern viel, das sieht man ja ganz deutlich bei Draghi und seinem Kabinett! Alles Volksvertreter!

  • owl

    Viele Politiker machen gerade vor, wie man die Gesellschaft erfolgreich spaltet. Da will sich der Unterholzner nicht lumpen lassen und trägt – kreativ wie er ist – auch sein Scherflein dazu bei.

  • wichtigmacher

    Der hot woll zu viel Enzianschnops kopp……

  • batman

    Wer nicht mehr wählen geht? Das sind die Abgehängten, die keine Vertretung haben, die keine Lobby haben,
    die vom System unterdrückten und vergessenen.

  • batman

    Die Zerfallserscheinungen des Patriarchats sind überall sichtbar. Das Fundament bricht euch weg, also rauf mit die Steuern und noch mehr Steuern!

  • yannis

    >>>>>>Einmal sind es Menschen, die von ihrer Partei stark enttäuscht worden sind und aus diesem Grund nicht mehr wählen. Andere gehen aus Frust nicht hin, sie sind „stuff“, weil sich eh nichts ändert, weil es vollkommen egal ist, wer am Ruder sitzt. Vielen fehlt es an akzeptablen Alternativen, dies besonders in Ländern wie den Vereinigten Staaten, wo es seit sehr langer Zeit nur zwei Parteien gibt. sehr häufig ins Feld geführt wird das Argument, dass das Vertrauen fehle.“……..

    stimmt zu 100% !
    aber wen interessiert’s solange die Anzahl der Sessel gleich bleibt ist es denen egal wie dünn die Wahlbeteiligung ist.

  • equalizer

    Quer durch alle Parteien werden in jedem Land vor Wahlen geradezu beschwörend die Bürger dazu aufgerufen, ja von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Man könnte davon ableiten, dass es im Grunde egal ist, wer dann letztendlich an den Futtertrog darf, Hauptsache, er ist durch die hohe Wahlbeteiligung dazu legitimiert.
    Der wahre Grund für das zunehmende Interesse liegt wohl darin, dass sich die Bürger von ihren Politikern (gleich welcher Richtung) nicht mehr vertreten fühlen.
    Es ist doch offensichtlich, dass es den Politikern (weltweit) nicht darum geht, das Beste für das Land und die Zukunft zu tun, sondern die Interessen der Lobbies, Verbände, Großkonzerne und der Hochfinanz in Gesetze zu fassen und dem Wahlvolk, schmackhaft als Problemlösung verpackt, zu verkaufen.
    Hierin unterscheiden sich die Parteien in keiner Weise. Denn sobald sie an der Macht sind, haben sie sich an die „Realität“ und dem System anzupassen. Sollte es aber trotzdem einmal ein „Revoluzzer“ nach oben schaffen, wird er diskret entfernt. Es wird sich schon etwas finden lassen, das man ihm anhängen kann…
    Fazit im Grunde spielt es keine große Rolle, wer gewählt wird, wer an die Macht kommt, wird sich dem System beugen.

  • fritz5

    Die Steigerungsform von peinlich lautet: peinlich – Pöder – Unterholzner! Der Typ sollte schleunigst wieder Auto schrauben gehen in der Hoffnung, dass er zumindest dort Ahnung hat.

  • baludergrosse

    Ich würde vorschlagen, Wahllokale bei der Forst (mit Gutschein für Weißwurst, Brezen und Bier) oder bei der Mila (mit Gutschein für ein Milchprodukt) zu eröffnen…

  • netzexperte

    Unterholzner ist politisch gesehen ein Außenseiter und hat mit seiner 1-Mann-Fraktion keine Inhalte, welche er den Medien zuspielen könnte. Inhaltlich ein Schwachsinn, aber wie man sieht gibt es für Schnapsideen auch immer Schnapsblattln, die sowas bringen. Ziel bzw. Aufmerksamkeit erreicht!

  • drago

    „Um diesem Trend entgegenzuwirken, schlage ich schmunzelnd vor, einen cross-pass einzuführen.“
    Sowohl die ganzen Kommentatoren als auch der Autor des Artikels scheinen willentlich (oder auch unwillentlich) zu übersehen, dass der Vorschlag ironisch war und als Kritik am Grünen Pass zu verstehen ist.
    Politisch kann man natürlich über den Enzian-Mann denken was man will (er ist ein Beispiel dafür, dass jemand, der wirtschaftlichen Erfolg hat, noch lange nicht sinnvolle Ideen für die Gesellschaft hat), aber für eine Kritik sollte man mehr als die Überschrift lesen.

  • schnauzer

    Wer den Seitenhieb von Unterholz er nicht versteht dem ist nicht mehr zu helfen!
    Meine Sympathie hat er dafür!!

  • andreas

    Also Freunde werden Oberhofer und Unterholzner wohl keine mehr. 🙂

    Wo ist eigentlich das Problem, wenn Leute wie batman nicht mehr wählen bzw. würde ich es sogar begrüßen, wenn solchen wegen mangelnder Eignung und Kenntnissen das Wahrecht entzogen würde.

  • eiersock

    Und asou uaner sitzt im Londtog, wer konn dein nou wählen oder besser gsog wer hot dein gwählt? Do war gscheider af sele möchtegern Politiker verzichten und sein Geholt spenden! Und des gildet bu mir bu 70% oller Politiker !

  • erich

    Man muss wirklich fragen, welche Qualität von Politikern haben wir, nach der Stadtratswahl in Meran haben viele Exponenten, quer durch alle Parteien geklagt über die schwache Wahlbeteiligung, fast so als wären die Bürgerinnen und Bürger schuld. Liebe Politiker, wer ist schuld wenn die Zeitung nicht gelesen wird, der Leser oder der Schreiber??? Also dann wist ihr wo der Schlüssel anzusetzen ist.

  • florianegger

    Politik scheint ein Auslaufmodell zu sein. Immer weniger Menschen sind bereit sich in die Politik einzubringen und sich kritisieren zu lassen.

  • klum

    Wenn ich so eine Schnapsleichenidee hätte? Würde ich da auch so prominent in dieser Tageszeitung präsentiert? Dem Unterholzner ist wohl gar nichts zu blöd nur um in die Zeitung zu kommen und diese Zeitung brings auch noch.

  • martp

    Sepp der Depp haut wieder einen raus! So muss das sein. Bitte bleib der Politik erhalten Sepp, diesen Sch.eiss kann sonst niemand von sich geben.

  • andi182

    Vielleicht weil jeder der für eine Partei kandidiert hat eine eigene Fraktion bildet statt zurück zu treten
    Herr Unterholzner

  • exodus

    Das viele Haarefärben hat dem Mann das letzte bisschen Hirn rausgewaschen……….

  • florianegger

    Unterholzner wird sich bei einem Stamperle Enzian über die Kommentare köstlich amüsieren und eine weitere Pressemitteilung für die Tageszeitung vorbereiten

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