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Wohin geht Südtirol?

Wohin geht unser Land? Auf die Frage, wie sich Südtirol weiterentwickeln könnte, wurde bei einer Podiumsdiskussion in Prad versucht eine Antwort zu finden.

Im voll besetzten Nationalparkhaus Aqua Prad diskutierten namhafte Persönlichkeiten mit der Bevölkerung über ein aktuelles Thema in unserem Lande. Geladen hatte die Schützenkompanie Prad in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Schützenbund, welcher durch Landeskommandant Elmar Thaler am Podium vertreten war.

Elmar Thaler (SSB) brachte ein Zitat von Dieter Steger, in dem er im Landtagswahlkampf 2007 Italien schon als nahezu bankrott bezeichnet hatte. Seither, so Thaler, ist die italienische Staatsverschuldung um weitere 23 % angestiegen, und somit ist Italien heute erst recht ein Klotz am Bein. Südtirol sei nicht wegen Italien so stark, sondern trotz Italien. Dafür ausschlaggebend sei der Fleiß der einheimischen Bevölkerung.

„Für die Zukunft müssen wir alle Optionen offen halten“, forderte Benjamin Pixner von der Südtiroler Freiheit. Selbst befürworte er eine Rückkehr Südtirols zu Österreich. Besonders auch die doppelte Staatsbürgerschaft könnte einen besonderen Schutz bieten.

Wurzeln und Geschichte nicht vergessen

Der Clubchef der SVP im Südtiroler Landtag Dieter Steger sprach hingegen ausführlich vom sozialen Frieden, der auch für die Zukunft wichtig sei, und auch von der Tatsache, dass es ein bunteres Südtirol geben wird. Er mahnte an, nicht zu vergessen, wo die eigenen Wurzeln liegen, und diese selbstbewusst den Kindern weiterzugeben.

„Europa wird überrannt von Regierungschefs, von Banken und Konzernen, von illegalen Einwanderern, von globalen Gefahren“, so Ulli Mair (Freiheitliche) und legte den Schwerpunkt auf die Zuwanderungsfrage. Grobe Sicherheitslücken seien festzustellen. Diese Entwicklungen machen auch vor Südtirol nicht halt. Sie sprach auch die Kundgebung auf Sigmundskron vor 60 Jahren an. Was ist davon geblieben, stellte sie die Frage in die Runde. Es wurde damals nicht nur das Los von Trient verlangt, sondern auch das Los von Rom sowie die Selbstbestimmung. Die Autonomie sei eine Erfolgsgeschichte, aber sie kann noch nicht das Ende bedeuten.

Positive Stimmung für Tirol

„Die Autonomie ist damals der maximal mögliche Weg gewesen. Trotzdem muss man einsehen, dass es neue Fenster in der Geschichte geben kann“, so der langjährige Landeshauptmann von Tirol, Wendelin Weingartner. Er merkte an, dass die Stimmung für Tirol im Saal eine positive sei, wie er auch aus dem Applaus herausgehört habe. Er würde sich wünschen, dass dies auch in 30 Jahren noch so der Fall sei.

Auch Katalonien war ein Thema. Eine große katalanische Fahne bezeugte die Verbundenheit der Organisatoren zu den Katalanen. Unisono wurden die Gewaltexzesse von Seiten der spanischen Polizei gegenüber den demokratisch abstimmenden Katalanen scharf kritisiert, aber auch, wie die spanische Zentralregierung sowie die EU mit der katalanischen Volksgruppe in der derzeitigen Situation umgehe. Im Zusammenhang mit Katalonien wurde auch immer wieder die Wirtschaft in Spanien und Italien angesprochen. Hier merkte Weingartner an: „Wenn man sich zur Heimat bekennt, dann ist das nicht, weil es einem wirtschaftlich gut geht, sondern weil das Herz mitspielt.“

Benachteiligte Landbevölkerung?

Von Dieter Steger wurden die gute Bildungspolitik und die Unterstützung der Landgemeinden hervorgehoben. In den Wortmeldungen der Zuhörer wurde daran Kritik geübt. „Unsere jungen Leute gehen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz studieren und kommen nicht mehr nach Hause“, so eine besorgte Mutter. Ein weiterer Teilnehmer merkte an: „Wenn auch auf die Täler gesetzt wird, warum wird dann das Krankenhaus in Schlanders aufgegeben?“ Hier klinkte sich Ulli Mair ein und gab zu bedenken, dass deutsche Strukturen in den Tälern geschlossen werden. Auch mit der finanziellen Unterstützung und der Verteilung von Zuwanderern waren nicht alle zufrieden. So fügte ein Mann an: „Ein Altersheim wird den Pradern verwehrt. Haben die eingesessenen Prader weniger Rechte als jene Personen, die später ins Land kommen?“

Weiter gab es in den Wortmeldungen Kritik am Umgang mit den deutschen Ortsnamen. Die deutsche Sprache sei in vielen Bereichen nicht gleichberechtigt. Ein Teilnehmer zeigte Unverständnis dafür, dass von den ursprünglich zugesicherten 90% der Steuern mittlerweile nur mehr 83% nach Südtirol zurückkommen, wie auch Dieter Steger bestätigte. Und dies werde wohl weiter nach unten gehen.

Einsatz für die Zukunft unseres Landes

Was alle Teilnehmer einte, war die Erkenntnis, dass Südtirol alle Bereiche besser als Italien verwalten könnte. Wie der Weg zu einem unabhängigeren Südtirol führen kann, darüber gingen die Meinungen auseinander. Vom Ausbau der Autonomie über den Freistaat bis zur Rückkehr zu Österreich. Den Südtiroler Schützenbund, der sich wie keine andere Organisation mit der Zukunft Südtirols auseinandersetzt, freut es, dass die Bevölkerung sich um ihre Heimat sorgt und ihre Gedanken auch in die Zukunft richtet. In diesem Sinne werden die Schützen auch weiterhin für ihre Heimat Tirol eintreten.

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