Du befindest dich hier: Home » News » Die Umweltmaut

Die Umweltmaut

Landeshauptmann Arno Kompatscher sagt, dass die Korridormaut auf der Brennerautobahn nicht gescheitert sei, da eine Umweltmaut eingeführt werde. Eine Lkw-Maut auf Tiroler Niveau scheint für den Anfang aber unrealistisch.

von Heinrich Schwarz

Die Schlagzeile der „Tiroler Tageszeitung“ sorgte am Mittwoch für Aufsehen: „Brennerpass bleibt für Lkw billig: Korridormaut scheitert in Südtirol“. Im Artikel der TT wird Brennerautobahn-Geschäftsführer Walter Pardatscher zitiert. Er sagt, Rom ermögliche keine Mautanhebung auf der A22 zwischen Brenner und Verona, wo die Lkw-Mauttarife fünfmal niedriger sind als in Tirol. Eine Anhebung der Maut auf Tiroler Niveau wird als Voraussetzung gesehen, um den Umwegverkehr einzudämmen, der ein Drittel des Transitverkehrs auf der Brennerachse ausmacht.

„Die vom Transportministerium im Rom vorgegebenen Mauttarife orientieren sich an den Investitionen, da ist kein Spielraum für eine höhere Tarifgestaltung drinnen“, sagte Pardatscher der TT. Nicht einmal in den nächsten Jahren sei eine Korridormaut möglich. Laut Pardatscher will Italien die Mauttarife sogar senken, um die Wirtschaft zu fördern.

Arno Kompatscher las den TT-Artikel mit großer Verwunderung. „Hier werden Äpfel mit Birnen vermischt“, sagt der Landeshauptmann gegenüber der TAGESZEITUNG. Die Korridormaut sei keineswegs gescheitert.

Kompatscher erklärt: „Bei der Festlegung der Mauttarife für die A22 – hier hat Walter Pardatscher vollkommen recht – waren die Vorgaben sehr eng. Die Tarife wurden so kalkuliert, dass die Einnahmen die Betriebskosten und die geplanten Investitionskosten decken. Denn die Maut soll ja nicht dazu dienen, Gewinne zu machen. Das ist die eine Ebene. Auf die andere Ebene, die nichts mit der Autobahn-Gesellschaft zu tun hat, wurde nicht konkret eingegangen.“

Und zwar: „Ich bin mit dem Minister so verblieben – selbst mit Danilo Toninelli, aber auch mit der ganzen Regierungsebene –, dass eine Umweltmaut eingeführt wird. Eine solche Zusatzmaut kann laut einer EU-Richtlinie eingeführt werden. Diese Umweltmaut bzw. Eurovignette hat mit der genannten Tarifpolitik nichts zu tun. Die Einnahmen kriegt auch nicht die Brennerautobahn-Gesellschaft, sondern müssen in den Staatshaushalt fließen und für Umweltinvestitionen in den betroffenen Gebieten zweckbestimmt werden“, so der Landeshauptmann.

Die sogenannte Korridormaut ergebe sich aus der Summe der normalen Maut, die die Autobahn-Gesellschaft kassiert, und der Einführung der Umweltmaut.

MEHR DAZU LESEN SIE IN DER DONNERSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (15)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • andreas

    Hätte die TT gleich den Schmied und nicht den Schmiedl gefragt, hätten sie einen seriösen Artikel hinbekommen, so ist es halt Bild Niveau.
    Inhaltlich nicht falsch, doch Tatsachen, welche die Aussage relativieren würden, werden verschwiegen.
    Eine übliche Methode um von eigenen Versäumnissen abzulenken.

  • drago

    “Eine übliche Methode um von eigenen Versäumnissen abzulenken.“ Die klassische Vorgangsweise des LH.

  • einereiner

    Wieso soll die Umweltmaut in die Staatskasse fliessen?
    Die soll dorthin fliessen, wo die Umwelt geschädigt wird, in die Regionen und Provinzen.

