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    „In die Luft katapultiert“

    Der zerstörte BMW von G. G., Hans Kammerlander

    Der zerstörte BMW von G. G., Hans Kammerlander

    Der Horror-Crash von Uttenheim: Hans Kammerlander hat mit seinem jüngsten Interview alte Wunden aufgerissen. Nun reden erstmals zwei Frauen, die in einem der Unfallwagen gesessen haben.

    von Artur Oberhofer

    Er wollte mit seinem Interview einen Schlussstrich ziehen.

    Hans Kammerlander hat im Gespräch mit dem Magazin „1890″ der Allianz-Versicherung (das auch von der TAGESZEITUNG übernommen wurde) vom „größten Fehler“ seines Lebens gesprochen. Er sagte aber auch, dass er nicht alleine schuld sei.

    Wörtlich sagte der ehemalige Extrembergsteiger:

    „Es sind viele Fehler gemacht worden in dieser Nacht, nicht nur von mir. Mehrere Autos haben die Sicherheitsabstände damals nicht eingehalten. Ein Auto fuhr wie ich zu weit in der Mitte. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will mich nicht rausreden: Meine Schuld waren die 1,48 Promille. Diese Schuld ist da. Diesen Fehler hätte ich nicht begehen dürfen.“

    Mit diesen Aussagen hat Hans Kammerlander bei zwei Frauen, die damals in einem der Unfallautos gesessen haben, alte Wunden aufgerissen.

    Zweieinhalb Jahre lang haben G. G. und E. M. geschwiegen.

    Nun brechen die beiden Frauen ihr Schweigen – in der TAGESZEITUNG.

    Die beiden Frauen waren am Dienstag, 26. November 2013 in einem 1er-BMW von Bruneck Richtung Sand in Taufers unterwegs.

    „Wir waren zum Abendessen in Sand in Taufers eingeladen“, erzählt G. G.

    Kurz vor 19.00 Uhr fahren sie durch das Ortszentrum von Uttenheim. „Wir sind perfekt in der Zeit“, sagt die Beifahrerin E. M. zu ihrer Freundin, als diese auf die berühmt-berüchtigte Uttenheimer Länge einbiegt.

    G. G. ist an jenem November-Abend nicht schnell unterwegs. Mit 70 km/h, so stellen später die verkehrstechnischen Gutachter fest.

    Sekunden später passiert das Unfassbare!

    Ein schrecklicher Verkehrsunfall, bei dem ein junger Mann aus dem Ahrntal sein Leben verliert. G. G. und E. M. wissen: Sie hatten einen großen Schutzengel, Riesenglück! Sie hätten an jenem dramatischen Novemberabend genauso tot sein können wie der arme René Eppacher aus Rein in Taufers.

    Das Protokoll der Tragödie:

    G. G. fährt auf den Uttenheimer Länge hinter einem roten Suzuki-Jeep her. Es ist bereits finster. Aus der Gegenrichtung kommt ein Auto entgegen – und es kracht gewaltig.

    G. G. erinnert sich:

    „Ich sah diese zwei Lichter auf uns zukommen, dann die Funken, die flogen, als der Wagen den vor uns fahrenden Suzuki gestreift hat. Und dann hat es einen gewaltigen Tusch getan. Es ging drunter und drüber. Unser BMW wurde in die Luft katapultiert, wir landeten mit dem Dach auf dem Dach eines hinter uns fahrenden Audi, dann kullerte unser Wagen herunter und kam zwischen Straße und Wiese auf den Rädern wieder zum Stehen. Mit der Frontpartie taleinwärts.“

    Als Minuten später die Männer der Feuerwehr die verkeilten Türen des BMW wegreißen und G. G. und E. M. aus ihrem Blechgefängnis befreien, sehen die beiden Frauen, wie ein junger Mann in einem Notzelt reanimiert wird.

    Später erfahren sie: Es ist René Eppacher, der 21-Jährige aus Rein, der diesen Horror-Crash nicht überleben wird.

    Und sie erfahren, dass insgesamt fünf Autos in den Unfall verwickelt waren.

    Noch ahnen die beiden Frauen nicht, dass sich unter den Unfallopfern ein prominenter Südtiroler befindet: der Extrembergsteiger Hans Kammerlander.

    Im Exklusivinterview mit der TAGESZEITUNG erzählen G. G. und E. M.:

    • Was an jenem tragischen November-Tag in der Ersten Hilfe des Brunecker Krankenhauses passiert ist;
    • Warum sie sich als Patientinnen/Unfallopfer zweiter Klasse gefühlt haben;
    • Warum sie sich geärgert haben, dass – obwohl ein junger Mann gestorben war – sich alles nur um das Knie von Hans Kammerlander drehte.
    • Die beiden Frauen werfen Hans Kammerlander außerdem vor: Er habe sich in zweieinhalb Jahren nie gemeldet, geschweige denn entschuldigt:
    • G. G. und E. M. kritisieren den Extrembergsteiger, weil er nach wie vor Schuld auf andere Unfallopfer abwälze, obwohl das Gericht klar die Verantwortung von Hans Kammerlander festgestellt habe.

    LESEN SIE DIESE ERGREIFENDE REPORTAGE AM SAMSTAG IN DER TAGESZEITUNG.

     

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    Kommentare (2)

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    • einereiner

      Kammerlander und Sigi Pircher würde ein mehrjähriger Auslandsaufenthalt ganz gut tun. Zum Beispiel Timbuktu, Antarktis oder sonst ein Ort mit der Gelegenheit viel viel Nachzudenken.

    • ….Es sind viele Fehler gemacht worden in dieser Nacht, nicht nur von mir. Mehrere Autos haben die Sicherheitsabstände damals nicht eingehalten. Ein Auto fuhr wie ich zu weit in der Mitte…

      Klar Herr Kammerlander, immer sind die anderen Schuld, immer lügen die anderen, nur die anderen verleumden sie usw. usw.

      So wird das nie was mit ihrer Rehabilitation, sie gießen immer noch mehr Öl ins Feuer! schämen sie sich!!!

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