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    Cannabis auf dem Balkon

    Cannabis auf dem Balkon

    Erlaubter Anbau von fünf Pflanzen, Legalisierung des Konsums. Auch in Südtirol startet kommende Woche die Unterschriftensammlung für eine Gesetzesinitiative zur Legalisierung von Cannabis.

    Von Thomas Vikoler

    „Die Repression hat versagt, es braucht endlich ein angemessenes Gesetz“.

    Das sagt der Trienter Rechtsanwalt Fabio Valcanover, der wieder einmal an seiner langjährigen Mission arbeitet: Die Legalisierung von Cannabis. Valcanover, ein Aktivist der Radikalen, war an der Ausarbeitung eines Gesetzesvorschlages beteiligt, für den nun italienweit Unterschriften gesammelt werden. Der dazugehörige Slogan: „Legalisieren wir Cannabis. Gegen den Schwarzmarkt, für einen legalen Markt“.

    Die notwendigen 50.000 Unterschriften soll bis Juli zusammenkommen, ab Montag liegen in den Rathäusern von Bozen, Meran, Brixen und Bruneck die Unterschriftenlisten auf. Falls sich Beglaubiger finden (Gemeinderäte, Landtagsabgeordnete, Notare und vom Landeshauptmann beauftragte Beamte), wird auch auf Straßenständen gesammelt. Parallel dazu läuft eine parlamentarische Initiative für eine Cannabis-Legalisierung, die auch von den Südtiroler Parlamentariern Luisa Gnecchi (PD), Francesco Palermo (PD/SVP) und Florian Kronbichler (SEL) unterzeichnet wurde. Einbringer ist der Unterstaatssekretär im Außenministerium Benedetto Della Vedova (Scelta Civica), ein ehemaliger Radikaler.

    Die Liberalisierung von Cannabis, eine historische Forderung der Post-1968er-Bewegung, ist inzwischen in westlichen Demokratien kein Tabu mehr. Der neue kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau kündigte im Dezember an, er wolle in seinem Land Cannabis innerhalb 2016 legalisieren. Mehrere amerikanische Bundesstaaten haben das bereits getan.

    In Italien gab es wiederholte Gesetzesvorschläge, die stets versandeten. Die nun gestartete Initiative, die von Organisationen wie Antigone und Forum Droghe unterstützt wird, setzt auf einen „verantwortungsvollen Umgang“ mit leichten Drogen.

    So steht im Gesetzesvorschlag an Justizminister Andrea Orlando, Bürger können sich in einem sogenannten Cannabis Social Club zusammenschließen, um gemeinsam den Anbau und Konsum zu betreiben. Einzelpersonen soll es erlaubt sein, zu Hause bis zu fünf Cannabis-Pflanzen zu ziehen – bis zu zehn mit entsprechender Mitteilung an die Behörden. Für kommerziell betriebenen Anbau braucht es eine Ermächtigung.

    Auf Cannabis-Produkte muss – ähnlich wie bei Zigaretten – eine warnende Aufschrift stehen. Nämlich: „Ein unverantwortlicher Konsum schadet der Gesundheit“. Im Bereich von Schulen ist Werbung für Cannabis enthaltende Waren verboten.

    Insgesamt soll der persönliche Konsum von Haschisch und Marihuana erlaubt und Personen, die wegen Verkaufs von geringen Mengen in Haft sind, enthaftet werden.

    Auch deshalb bemüht sich Anwalt Valcanover darum, dass Häftlinge der Gefängnisse von Bozen und Trient den Gesetzesvorschlag unterschreiben dürfen. Entsprechende Ansuchen an das Justizministerium und die Gefängnisverwaltung ist bereits gestellt worden.

     

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    Kommentare (9)

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    • andreas

      Jetzt werden sich die ganzen Kiffer aus Freude eine Tüte reinziehen und kommentieren, wie cool das wäre und wie schlimm Alkohol ist 🙂

    • anarchoseppl

      Wo sind die Unterschriftslisten in der Kleingemeinden? Dort gibt es Bauern, welche Felder für den Anbau haben und dank EU bzw. TIPP nicht mehr wissen, was damit anzufangen ist. (Milchpreis nach TTIP 10Cent?). Was will ein Städter mit seinem Balkon?

      Wir brauchen diese Wunderpflanze nicht nur für das Gemüt, sondern für die Herstellung von Speisen, Ölen, Gewändern, Isoliermaterialen, Papier, u.u.

      und für jene welche, die sich immer noch für Religion interressieren: In Anlehnung an die Offenbarung des Johannes (Vers 22,2 LUT) wird Hanf als healing of the nation, „Heilung der Völker“, bezeichnet.

      • franz

        “Wir brauchen diese Wunderpflanze nicht nur für das Gemüt “? 🙂
        Anarchisten sollten sich öfters mal den THC Gehalt im Blut messen lassen.
        Wenn man die subversiven Tätigkeiten von Anarchisten, den total verblödeten feigen vermummten Bleck Blocks und den illegalen Hausbesetzter von NO Border mit deren Anführer den schon mehrfach wegen illegaler Hausbesetzung verhafteten und aus Bologna ausgewiesenen Gianmarco De Piero vom Sozialzentrum Tpc Bologna, muss der THC Gehalt im Kopf bzw. im Blut ziemlich hoch sein.
        Die Auswirkungen bei Konsum solcher Drogen führen zu psychischen und physischen Störungen, wie man sieht.

        • dr.sativa

          Weil es ja so gefährlich ist findet es in der Medizin immer häufiger an verwendung!
          Naja manche sind noch von der alten Schule und können nur die Meinung vertreten die sie eingetrichtert bekommen. Für viele ist diese Pflanze ein Mittel zur linderung von Schmerzen. Epileptiker zum Beispiel verwenden den Wirkstoff um keine Anfälle mehr zu bekommen. Warum sich so gedanken über eine Pflanze machen? Eine Pflanze die noch kein Leben auf dem Gewissen hat? Hanf gab es schon immer nur 1960 wurde es in Europa verboten, weil Großkonzerne Hanf als starken Konkurenten sahen und ihn vernichten mussten. Naja für das 21. Jahrhunderts sind viele Menschen noch beschränkt 😉 Heutzutage weiss man von wissenschaftliche Tests, dass Cannabis weitaus ungefährlicher wie Zigarette, Alkohol, Antibiothika, Cola Zero und und und….. […..]….. ist! Auch finanziel würde es für Italien von bedeutung sein. In Colorado z.B wurden mehrere Millionen Dollar PRO MONAT eingenommen. 2016 sollen es schon 10MILLIONEN DOLLAR pro Monat sein und das nur vom einem Bundesstaat!

    • patrizio

      wo genau liegn de unterschriftnzettl auf? beim bürgerscholter?

      • snakeplisskien

        Nein, in der Eingangshalle des Hauses mit den schönen Gittern in der Dantestraße, Bozen. LOL

        Spaß beiseite, kann ich mich noch erinnern, als A. Tribus in den 70er Jahren für die Radikalen, am Eingang des alten Eisstadions im Rahmen eines Rockkonzertes, Unterschriften für die Liberalisierung gesammelt hat. Der 30-jährige Krieg ist wohl ein Klaks gegenüber diesen Kampf gewesen.

        @ Arnold: Da gab es zum Dank gefakte Marlboro Buttons mit der Aufschrift „20 class A joints“,

    • knez

      Ab welchen Alter werden die Unterschriften Akzeptiert?

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