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    „Die Nase voll“

    spritzDer Landtag hat in einer Nachtsitzung das Landesgesetz, das die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln regelt, verabschiedet.

    In einer Nachsitzung hat der Landtag zunächst den Landesgesetzentwurf Nr. 74/16: Bestimmungen auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes (vorgelegt von der Landesregierung auf Vorschlag des Landesrates Schuler) behandelt.

    Mit dem Gesetzentwurf soll eine neue, zusammenfassende Regelung zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln geschaffen werden: Abstände, Zeiten, Sanktionen, Zuständigkeit der Gemeinden u.a.
    Zum Gesetzentwurf hat Riccardo Dello Sbarba einen Minderheitenbericht vorgelegt.
    In der Generaldebatte meldete sich niemand zu Wort.

    SchulerLR Arnold Schuler erinnerte daran, dass bis vor hundert Jahren auch in Europa noch da und dort Hungersnot herrschte, in Irland z.B. aufgrund einer Krankheit der Kartoffel.

    Heute seien Lebensmittel in einem ausreichenden Maß vorhanden, so günstig und so sicher wie nie zuvor. Es sei eine Utopie, zu glauben, dies ginge ohne Pflanzenschutz. Der Mensch habe immer schon versucht, seinen Anbau vor Schädlingen zu schützen. Heute sei Südtirol Vorreiter im integrierten Obstanbau in Europa. Schon seit Jahrzehnten würden sanfte Methoden eingesetzt.

    Auch die Pflanzenschutzmittel seien viel sicherer geworden, es vergingen zehn Jahre an Tests, bis eines zugelassen werde.

    Den Abstand zum Einsatzgebiet habe man nach wissenschaftlichen Erkenntnissen festgelegt. Kaum ein Bereich in der Lebensmittelproduktion werde so gut kontrolliert wie der Obstbau. Kaum Kontrolle gebe es im privaten Bereich, der laut Schätzungen 17 Prozent der Menge ausmache.

    Auch im öffentlichen Bereich gehe man so vor, wie es in der Landwirtschaft nie zugelassen werde. So würde z.B. empfohlen, Mittel gegen die Tigermücke direkt ins Wasser zu geben. Auch bei den städtischen Alleen würden die Bäume nicht mit Weihwasser geschützt, und da rede niemand davon. Wenn man den nationalen Aktionsplan eins zu eins umsetzen würde, dann müsste man die Straße für Tage sperren.

    Hier gebe es entweder die Null-Lösung, die niemand wolle, oder die Bio-Lösung, die nicht funktionieren würde.

    Er habe die Nase voll, dass man immer nur mit dem Finger auf die Landwirtschaft zeige. Südtirol habe als erste Region Italiens den Aktionsplan umgesetzt, als man in Mals noch von einem Pestizidverbot geredet habe und nicht von einer Abstandsregelung. Zu letzterem sei es erst gekommen, als man gesehen habe, dass ein Verbot nicht umsetzbar sei. In Mals habe man, gestützt auf den Aktionsplan, einen Abstand von 50 Metern festgelegt, aber eine Ausnahme für die Biomittel gemacht.

    Der nationale Aktionsplan sehe dagegen auch einen Abstand für gewisse Biomittel vor. Das vorliegende Gesetz sei nicht für Mals, sondern für alle Südtiroler Gemeinden.

    Das sind die Tagesordnungen, die zum Gesetzentwurf eingereicht wurden:

    Paul Köllensperger (5 Sterne Bewegung) forderte ein Verbot von Herbiziden (glyphosathaltige Produkte) auf allen öffentlichen Flächen und durch öffentliche Einrichtungen. Das genannte Produkt werde von Forschungseinrichtungen als krebserregend eingestuft und sei in vielen Ländern bereits verboten.
    Walter Blaas (Freiheitliche) bestätigte die Toxizität des Produkts, es hinterlasse einen braunen Streifen im Gras. In Brixen habe man darauf verzichtet. Der Antrag überschreite aber die Zuständigkeiten des Landtags, der den Gemeinden hier keine Vorschriften machen dürfe.
    Auch Andreas Pöder (BürgerUnion) teilte diesen Einwand. Ihm sei gesagt worden, dass Glyphosat erst in hohen Dosen krebserregend sei. Wenn man es unterbinden könne, dann solle man dies aber tun.
    Riccardo Dello Sbarba (Grüne) unterstützte die Tagesordnung. Dieselbe Forderung sei übrigens bereits einmal vom Landtag angenommen worden.
    Der Antrag bringe keine neue Forderung, sondern wolle das Verbot in der Durchführungsverordnung zum Gesetz verankern, erklärte Paul Köllensperger.