    • yannis

      Wenn dann das Geld in die Regionen fließen würde wo die Umwelt geschädigt wird, ist das Problem behoben ?
      Als dass man mit Geld Atemluft durch saubere wersetzen könnte, den Feinstaub ungefährlich machen und den Lärm auf 40 DB reduzieren könnte.
      Die Folgen des allseits propagierten Wachstum’s lassen sich damit keineswegs minimieren.

      • kurt

        @yannis
        Ich weiß ich wiederhole mich ,aber das sind alles kleine Fische im Verhältnis zu dem was in der Luft passiert wo in einem Tag Tonnenweise Kerosin verbrannt wird und mindesten gleich soviel abgelassen wird vor dem Landen wenn sie zu wenig!!!!!!!!!!!!!!!!!! Treibstoff verbraucht haben und zum landen zu schwer sind aber da kräht kein Hähnchen nicht einmal der Ando als Flugplatzexperte und Schönwetter- Grüner !!!!.
        Deswegen ist deine Meinung über den propagierten Wachstum vollkommen richtig.

        • yannis

          @kurt,
          kenne die Problemmatik mit dem Luftverkehr sehr gut, da ich imit Gegenden zu tun habe wo man nicht so ohne weiteres mit dem Fahrad hinkommt, bzw die Fracht nicht mit der Eisenbahn hin und her transportieren kann.
          Sehr vieles davon ist dem schier unendlichen Wirtschaftsachstum geschuldet, nur ein Beispiel, braucht man wirklich Gemüse was aus Südamerika eingeflogen wird und weil im Überfluss zum Teil hier in Europa in der Kompostierung landet ? Es gäbe noch reichlich weitere Beispiele.
          Am besten finde ich die Vorschläge jener die meinen die LKW’s nur auf der Brennerachse zu dulden die auch in ihrer unmittelbaren Umgebung Ladung aufnehmen oder abgeben, die anderen sollen gefälligst anderswo zirkulieren.
          Nun wenn jede Region nach denselben Muster handeln würde, wären der Europäische Wirtschaftsraum wohl schon übermorgen Geschichte.
          Oder wie wäre es dann wenn Östereicht nur die Touristen auf ihre Straßen liese die auch in Österreich ihren Urlaub verbringen, die anderen können ja irgendwie das Ösiland umfahren.

          • kurt

            @yannis
            Ich weiß nicht wo da das Problem ist ,die Autobahnmaut für LKW auf Schweizer Niveau anheben dann kann sich jeder Unternehmer selber ausrechnen wo es günstiger ist ,die fahren keinen Kilometer umsonst und wo scheiterst wieder ????????????????,bei der Politik und das liebe Geld.

        • george

          Alles summiert sich zu diesem Luftverschmutzungsbrei, das verbrannte Kerosin über uns und die verursachten Giftgase um uns in den engen Talschaften zwischen Kufstein und Salurn. Da ist nichts schön zu reden, indem man den Luftverpester Flugverkehr besonders hervorstreicht um die anderen eventuell zu verbergen. Da sind sofort Einschränkungsmaßnahmen zu treffen, sowohl bei den einen wie bei den anderen. Die Farce dabei ist, dass man das längst schon weiß und sich bewusst ist, was zu tun sei, aber nichts tut; besonders nichts tut südlich des Brenners und dazu noch mit den Bremsern eine Heirat eingeht.

  • einereiner

    Aus den Aussagen vom LB lässt sich die neue Strategie Roms ablesen. Konnten früher die Aktionäre der Autobahn das große Geld abschöpfen und nach ihrem Gutdünken verteilen (z.B. BBT finanziere), so gilt nun, dass der Konzessionär nur noch die Kosten ersetzt bekommt (da wird der LB bald das Interesse an der Brennerautobahngesellschaft verlieren) und das große Geld direkt in die löchrige Staatskasse fliesst. Und wieder nimmt uns Italien einen Batzen Geld weg und die EsseVuPi schaut tatenlos zu.

    • yannis

      Einereiner,
      Wolltest Du nicht schreiben „die EsseVuPi schaut MACHTLOS zu ? weil sie absehen vom Renten-Selbstbedienungsladen den Italienern in Sachen politische Winkelzüge nicht nicht das Wasserreichen kann.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen