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Vernichtete Stimmen

1.703 Briefwahlstimmen bei den Landtagswahlen 2018 mussten vernichtet werden – weil sie verspätet bei der Wahlbehörde eingetroffen sind.

Die Süd-Tiroler Freiheit spricht von einem „Schlamassel“. Insgesamt seien 1.703 Wahlzettel vernichtet worden, weil diese verspätet bei der Wahlbehörde eintrafen. „Dies sind rund 15 Prozent aller Briefwahlstimmen, zum größten Teil von Süd-Tiroler Heimatfernen“, so die STF am Montag in einer Aussendung.

10.443 Wahlkarten seien zumindest termingerecht eingelangt.

Diese Daten gehen aus der Beantwortung einer Landtagsanfrage der Abgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll und Myriam Atz Tammerle, hervor.

Besonders brisant:

Allein innerhalb einer Woche nach der Landtagswahl wurden noch 1.289 Wahlumschläge vermerkt. Am Tag nach der Wahl waren es 375, einen weiteren Tag später 562 und am 24. Oktober 282 Stück. In den darauf folgenden Wochen (einmal 194 und 168) ist die Anzahl sehr stark gesunken. Die vorerst letzte Briefwahlpost traf am 17. Dezember ein.

Zwar wurde der Beginn der Briefwahl zeitlich vorverlegt, doch wegen behängender Rekurse konnte die Briefwahleinladung erst verspätet versandt werden. Absolut unprofessionell ist auch, dass ein Teil der Briefe zwar rechtzeitig in Bozen im Postamt eingelangt sind, der Wahlbehörde aber nicht mehr fristgerecht zugestellt wurden, weil die Postmitarbeiter ausgerechnet am Freitag vor den Landtagswahlen einen Betriebsausflug unternahmen.

Sven Knoll und Myriam Atz Tammerle

„Dies alles führte schlussendlich zum Schlamassel“, unterstreicht die Abgeordnete Myriam Atz Tammerle.

Die Süd-Tiroler Freiheit sieht angesichts der hohen Anzahl vernichteter Wahlkarten die dringende Notwendigkeit, das Wahlgesetz dahingehend anzupassen, dass die Wählerstimmen rechtzeitig einlangen und mitgezählt werden können. Sollte die italienische Post nicht in der Lage sein, die Briefe rechtzeitig zuzustellen, müsse man auch über alternative Versandmöglichkeiten mit einer Posteingangstelle in Innsbruck oder gar über eine elektronische Abstimmungsmöglichkeiten nachdenken. Wahlberechtigte Bürger ihrer Wahlmöglichkeiten zu berauben, nur weil die italienische Post zu langsam arbeitet, kann jedenfalls nicht toleriert werden, betont der Landtagsabgeordnete Sven Knoll.

Wie vom Gesetz vorgesehen, wurden die verspätet eingetroffenen Stimmzettel protokolliert und anschließend ungeöffnet vernichtet.

Bei der Landtagswahl 2013 waren 7.993 Wahlkarten termingerecht eingelangt, 1.958 Wahlkarten wurden vernichtet. Damals waren es noch 20 Prozent.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (4)

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  • yannis

    Ist eh wurscht da die Auslands-Südtiroler die treuesten SVP Wahlschafe sind, genauso wie die Auslands-Türken für den Erdogan, der ohne denen und der Manipulation die Wahl verloren hätte.

  • schinger

    Hätte die Politik den Bürger einmal zugehört, wenn diese sich über die Zustände per der Post beklagt haben. Schön, dass die Politik nun selbst Opfer dieser Missstände wurde.

    • markp.

      Kann man die Politik als Opfer der Post bezeichnen? Da man nicht weiß wer was gewählt hat, tut ich mich jedenfalls schwer, ein Opfer ausfindig zu machen. Außerdem – wie im Bericht beschrieben – waren es vor 5 Jahren noch mehr vernichtete Stimmen. Also haben sie damals auch nicht zugehört.

  • pingoballino1955

    Und der Landeshauptmann sagt,die Post funktioniert jetzt???????????? Achtung dieses Thema kommt noch auf s Parkett,es funktioniert wenig-termingerecht,Herr Landeshauptmann,ist wohl jetzt kein Wahlthema mehr????? Habe heute nachweislich zwei Briefe von meiner Nachbarin im Briefkasten gehabt,die sicherlich an sie und nicht an mich interessiert waren,zum Glück SUPER Nachbarschaft,habe Reservepostbriefträger gespielt und ihr die Briefe zugestellt,waren wichtig!

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