    LR Arnold Schuler stimmte den Argumenten von Blaas zu. Derzeit stehe die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat an. Die europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit stufe das Mittel derzeit nicht als krebserregend ein, auch nicht das deutsche Institut für Risikobewertung, wohl aber die WHO, die das Mittel aber in seiner maximalen Dosierung geprüft habe, nicht im normalen Einsatz.

    Bei einer solchen Methode würden auch Alkohol und Kaffee und vieles andere als krebserregend gelten. Die Einstufung stehe aber der Wissenschaft zu, nicht der Politik. Daher sollte man das Brüsseler Verfahren abwarten, dieses entscheide über Zulassung oder Verbot.
    Die Tagesordnung wurde mit 12 Ja und 17 Nein abgelehnt.

    Paul Köllensperger forderte auch Fördermaßnahmen zur Ökologisierung der Landwirtschaft: Förderung des Umstiegs auf ökologische Landwirtschaft, die Übernahme der hohen Kontrollkosten für Biolandwirtschaft, stärkere Förderung des Bio-Verbandswesens sowie Beratung und Weiterbildung im Biolandbau.

    Hans Heiss (Grüne) unterstützte die Tagesordnung. Er warnte LR Schuler davor, der Wissenschaft allzu viel zu glauben. Forschungsinstitute seien oft von ihren Förderern abhängig.
    Der Meinung war auch Pius Leitner (Freiheitliche). Auch viele Warnungen von ökologischen Wissenschaftlern hätten sich nicht bewahrheitet. Er fragte, wie die derzeitige Förderung aussehe.

    Auch die Wissenschaftler seien sich nicht immer einig, erklärte LR Schuler. Die europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit habe einmal Applaus für eine negative Einstufung bekommen, aus derselben Ecke, die sie jetzt wegen Glyphosat auspfeife. Ein Bauer denke in Generationen und werde nichts tun, was nach seinem Wissensstand seine Lebensgrundlage gefährde. Schuler verwahrte sich gegen den Vorwurf, dass man die Profitmaximierung fördere, die Nachhaltigkeit rücke immer mehr in den Mittelpunkt. Südtirol würde so viele Touristen anziehen, gerade weil die Bauern die Landschaft so gut erhalten hätten. Im ländlichen Entwicklungsplan seien weitere Mittel für die Biolandwirtschaft vorgesehen, für den Umstieg wie für die Erhaltung. Die Kontrollen würden wegen des Verwaltungsaufwands nicht mehr finanziert, dafür habe man die Flächenprämien erhöht. Der Erhöhung der Förderung von Beratung und Weiterbildung könne er zustimmen.

    Die ersten Punkte der Tagesordnung wurden abgelehnt, der letzte Punkt angenommen.

    Artikeldebatte

    Art. 1 betrifft den Pflanzenschutzdienst des Landes.
    Riccardo Dello Sbarba forderte eine Ansiedlung bei einem unabhängigeren Ressort, etwa beim Umweltschutz, und nicht bei der Landwirtschaft. Fast alle Bestimmungen zu diesem Punkt beträfen die Landwirtschaft, antwortete LR Arnold Schuler.
    Der Artikel wurde bei 5 Enthaltungen genehmigt.

    Art. 2 zur Bekämpfung der Verbreitung von Schadorganismen wurde ohne Debatte genehmigt.

    OK-serie DELLO SBARBA landtagArt. 3 betrifft den Bienenschutz.
    Riccardo Dello Sbarba forderte gemäß dem EU-Vorsorgeprinzip, dass auf Mittel verboten werden, die noch von den zuständigen Behörden untersucht werden. Außerdem sollten nicht chemische Mittel und biologische Methoden gefördert werden. Südtirol sei die einzige Provinz in Italien, die auch einen Verbotszeitraum vorsehe, erklärte LR Schuler. Die Zulassung eines Mittels sei sehr aufwendig, und dabei werde eigens auch die Auswirkung auf die Bienen geprüft. Gemäß Dello Sbarbas Antrag müsste man jedes Mittel suspendieren, gegen das gerade ein Kontrollantrag gerichtet werde.
    Die Änderungsanträge wurden abgelehnt.
    Der Artikel wurde mit 21 Ja und 6 Enthaltungen genehmigt.

    Art. 4, 5 und 6 wurden ohne Debatte genehmigt.

    Art. 7 betrifft die nachhaltige Verwendung von Pestiziden.

