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Status im grünen Bereich

15.000 Kubikmeter Material sind im Vezzanerbach abgegangen

Der Zivilschutzstatus wurde zu Freitagmittag wieder auf Normalzustand zurückgestuft. Die Starkgewitter sollen nicht mehr so verbreitet auftreten.

Seit Freitag, 12.00 Uhr gilt wieder der Zivilschutzstatus Normalzustand Zero. Es werden zwar weiterhin starke Gewitter erwartet, sie erfolgen aber nicht mehr so verbreitet. Deshalb hat die  Bewertungsgruppe mit Experten des Landeswetterdienstes, des hydrographischen Dienstes, der Berufsfeuerwehr, des Landesamtes für Zivilschutz, der Forstabteilung, der Wildbachverbauung und der Geologie beschlossen, von der am Donnerstag ausgerufenen Aufmerksamkeitsstufe wieder auf den grünen Bereich herunterzufahren.

Muren im Vezzanerbach und im Planeiltal

Am Donnerstagabend war um 22.15 Uhr eine Mure im Vezzanerbach in der Gemeinde Latsch gemeldet worden: 15.000 Kubikmeter Material waren in Bewegung geraten.

Im Planeiltal gingen mehrere Muren ab. An beiden Orten sind die Techniker der Wildbachverbauung an der Arbeit. Auch im Alpgrabenbach in Plawenn hat sich ein Murabgang ereignet.

Von den Warnstufen sind die Pegelstände derzeit weit entfernt, berichtet der hydrographische Dienst. Auch für die kommenden Tage wird keine kritische Situation erwartet.

Prognose und Rückblick

Es gilt, das Wetter weiter im Blick zu behalten, betont das Landeswarnzentrum: „Die hohen Temperaturen und die feuchte Grundschicht werden weiterhin zu Gewittern führen, wenn auch nicht mehr so verbreitet.“

Am Samstagnachmittag werden wieder erste Gewitter erwartet, die am Abend häufiger werden. Deshalb hat der Landeswetterdienst die Gewitter-Stufe von 2 auf 1 herabgesetzt.

Die Bevölkerung wird trotzdem dazu aufgerufen, den Wetterbericht zu konsultieren: „Das Gefahrenniveau ist zwar niedriger, vereinzelt treten dennoch starke Gewitter auf.“

Für Sonntag werden weitere Niederschläge erwartet, vor allem in den östlichen Zonen. Es wird deutlich kühler, die Temperaturen sinken unter 25 Grad.

Am Donnerstagnachmittag entluden sich erste starke Gewitter in der Brennergegend, die sich weiter nach Süden in das Eisack- und Etschtal verlagerten. Am Abend ging ab 20.00 Uhr ein heftiges Gewitter über Bozen nieder, und auch im Vinschgau wurden starke Gewitter verzeichnet.

Viele Hagelschläge erfolgten und starke Windböen mit einer Spitzengeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern in Salurn. Mit 14.000 Blitzeinschlägen wurde ein neuer Rekord erreicht.

Über 100 Einsätze

Die Männer der Berufsfeuerwehr in Bozen wurden am Donnerstagabend zu 17 kleineren, unwetterbedingten Überschwemmungen und zu Ereignissen mit abgebrochenen Ästen gerufen.

An die 60 Freiwillige Feuerwehren mit Schwerpunkt in den Bezirken Brixen/Eisacktal, Bozen, Wipptal/Sterzing, Meran und Unterland rückten zu über 100 Einsätzen aus, berichtet der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren.

Sie waren bei Überflutungen von Straßen, Kellern, kleineren Murenabgängen und Steinschlägen sowie Situationen mit umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen im Einsatz.

Die zahlreichen Blitzeinschläge verursachten auch zwei kleinere Waldbrände in Wiesen und im Jaufental. Die Feuerwehren konnten sie rasch löschen. Sicherheitshalber unternahmen die Feuerwehren verschiedene Kontrollfahrten.

Vierstufige Skala

Zur Beschreibung des Zivilschutzstatus wird eine standardisierte vierstufige Skala angewandt. Jeder Stufe ist eine Farbe zugeordnet: Normalzustand Zero (grün), Aufmerksamkeitsstufe Alfa (gelb), Voralarm Bravo (orange) und Alarmstufe Charlie (rot).

Die Aufmerksamkeitsstufe wird nach eingehender Bewertung dann ausgerufen, wenn ein aus Sicht des Zivilschutzes relevantes Ereignis bevorsteht. Alle Beteiligten werden vorgewarnt und können die notwendigen Vorkehrungen treffen. Auch die Bevölkerung wird auf das bevorstehende Ereignis aufmerksam gemacht, damit es sie nicht unvorbereitet trifft.

Den aktuellen Status findet alle Interessierten auf der Internetseite Zivilschutz. Die Entwicklung der allgemeinen Wetterlage in Südtirol können sie auch auf der Internetseite des Landeswetterdienstes beobachten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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