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Mitschuld der Opfer?

Diese Woche startet das Beweissicherungsverfahren zum Horror-Unfall von Luttach. Die Verteidigung vermutet eine Mitschuld der Opfer.

Der Name des Gutachters steht bereits fest, der Auftrag an ihn bisher aber nicht formalisiert. Sicher ist, dass Voruntersuchungsrichter Emilio Schönsberg diese Woche den Startschuss gibt für ein Beweissicherungsverfahren zum Horror-Unfall von Luttach mit sieben Toten und elf Verletzten. Die Staatsanwaltschaft hatte den Antrag gestellt, die Unfalldynamik (vor allem aber die Geschwindigkeit, mit der Stefan Lechners Audi TT beim Aufprall unterwegs war) über ein Gutachten klären zu lassen. Bis dieses vorliegt, dürften rund zwei Monate vergehen.

Indes wurde bekannt, worauf die Verteidigung des weiter inhaftierten Alk-Lenkers bei der Rekonstruktion des Falles von Tötung und Körperverletzung im Straßenverkehr setzt: Auf eine mögliche Mitschuld („concorso di colpa“) der Opfer.

Diese hätten die Straße bei Luttach, bevor sie, wie ein Ermittler sagt, hinweggefegt wurden wie Kegel, nicht über einem Zebrastreifen überquert, sondern in erheblichem Abstand von diesem.

Die Verteidiger Lechners wollen deshalb, auch über einen eigenen Sachverständigen im Beweissicherungsverfahren, diese Frage klären lassen.

Sollte tatsächlich eine Mitschuld richterlich festgestellt werden, hätte dies Auswirkungen sowohl auf das Ausmaß des zivilrechtlichen Schadens als auch auf die Höhe der Haftstrafe.

Letztlich wird aber das Ergebnis des Gutachtens zeigen, ob dafür die Voraussetzungen bestehen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (26)

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  • fcpichler

    Und wieder ein Bild und der Name des Unglücksfahrers….

    • wolweg

      @fc
      Und das ist gut so. Wenn jemand so dumm ist, sich mit 2 Promille ins Auto zu setzen und mit 120km/h durchs Dorf brettert um in einer Kneipe weiter zu saufen, dabei 7 junge Menschen umbringt, gehört er, zwecks Abschreckung, an den Pranger gestellt. Für ihn eh kein Problem, denn wenn er in 15 Jahren raus kommt, kennt keiner mehr sein Gesicht.
      Jeder Autofahrer muss seinen Geschwindigkeit so anpassen, dass er bei einem auf der Strasse auftauchenden Hindernis vorher anhalten kann. Schwacher Versuch der Verteidigung, der bei Mord sicher ins Leere geht.

      • watschi

        wolweg, du weisst wahrscheinlich nicht, dass die gefàngnisse bis zum bersten voll sind und man eher raus als rein kommt. das liest man tàglich in den medien:“polizeibekannter x mal wiederholungstàter wurde angezeigt“, oder immer wieder òffnen sie die gefàngnistore mit ausrede „begnadigung“, um ein wenig platz zu schaffen. wenn das schon fùr berufs-sowie fùr schwerverbrecher gilt, dann wohl auch fùr einen unfallfahrer. es gibt bei uns kaltblutige mòrder, die sind nicht einmal 10 jahre hinter gitter gesessen und da soll ein unfallfahrer 15 jahre hinter gitter verbringen? wo lebst du?

        • ohnehirnlebtmanbesser

          Oh Watschi. “ eher raus als rein kommt“……..dann mùsste Platz sein, fùr einen mehrfachen Unfall-Mòrder. Die nur angezeigten Wiederholungstàter waren keine Strassenkiller. Schwerverbrecher wurden ber Begnadigungen nie berùcktsichtigt. Kaltblùtige Mòrder weniger als 10 Jahre hinter Gittern? Nen Beispiele oder schweig. Nach der gestrigen Schlappe willst du dich mit diesem Scheiss hier austoben. Aber wir sind geduldige Leser, und halten uns die Nase zu. Ein zorniger Hirni

          • martasophia

            Wer behauptet, dass man ohne Hirn besser lebt, sollte sich nicht über den Spruch „Nomen est Omen“ nicht wundern.