    Paul Köllensperger forderte das Verbot von Mitteln, die als karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch eingestuft sind, auf allen öffentlichen Flächen. Er kritisierte auch die Ablehnung seiner entsprechenden Tagesordnung, die die Umsetzung eines Antrags einforderte, den der Landtag bereits beschlossen hatte. Riccardo Dello Sbarba wollte den Bürgermeistern die Möglichkeit einräumen, bei besonderen Bedingungen zusätzliche Einschränkungen zu verfügen.

    Damit könnte Mals das umsetzen, was es seinen Bürgern versprochen habe. Ebenso sollten die Gemeinden vom Land jederzeit außerordentliche Kontrollen anfordern und besonders schutzwürdige Gebiete ausweisen können, falls sich die normalen Schutzmaßnahmen als ungenügend erwiesen.

    Paul Köllensperger

    Paul Köllensperger

    Der Entwurf sehe eine Regelung im Einvernehmen mit dem Rat der Gemeinden vor, um Wildwuchs zu vermeiden, antwortete LR Arnold Schuler. Mals wolle z.B. auch die Beschaffenheit eines Sprühgeräts festlegen, und dies könne nicht eine einzelne Gemeinde tun. Die EU habe Glyphosat nicht als karzinogen eingestuft, Köllenspergers Antrag würde daher ins Leere gehen.

    Die Änderungsanträge von Köllensperger und Dello Sbarba wurden abgelehnt. Angenommen wurde ein Antrag von LR Stocker über zusätzliche Regelungen durch die Landesregierung zur Vermeidung von Schäden an Mensch, Tier und Sachen.

    Riccardo Dello Sbarba erinnerte an eine Verordnung der Landesregierung zu den Abständen, die den Gemeinden weitgehende Autonomie einräumte. Was im ganzen Land gleich sein müsse, sei die Verhinderung der Abdrift in der Nähe der Menschen.
    Der Artikel wurde mit 24 Ja, 3 Nein bei 3 Enthaltungen genehmigt.

    Art. 8 regelt die Überwachung und wurde mit 23 Ja und 7 Enthaltungen genehmigt.

    Art. 9 regelt die Verwaltungsstrafen.
    Riccardo Dello Sbarba bemerkte, dass vor allem die Mindeststrafen viel niedriger seien als sie der Staat vorsehe. Der Rat der Gemeinden fordere, die Differenz zwischen Höchst- und Mindestmaß zu verringern, sonst werde den Bürgermeistern, die die Strafen verhängten leicht Willkür vorgeworfen. Zumindest bei den schlimmsten Vergehen sollten die staatlichen Vorgaben übernommen werden.

    Im Wiederholungsfalle sollte die Ermächtigung bis zu 6 Monate entzogen werden, wie es der staatliche Aktionsplan vorsehe. Sanierungskosten müssten den Zuwiderhandelnden angelastet werden. Die Strafen sollten nicht vom Bürgermeister, sondern von der Landesumweltagentur verhängt werden, aber den Gemeinden zugute kommen. Über diese Strafen sei im Landtag bereits vor einem Jahr diskutiert worden, antwortete LR Schuler, dies brauche man nicht neu aufrollen. Ein Entzug des Befähigungsausweises würde es dem Bauern verbieten, seine Pflanzen zu schützen. Schuler sprach sich auch gegen die anderen vorgeschlagenen Änderungen aus, die allesamt abgelehnt wurden.
    Der Artikel wurde mit 25 Ja, 4 Nein und 2 Enthaltungen genehmigt.

    Die Art. 10 bis 12 wurden ohne Debatte genehmigt.

    Erklärungen zur Stimmabgabe

    Das Gesetz hätte die Situation verbessern können, erklärte Riccardo Dello Sbarba (Grüne), aber man sei nicht bereit, den Gemeinden mehr Autonomie einzuräumen und mit Mals Frieden zu schließen. Dies sei eine kurzsichtige Entscheidung, gegen die er stimmen werde.

    Sigmar Stocker (Freiheitliche) zitierte den “Landwirt”, der die Biolandwirtschaft als wichtig einschätzte, aber auch ein friedliches Nebeneinander forderte. Man solle den Landwirten Zeit lassen und sie nicht gegeneinander aufhetzen. Auch der Imkerbund suche die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Stocker lud die Abgeordneten ein, einen der beiden Sprühgerätehersteller in Terlan zu besuchen, die sich um Geräte bemühten, die Abdrift vermeiden würden. Mals habe eine wichtige Diskussion angefacht, aber es sollte sich nicht von den Grünen vereinnahmen lassen. Seine Fraktion werde für dieses Gesetz stimmen.

