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    „Böses Erwachen“

    „Böses Erwachen“

    Eva Klotz, die Grande Dame der Volkstumspolitik, kritisiert Hans Bergers „Gereare“ über das österreichische Grenzmanagement und sagt: „Der Senator spielt das kleine Kind, das beleidigt am Rockzipfel der Mutter zieht.“

    TAGESZEITUNG Online: Frau Klotz, SVP-Senator Hans Berger wundert sich, wo in der gegenwärtigen Diskussion um den Mauerbau am Brenner die Südtiroler Patrioten bleiben. Können Sie ihm eine Antwort geben?

    Eva Klotz: Das „Gereare“ von Hans Berger ist ein einziger Akt der Hilflosigkeit und eine Ablenkung vom eigenen Versagen in der Tirol-Politik.

    Wie meinen Sie das?

    Der SVP ist es in den letzten Jahrzehnten nur darum gegangen, Italien zu retten. Wir von der Süd-Tiroler Freiheit haben hingegen mit einer Plakataktion gefordert: „Wir sollen nicht Italien retten, sondern uns vor Italien retten.“ Die SVP hat uns und den Heimatbund nur belächelt und behauptet, sie seien die Realisten. Nun werden die SVP-Politiker Lügen gestraft. Ich bezweifle, dass all das, was ich im Landtag gepredigt habe, dem Berger total am Ohr vorbeigegangen ist. Hat er wirklich nie zugehört?

    Sie haben die jetzige Situation vorausgesehen?

    Die Zukunft Südtirols führt nicht, wie der Senator sagt, wieder über die Jöcher, sondern einzig über die Selbstbestimmung. Die SVP behauptete stets, dass die Grenzen nicht mehr existierten. Selbst unsere Forderung nach einer doppelten Staatsbürgerschaft wurde torpediert. Jetzt folgt das böse Erwachen aus diesem Traum.

    Haben Sie Verständnis für die österreichische Politik?

    Natürlich tut uns diese Haltung weh – wie sie jedem Tiroler wehtun muss. Aber es ist verständlich, dass Österreich seine Grenzen kontrolliert und schaut, wer ins Land einreist, nachdem überall, ob in Deutschland, Dänemark oder in Schweden, die Grenzen geschlossen wurden.

    Die Patrioten konnten dies auch nicht verhindern?

    Ich frage mich, was Hans Berger in den letzten Jahren in Rom geleistet hat, damit es nicht so weit kommen würde. Jetzt hergehen und anderen die Schuld zu geben, ist zu billig. Was hat der Senator gemacht, damit Italien endlich effektiv seine Grenzen kontrolliert? Er spielt lieber das kleine beleidigte Kind, das am Rockzipfel der Mutter zieht und sich beschwert, wie böse doch die anderen seien.

    Interview: Matthias Kofler

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