      • elmex

        am Besten du steigst nie in ein Auto und fährst mi Öffis …. beim Aussteigen bitte Helm tragen!

    • nelke

      Finde ich auch ganz furchtbar,so werden die Menschen angestachelt,ihn zu luenchen,bevor er verurteilt ist!
      So wurde schon geschrieben,weil er jetzt in einem Kloster ist,so ungefähr,er wuerde in diesem Kloster Urlaub machen.
      Also manche Kommentare hier sind echt so schräg und dumm!
      Bei einem Menschen ohne Gewissen könnte ich mir vorstellen,dass dann das Kloster als Urlaub empfunden wird,aber dieser Mensch ist gebrochen schon ohne Verurteilung,ihm ist nicht egal,was geschah und darum lässt doch all eure dummen Sprueche,er muss mit seinem Gewissen leben und das ist mehr als die höchste Gefaengnisstrafe!!!

    • nelke

      Ein ganz furchtbarer Unfall,dennoch finde ich es auch furchtbar,diesen Unfallverursacher als jemanden hinzustellen,der es verdient an den Pranger gestellt zu werden!
      Macht man im Leben nicht manchmal unüberlegte Sachen,die man im Nachhinein nicht mehr erklären kann!
      Könnte er das ungeschehen machen,wuerde er nie wieder so einen großen Fehler begehen!
      Hattest du schon mal Liebeskummer,da reagiert man auch oft nicht ganz normal.
      Er wird verurteilt,aber seine Größte Strafe wird sein,mit dieser Schuld leben zu müssen ,also denkt erstmal nach,bevor ihr so unsachgemäße Urteile schreibt.

  • gerhard

    Auch ich finde das unverantwortlich.

    Wann, liebe Redaktion schreibt Ihr drunter:
    VERBRECHER !! HÄNGT IHN AUF !!

    Jetzt sollen Richter richten, und wenn die Opfer Mitschuld haben, dann muss dies in einem Rechtsstaat eben ermittelt werden. Das ist legitim.
    Was bleibt, ist die nicht mehr gut zu machende Unglücksfahrt eines Besoffenen.
    Aber die Vorverurteilung der effekthaschenden Redakteure finde ich unangemessen.

    • ganzwasneues

      Zeitungen verkaufen sich eben über Bilder – möglichst schockierende wie bei den Wölfen und den Schafen oder über Gesichter und zerbeulte Autos.
      Persönlichkeitsrechte sind dabei völlig nebensächlich, das finde ich mehr als schäbig!
      Wie würde eine Schlagzeile oder Titelgeschichte wohl aussehen, wenn es die Familie eines Redakteures treffen würde?

      • wolweg

        @ganz
        wie würde die Schlagzeile aussehen, wenn die Eltern der 7 jungen Menschen Zeitungsredakteure wären?

        • yannis

          das kann ich Dir sagen, als Bertoffener/Opfer einer Tragödie hat man vieles im Sinn, aber am ALLERWENIGSTEN in der Scheiße unnötig zu rühren, spätestens wenn Du mal so richtig selbst betroffen sein solltest, wird’s Du Deine, mit Verlaub, unkluge Meinung ändern, da wäre ich mir sehr sicher.

        • schwarzesschaf

          Gott sei dank sind sie es nicht. Und ich sage nur einder angeklagte ist erst rechtkräftig schuldig nach einen Urteil und bis dahin hat man einen menschen nicht zu verurteilen, denn wer weiss was in dieser nacht slles ging die nennen wir sie Opfer warenbestimmt alle nüchtern haben keinen tropfen getrunken haben sich 100 prozentig an die Strassenverkehrordnung gehalten. Wenn ich erlich bin wenn ich indie stadt fahre und sehe wie oft die schafe hi terden bus rauslaufenweil man keine 2 min zeit haut dann wundert es mich nicht das so mancher tote ist

  • zusagen

    Natürlich wird wieder versucht sich der Verantwortung zu entziehen. Als Autofahrer sollst du dir halt mal bewusst werden, welche Bedrohung du für andere bist.

    • watschi

      zusagen, der fahrer wird seinen teil der schuld auf sich nehmen. bei einem prozess wird die verteidigung aber immer alle fakten auf den tisch legen um eine geringere strafe fùr seinen mandanten zu erlangen. nicht nur autofahrer haben eine verantwortung, die hat jeder verkehsteilnehmer, auch fussgànger.

    • mannik

      So zynisch das angesichts der Tragödie klingt, aber hier hat Watschi recht. Sollte sich herausstellen, dass sich die Opfer verkehrswidrig verhalten haben, dann gibt ihnen das Gesetz eine Mitschuld. Eine geringe, aber auf das Strafausmaß wirkt sie sich auf jeden Fall aus. Der Unfallfahrer bleibt aber mit Sicherheit der Hauptschuldige.

  • unteruns

    @wolweg, könnten Sie die Info , dass er 120 Kmh gefahren ist, nicht dem Staatsanwat mitteilen, so ersparen sie sich 2 Monate Ermittlung.

  • zusagen

    Ist doch total beknackt. Als Autofahrer musst du einfach gefasst sein dass unerwartet vor dir jemand auftaucht. Kinder, alte Leute oder auch Betrunkene.

  • prof

    Der Unfallfahrer hat seine Schuld und wird auch seine Strafe bekommen.
    Um eine Mitschuld der Opfer kämpfen sicher die Anwälte der Versicherung um sich einige Milllionen Euro zu ersparen und dafür ist einer Versicherung ja jedes Mittel recht. Wie sagt man, die Banken,Anwälte und Versicherungen sind legale……………..?

  • gerhard

    In Deutschland gilt die Unschuldsprinzip bis zum tatsächlichen Urteilsspruch.
    Das wird in Italien nicht anders sein.
    Ein Gericht wird alle Fakten, die ihm vorgelegt werden, gewissenhaft prüfen.
    Und dann, erst dann, ist der Unglücksfahrer auch im Sinne des Gesetzes schuldig.
    Das sollen doch WIRKLICHE Experten prüfen und Schuld sprechen.
    Diese Vorverurteilungen von selbst ernannten Experten sind peinlich und zeugen von wenig Sachverstand.
    Die ständige Abbildung des Unfallfahrers empfinde ich als WIDERWÄRTIG.
    Im Wilden Westen (und im bescheuerten Amerika) hat man Fahndungsplakate angeschlagen.
    „Tot oder Lebendig“.
    Was bezwecken diese schmierigen Zeitungsredakteure eigentlich damit ?
    Sind die Auflagen Ihrer Zeitungen so drastisch schlecht, dass sie das notwendig haben ?
    Um es klar zu sagen.
    Ich verurteile (für mich persönlich) die Alkoholfahrt. Das ist unentschuldbar.
    Aber lasst doch dem armen Kerl, der die Tat tausendmal bereut hat seine Menschenwürde.
    Der bekommt seine gerechte Strafe. Und die muss er tragen.
    Aber dazu sind Gerichte da und keine selbst ernannten Vollstrecker.
    Und ja, ich denke auch an die Opfer und deren Familien.
    Doch die werden nicht mehr lebendig wenn Ihr den Unfallfahrer öffentlich ächtet oder am nächsten Baum aufhängt!!!

    • nelke

      Wie kann man solche Aussage treffen,so furchtbar auch dieser Unfall ist und war,der Unfallfahrer waere ein Moerdrr,wenn er mit
      Absicht alle totgefahren haette,natürlich darf keiner betrunken fahren und nicht mit hohem Tempo,dafür wird ihn ein Gericht verurteilen
      Er hat in einer seelischen Krise,ich weiß ,wie sich das anfühlt verlassen zu werden,gehandelt,es sind Momente der total falschen Entscheidungen! Laut einer Zeugin war die Straße glatt,keiner spricht mehr davon und schlechte Beleuchtung!
      Er muss mit dieser Schuld leben und dass ist eine große Strafe und auch seine ganze Familie ist gerächtet und das solltet ihr nicht vergessen!!!!!!!!!!!!
      Ich bete fuer alle Menschen,die durch die Hoelle gehen

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