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    „Wie im Ostblock“

    „Wie im Ostblock“

    „Unterirdisch bauen wir Tunnels und überirdisch Mauern.“ SVP-Senator Hans Berger übt harsche Kritik am österreichischen Grenzmanagement – und greift Südtirols Patrioten, die Schützen und Eva Klotz an.

    Von Matthias Kofler

    Hans Berger schüttelt entschieden den Kopf: „Wo bleiben in der gegenwärtigen Diskussion um den Mauerbau am Brenner der Heimatbund, die Eva (Klotz), die Schützen und alle jene Patrioten, die immer für die Einheit Tirols gepredigt haben?“

    Der SVP-Senator zeigt kein Verständnis für das Vorhaben der österreichischen Bundesregierung, die Grenzen zu Südtirol zu schließen: Es könne nicht sein, dass das „Vaterland Österreich nach Ostblockmanier Grenzmauern errichtet“, so die harschen Worte von Hans Berger.

    Die Debatte über die österreichischen Grenzmanagementpläne erreicht eine neue Dimension. Bislang hat sich nur Landeshauptmann Arno Kompatscher entschieden gegen das Vorhaben geäußert und die SVP-Spitze hat weitestgehend zurückgehalten – es gab, wenn überhaupt, nur zarte Kritik an den Plänen von Werner Faymann und Co.

    Die Rechte im Landtag zeigte bisweilen sogar Verständnis für die österreichische Haltung: Immerhin versuche man damit, die Masseneinwanderung von Flüchtlingen in Europa einzudämmen, so ihre Version. 
Hans Berger ist erfahren genug, um die Gefahren der gegenwärtigen Politik richtig einzuschätzen.

    Der SVP-Senator sagt: „Genau dort, wo die Politiker Tirols und Europas vor zwei Jahrzehnten die Grenzbalken entfernt haben, baut nun unser Vaterland eine neue Mauer oder einen neuen Zaun auf. Auch nur die Vorrichtungen zum Einhängen des Zauns sind in meinen Augen nicht gerechtfertigt. Führt der Weg der Zukunft wieder über die Jöcher?“

    Gerade die Schützen und die rechten Parteien um Eva Klotz bekommen in der Kritik des ehemaligen Landesrates ihr Fett ab. Die österreichische Politik sei eine „Tat gegen ein Zusammenführen der Teile des historischen Tirols“, zeigt sich Hans Berger überzeugt.

    Auch aus wirtschaftlicher Sicht gebe es große Bedenken, was eine Schließung des Brennerpasses betrifft. Der Stau werde den Touristenfluss nach Südtirol einschränken und den Warenverkehr behindern. Österreichs Politik sollte sich aber bewusst sein, dass auch der Weg der Italiener nach Österreich beeinträchtigt werden wird.

    „Muss mit diesen Maßnahmen wirklich den Extremen politische Unterstützung gegeben werden?“, warnt der SVP-Senator. „Ist es Österreich wert, politisch isoliert zu werden?“ Wenn nur auf diese Weise Regierungsstärke bewiesen werden solle, sei es „sicher der falsche Weg“, meint Hans Berger.Unterirdisch bauen wir Tunnels und überirdisch Mauern. Ist dies denn der Preis des Präsidentschaftswahlkampfes? Viel sinnvoller wäre es doch wohl, wenn die Ressourcen bei der Mithilfe des Schutzes der Außengrenzen Europas, speziell im Süden, eingesetzt würden, als Schengen zu versenken und noch weiter ein Europa des Rückschrittes zur Nationalstaatlichkeit zu beschleunigen.“

    Der SVP-Senator hofft daher, „dass wir nach dem 22. Mai – dem Tag der Stichwahlen in Österreich – wieder gemäßigte Töne zu hören bekommen“.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (13)

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    • criticus

      Gleich vorweg, ich kann mir Van der Bellen als BP gut vorstellen und gehöre zu keiner Rechtspartei. Doch Sie Herr Berger machen es sich leicht: Sprechen von Rechtsrutsch und ausgerechnet Sie und die SVP war in den letzten Jahren nicht in der Lage die faschistischen Denkmäler zu entschärfen. Kommen Sie mir nicht mit der Ausrede vom Siegesdenkmal, dort ist die „Entschärfung“ im Keller gut versteckt. Bozen ist in Europa bezüglich dieser Denkmäler ein Unikum Europas. Ausgerechnet die SVP „paktelt“ mit den Parteien, die Verbrechern mehr Rechte gewähren als den Opfern. Mit diesen Gesetzen und der Hilfslosigkeit in der Bevölkerung treibt IHR die Leute nach rechts. Das ganze Theater um die Brennergrenze zeigt auch endlich, dass der SVP die Löhne aus Rom lieber sind. Endlich zeigt ihr euer wahres Gesicht! Dem italienischen Staat passt das ganze Spiel sowieso, jetzt werden sie Südtirol helfen, mit divide et impera.
      Euch römischen Politikern sollte man weniger bezahlen und mit diesen Geldern die wahren Kriegsflüchtlinge unterstützen.

    • franz

      Politiker mit der Doppelmoral die bei jeder Gelegenheit unsere Schutzmacht Österreich kritisieren um den Kommunisten in Rom in den Arsch zu kriechen wie unsere SVP ler und der Grüne Kronbichler vom SEL und wenn es Probleme mit Rom gibt ruft man natürlich die Freunde in Wien an, genau solche Arschkriecher treiben die Wähler nach rechts.
      Im Gegensatz zu den linken Kommunisten haben die Rechten Ideen wie man ihre Bürger schützt vor Kriminellen – Immigranten unkontrollierter Immigration Terroristen usw.
      Und so gesehen hat Österreich gemeinsam mit den Visegrad-Staaten vollkommen recht wenn sie ihre Grenzen und damit ihre Bürger schützt.
      Im Gegensatz zu den Kommunisten der Regierung Renzi mit Unterstützung von SVP/SEL die mit Gesetzten wie das “svuota carceri“ und den DL -Depenalizzazione kriminellen Immigranten völlige Straffreiheit garantiert und italienische Staatsbürger mit den selben Gesetzten zivilrechtlich massakriert bzw. mit Steuern massakriert. Dass die Kommunisten der Regierung Renzi die unkontrollierte Einwanderung verteidigt ist verständlich, ist es schließlich ein großes Geschäft. ( das nennt sich dann“ mafia capitale“ ) dabei geht es um viel Geld -Wählerstimmen-& Gefallen. Kein Wunder wenn Kammerpräsidentin meint wir brauchen 300/400 tausend Immigranten “’sonst sterben die Italiener aus“ 🙂
      http://www.ilfattoquotidiano.it/2014/12/02/mafia-capitale-buzzi-immigrati-si-fanno-soldi-droga/1245847/

    • einereiner

      Österreich isoliert sich nicht. Im Gegenteil, Österreichs Regierung ist auf einer Linie mit der Bevölkerung. Die Regierung von Deutschland hat sich mit Merkels Flüchtlingspolitik sehr von der Bevölkerung isoliert. Genauso wie die SVP-Oberen…der gemeine Südtiroler versteht sehr wohl, dass Österreich sehr gut daran tut, Rom zur Aufgabe des „einfach Durchwinkens“ zu zwingen.
      Deshalb nochmals Danke an Österreich, macht weiter so.
      Berger, bleib in Rom, da gehörst du hin. Südtirol braucht dich nicht mehr.

    • franz

      “Berger meint: Unterirdisch bauen wir Tunnels und überirdisch Mauern. Ist dies denn der Preis des Präsidentschaftswahlkampfes? Viel sinnvoller wäre es doch wohl, wenn die Ressourcen bei der Mithilfe des Schutzes der Außengrenzen Europas, speziell im Süden, eingesetzt würden, als Schengen zu versenken und noch weiter ein Europa des Rückschrittes zur Nationalstaatlichkeit zu beschleunigen.“(…..)
      Die EU hat bereits ein Abkommen ( Frau Wagenknecht nennt Flüchtlingspakt einen„schäbigen Deal“ .)
      mit den Antidemokraten Erdogan abgeschlossen um die Außengrenze zu sichern, und wir bezahlen dafür diesen Diktator 6000.000.000 € .
      Die Antwort Erdogans – Davutoglu wurde zurückgetreten und
      Erdogan meint : „Einige dich, mit wem du willst“ an die EU gerichtet.
      Erdogan der auf Journalisten schießen lässt bzw. sie ins Gefängnis steckt.
      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/tuerkei-frank-walter-steinmeier-pocht-auf-abkommen-nach-davutoglu-rueckzug-a-1091118.html
      De Maizière sagte, was am Brenner geschehe, liege „zuallererst und vordringlich“ in der Hand Italiens. Er teile die Auffassung Österreichs, dass nicht wieder eine „Politik des Durchwinkens“ gemacht werden dürfe, weil diese Flüchtlinge dazu bringen könne, sich auf den Weg in die EU zu machen.
      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/thomas-de-maiziere-setzt-italien-bei-brenner-kontrollen-unter-druck-a-1089932.html
      Merkel und der Linke-Schultz -Präsident des Europäischen Parlamentes sehen es natürlich ähnlich wie die linken Kommunisten in Rom.

