Du befindest dich hier: Home » Chronik » Der Speed-Check-Wahn

    Der Speed-Check-Wahn

    Speed check box 97Inzwischen setzen fast 30 Südtiroler Gemeinden auf Speed-Check-Boxen. Ein Überblick.

    von Heinrich Schwarz

    Wo man früher aufheulende Motoren hörte, sind heute Bremslichter zu sehen. Dazu war keine Zauberei nötig – es reichten einfache orange Boxen am Straßenrand. Sogenannte Speed-Check-Boxen, bei denen man nie weiß, ob sie gerade ein Radargerät enthalten oder nicht. Diese Art der Abschreckung funktioniert bestens. Autos und Motorräder halten das Geschwindigkeitslimit ein, um keine Strafe zu riskieren. Einfache Verkehrsschilder sind in dieser Hinsicht – so zeigt es die Erfahrung – praktisch nutzlos. Dasselbe gilt für Schilder mit einer Blinkanlage, die im Ortsbild eher stören.

    Als die  im Oktober 2015 – also vor einem halben Jahr – über die „Speed Check“-Euphorie schrieb, hatten sechs Südtiroler Gemeinden die orangen Boxen aufgestellt: Bozen, Welschnofen, St. Ulrich, Percha, Schluderns und St. Leonhard in Passeier.

    Die Euphorie über die Speed-Check-Boxen ist längst nicht verflogen. Inzwischen sind es 27 Gemeinden, die auf die modernen Geschwindigkeitskontrollen zurückgreifen. In den einen Gemeinden stehen die Boxen bereits – in anderen steht zumindest schon der Beschluss zum Ankauf.

    Werden die Boxen auf einer Staats- oder Landesstraße aufgestellt, müssen sie zuvor von der Landesabteilung Straßendienst genehmigt werden. Wie der Direktor im Mobilitätsressort des Landes, Valentino Pagani, auf Anfrage mitteilt, sind mit Stand 4. April 20 Gemeinden betroffen: Deutschnofen, Kaltern, Karneid, Kastelruth, Klausen, Neumarkt, Laas, Marling, Partschins, Percha, Pfalzen, Schlanders, Schluderns, St. Leonhard in Passeier, St. Martin in Passeier, St. Ulrich in Gröden, Terlan, Vahrn, Völs am Schlern und Welschnofen. Insgesamt 47 Speed-Check-Boxen wurden vom Land genehmigt. In den Gemeinden Kaltern, Kastelruth und Klausen gibt es eine zeitliche Begrenzung.

    Hinzu kommen mindestens sieben weitere Gemeinden, die auf die orangen Boxen setzen, diese aber – zumindest bisher – nicht vom Land genehmigen lassen mussten. Dazu gehören Meran, Lana, Gargazon, Bozen, Auer, St. Lorenzen und Bruneck.

    Absoluter Spitzenreiter bei den Speed-Check-Boxen ist Meran. Dort stehen seit kurzem 18 Stück. Für die einen ist dies absolut notwendig – die anderen betrachten es nur noch als übertriebene Geldmacherei. Allein auf der Straße nach Schenna begegnet man innerhalb weniger Sekunden gleich drei orangen Boxen.

    stz2014 (Page 1)

    Clip to Evernote

    Kommentare (7)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • morgenstern

      Argumentiert wird mit der Sicherheit. In Wirklichkeit geht es darum, den aufgeblasenen Verwaltungsapparat in den betroffenen Gemeinden mit zu finanzieren.

      • zusagen

        ein aufgeblasener Verwaltungsapparat ist noch lange kein Grund sich wie ein Rowdy aufzuführen und Gesundheit und Leben der dort lebenden Bevölkerung in Gefahr zu bringen. Jeder halbwegs verantwortungsbewussten Person sollte das bewußt sein. Wenn auch du es nicht bist, ein Bürgermeister hat diese Verantwortung zu tragen.

      • gredner

        Nein morgenstern, diese Boxen kosten mehr als sie einbringen. Es geht hierbei wirklich nur um die Sicherheit.

    • franz

      Absoluter Spitzenreiter bei den Speed-Check-Boxen ist Meran (…….)
      Logisch Priorität von Bürgermeister Rösch ist, seine Bürge mit diesen Speed-Check-Boxen bzw. mit Parkstrafzettel zu massakrieren, schließlich braucht er ja viel Geld für seine schwarzen Freunde-Gäste, die vor jeden Geschäft stehen und die Bürger mit betteln belästigen.( Wirtschaftsflüchtlinge-Clandestini die auf Kosten des Steuerzahlers 35 € / Tag und Mann, bei voller Verpflegung in Hotels oder andern Unterkünften leben
      Oder vermutlichen Jihadisten “den 4 Polli“ eine Wohnung zum 0 Tarif zu geben.
      Ganz im Sinne der linken Komunisten und grünen Allesverhinderern.

    • rablander

      Ich hoffe, dass diese Boxen in Rabland endlich kommen. Wer glaubt er muss mit 70 oder mehr kmh durch unser Dorf brettern kann auch zahlen.

    • kleiner_mann

      Die Boxen lassen sich so herrlich besprühen, in orange oder schwarz. Die Polizei merkt das nicht mal. Neuerdings gibt es Sprays mit nichtlösbarer Farbe.

    • zusagen

      ein aufgeblasener Verwaltungsapparat ist noch lange kein Grund sich wie ein Rowdy aufzuführen und Gesundheit und Leben der Bevölkerung in Gefahr zu bringen. Jeder halbwegs verantwortungsbewussten Person leuchtet das ein. Wenn auch du nichts davon hältst, ein Bürgermeister hat diese Verantwortung zu tragen

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen