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Es fehlen 68 Hausärzte

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In Südtirol sind 68 Hausarztstellen unbesetzt – mit Unterschieden je nach Sprengel. Die Situation hat sich zuletzt verbessert, doch die Pensionierungswelle geht weiter.

von Heinrich Schwarz

Die Sorge um die Zukunft der ärztlichen Grundversorgung durch die Hausärzte in Südtirol besteht weiter. Der Grund: die Pensionierungswelle und die Ungewissheit, ob genügend neue Hausärzte nachkommen.

Zuletzt hat sich die Hausärzte-Situation allerdings verbessert. Fehlten vor einem Jahr noch 91 Hausärzte, sind es aktuell nur mehr 68, wie aus einer neuen Aufstellung des Südtiroler Sanitätsbetriebes hervorgeht.

Zum besseren Verständnis: Seit einigen Jahren beträgt die optimale Patientenanzahl für einen Hausarzt nur mehr 1.300. Diese Optimalzahl wird als Grundlage für die Berechnung offener Stellen herangezogen.

Als Höchstgrenze sind nun 1.575 Patienten vorgesehen. Früher waren auch mehr als 2.000 kein Problem. Die älteren Hausärzte haben denn auch vielfach noch über 2.000 Patienten und hinterlassen im Falle einer Pensionierung somit deutlich mehr Patienten als ein Jungarzt theoretisch aufnehmen darf. Damit niemand ohne Hausarzt bleibt, dürfen in unterversorgten Gebieten aber dank einer Vereinbarung bis zur Besetzung aller Stellen mehr Patienten betreut werden.

Aus der aktuellen Liste mit den Gebieten, in denen Allgemeinmediziner fehlen, geht hervor, dass derzeit 277 Hausärzte mit dem Sanitätsbetrieb konventioniert und – gemessen an der optimalen Patientenanzahl – 68 Stellen unbesetzt sind, wobei die heuer schon fix freiwerdenden Stellen bereits berücksichtigt sind (siehe Grafik).

Gesundheitslandesrat Thomas Widmann erklärte erst vor kurzem, dass in den nächsten Jahren voraussichtlich über 100 Hausärzte in Pension gehen werden. Man brauche dringend neue Hausärzte. Deshalb setzt man auf Jungärzte und die dreijährige Sonderausbildung in Allgemeinmedizin, die an der Claudiana angeboten wird.

Derzeit läuft die Wettbewerbsausschreibung für den neuen Jahrgang, sprich für die Ausbildungsperiode 2020-2023. Wie schon im Vorjahr wurden 30 Plätze zur Verfügung gestellt. Zuvor waren die Plätze jährlich auf 25 beschränkt, wobei diese teilweise nicht besetzt werden konnten. In den letzten Jahren war die Nachfrage größer.

Im Vorjahr schlossen nur neun Ärzte die Ausbildung zum Allgemeinmediziner ab. Heuer ist auch nur mit zwölf Abschlüssen zu rechnen. 2021 dürften es dann 25 Abschlüsse sein und 2022 voraussichtlich 24, so die Informationen vonseiten des Landes. Die Zukunftsaussichten sind also gar nicht mal so schlecht.

Was aber auch zu sagen ist: Erstens kommen die meisten Auszubildenden von außerhalb Südtirols (haben aber die Zweisprachigkeit). Sie müssen nach Erlangung des Diploms zwar innerhalb von fünf Jahren für zwei Jahre in Südtirol arbeiten, könnten das Land dann aber wieder verlassen. Zweitens wird der einst männerdominierte Hausarztberuf immer weiblicher. Und viele Frauen lassen sich autolimitieren – nehmen also eine geringere Anzahl an Patienten auf, um Familie und Beruf zu vereinbaren.

Hausärzte können mit 65 Jahren in Pension gehen und maximal bis zur Erreichung des 70. Lebensjahres arbeiten.

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