    • kattla

      Do Senator mocht sichs widdo amo oanfoch! Tion di Schützn epas wernse kritisiert , tianse nicht genauso. i vosteh Öschtoreich schun, dassnse die Grenze zuition und bin anet do Meinung dassnse sich domit isoliern. Sie san jo net die oanzign und solong do groaßtoll fa die Migrantn weitagereist san ba ins, hot die SVP a nicht gsog und Italien zi meihra Obsichorung fa die Grenzn augeruifn, se getraudn se sich la ba Öschtoreich. Itz wo se segn dass olba meihra a ba ins do bleibm und die kloan Leit voängschtit san , bzw sich nimma Sicho wissn sanse dowochn und hom Ongscht ba do nägschtn Wohl widdo sich a Watsche zi houl!
      Sie solln sich endlich dozui bekenn die SVP ( zumindigscht die hoachn) dassnse nimma wek well fa Italien

    • yannis

      criticus
      7. Mai 2016 um 06:15

      Du sprichst mir aus dem Herzen ! Danke für den Beitrag.

      Aber auch den Beiträgen von @franz,@einereiner + @kattla ist nichts mehr hinzuzufügen.

    • franz

      . ( “ Winnetou der weiße mann spricht mit gespaltener Zunge“ )
      Meinte der LH am 06.05.2016 -20:00 auf “rai-südtirol“ Zur angekündigten Protest Aktion der ca 1000 – Anarchisten Chaoten Bleck Blocks illegalen Hausbesetzern, “ eine Deeskalation dürfte nicht funktionieren wenn wie angekündigt Hundertschaften von österreichischen Polizisten aufmarschieren. (……) ( Schuld sind also die österreichischen Polizisten ? )
      Heute 07.05.2016 findet er scharfe Worte für die Demonstranten am Brenner: „Wir brauchen euch Chaoten am Brenner nicht.“ Es brauche keine Demonstranten am Brenner, die nicht die Brennergrenze im Sinne hätten, sondern nur das Randalieren und das Beschädigen von fremdem Eigentum.“(……) Quelle stol.it.
      Und immerhin war sein Parteigenosse Achammer ( Lachhammer) bei der ersten Demo persönlich anwesend.!

    • benzinonapaloni

      Gutester Herr Senator,
      horizontal spritzt mir die Zähre aus dem Auge, wenn ich Ihre klagenden Worte lesen muss, was diese phösen Ösis glauben sich wieder erlauben zu können! Bauen doch glatt meterhohe Mauern und kilometerlange Zäune mit Selbstschussanlagen und was weiß Gott noch was! Wollen doch wirklich die Zuwanderung in ihr Land kontrollieren! Exakt selbiges, wie es die Angela Merkel schon lange in Kiefersfelden tut. Das ist wirklich zuviel! Degoutant! Quod licet Iovi, non licet bov!. Das ist unbotmäßig! Allerwertester, Sie haben natürlich absolut Recht in Ihrer Kritik!
      Aber nun im Ernst, gutester Herr Senator: Glauben Sie wirklich, dass wir ÖsterreicherInnen irgendeine Angst vor, wie Sie beliebten zu sagen, politischer Isolierung haben könnten? Wir haben die Türken, Napoleon, die Habsburger, die Nazis, die Russen, die EU Sanktionen und selbst Conchita Wurst überstanden. Meinen Sie nicht, dass uns solche „Drohungen“ durchaus am A…ch vorbeigehen könnten, mit einem warmen Lüftl?
      BTW: Nicht uninteressant, was Ihr Italien alles gegen unser Land einsetzt, vom Capo Schulz bis zum Juncker, von der Merkel bis zum Papst, um das Geschäftsmodell der Mafia (Schlepperei mit Weiterleitung nach Norden) nicht zu beeinträchtigen.
      Trotzdem liebe Grüße aus Nordtirol.

    • gredner

      Seit wann ist die Süd-Tiroler Freiheit eine rechte Partei?!? Sie setzen sich für die Sebstbestimmung ein, ebenso für Schwule und andere soziale Themen und sind gegen Nazis – alles typisch linke Themen. In ihrem Büro hängt sogar ein Bild von Che Guevara…
      Ich würde die STF eindeutig links einordnen.

    • morgenstern

      Kein Zweifel, manch italophilen Bloderer ist die Gehirnwäsche der römischen Schergen offensichtlich besonders gut bekommen.
      Zum Glück hat Wähler hat das perfide Spiel inzwischen längst durchschaut und gibt in Zukunft seine Stimme zu recht den politischen Gruppierungen die ihm den schwarzen Mopp vom Leibe halten.

    • wollpertinger

      Dass der Berger von sehr vielen Dingen sehr wenig bis gar nichts versteht, war eigentlich immer schon klar. Offensichtlich hat er auch keine Ahnung davon, was der Unterschied zwischen eine flüssigen Grenzkontrolle und einer Grenzsperrung nach DDR-Manier ist. Ich frage mich nur, warum er ab und zu (zum Glück sehr selten), den Mund auftut, um seine Unwissenheit öffentlich kundzutun?

    • meintag

      Der Wächter der Birnlücke spricht und erhofft sich monetäre Hilfe für sein Hotel indem jeder Vorbeiziehende von Ihm auf Staatskosten ausgerüstet wird. Könnte aber auch sein dass er den Schmuggel in die Gegenrichtung wieder enführen möchte.

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