    Mals war vielleicht der Herzschrittmacher dieser Diskussion, und das sei positiv, meinte Walter Blaas (F). Man sollte aber nicht die Bauern in gute und schlechte einteilen. Inzwischen sei vieles unternommen worden, von allen Seiten, um die Situation zu verbessern. Es sei ein anwendbares Gesetz geworden, aber die Gemeindeautonomie werde nicht respektiert. Dennoch werde er dem Gesetz zustimmen.

    Ein enttäuschendes Gesetz, befand Paul Köllensperger (5 Sterne Bewegung). Besonders kritisierte er, dass die Landesregierung nicht gewillt sei, einen Landtagsbeschluss zu befolgen.

    Brigitte Foppa (Grüne) kritisierte Schulers Vergleiche zwischen Landwirtschaft und öffentlichem Grün.

     

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    Kommentare (19)

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    • franzbach

      Ich habe auch die Nase gestrichen voll, und zwar von Arnold Schuler. Einfach enttäuschend der Mann. Ein Hoffnungsträger als Abgeordneter und jetzt als Landesrat eine totale Niete

    • markusgufler

      Nehmen wir das Beispiel von Glyphosat-Rückständen die in Bier gefunden wurde. Die Titelzeilen wurden natürlich so formuliert dass das jeweilige Medium Auflage und Umsatz damit macht. Dass die Journalisten aber wenig Ahnung von Physik und Chemie haben zeigt sich wenn man nachdenkt wie viel Liter Bier ein einziger Mensch an einem einzigen Tag trinken müsste um eine kritische Menge an Glyphosat aufzunehmen: 1000 Liter

      Es dürfte klar sein, dass bereits bei weniger als 1% dieser Bier-Menge Glyphosat das kleinste Problem für diese Person ist.

      Es ist einfach so, dass durch den Fortschritt in der Messtechnik inzwischen allerkleinste Mengen an Rückständen nachgewiesen werden können. Das taugt prima für ein paar tolle Schlagzeilen und für die Hysteriker.

      Allen Klugscheißern sei einmal empfohlen sich einmal selbst auf ca. 10×10 Quadratmetern Getreide anzubauen. Wenn man es mehrmals im Jahr schafft zwischen Weizen und Roggen alles Unkraut von Hand auszureißen ohne dabei die Getreide-Halme kaputt zu machen, hat man gerade genug Körner um zwei Personen ein halbes Jahr lang mit Brot zu versorgen. Das aber nur wenn keine Schädlinge oder Pilze einen Strich durch die Rechnung machen.

      Der Bauer der den Weizen produziert (es sind ungefähr 500 kg auf diesen 10×10 m²) bekommt dafür aktuell nur 75 Euro und muss damit zuerst mal seine Produktionskosten bezahlen. Wer wagt noch etwas über Mindestlohn zu sagen, wenn man für deutlich weniger als 75 Euro im Jahr die 10×10 Quadratmeter jäten muss. Oder wer wäre im Gegenzug bereit für ein Brötchen nicht 50 Cent sondern 5 Euro zu bezahlen? …vielleicht die Obervinschger, weil die scheinen mir von ihrer Sache ja sehr überzeugt und sind sich sicher auch aller Konsequenzen bewusst.

      • meintag

        Willst du uns damit erklären dass in Südtirol vorwiegend Weizen und Roggen angebaut wird? Ich schätze dass wie in den vergangenen Zeiten vorwiegend im Obstbau Pestizide eingesetzt werden obwohl der Apfel auf dem Baum wächst. Die Pestzide der Baum zwar nicht direkt aufnimmt aber Teile davon und diese werden wiederum an den Apfel weitergegeben.

        • markusgufler

          @meintag, nein will ich natürlich nicht, aber mit etwas gutem Willen könntest auch um die Ecken deiner Scheuklappen sehen:
          Ich habe zuerst ja als Beispiel das Glyphosat im Bier erwähnt. Das wird auch und hauptsächlich im Getreideanbau verwendet. Oder glaubst Du Bier wird aus Apfelpatsch gemacht?

          Versuch doch einfach mal etwas Getreide anzubauen und nur mit Hand, Harke und ein paar Stoßgebeten durch die Saison zu bringen. Ich wette danach wärst Du bereit 5 Euro für jedes Brötchen zu bezahlen – und dann wären GANZ sicher auch viel mehr Bauern bereit entsprechend zu produzieren.
          Die gscheiden Malser mit dem Videofilmer machen sichs leichter und stempeln die Bauern als Giftspritzer ab. Sprich: jemand anderes hat Schuld.
          Gleichzeitig versäumen sie es aber selbst nur mehr 100% Bio zu kaufen, genau so wie sie es vor der eigenen Haustür haben wollen. Für mich ist das genauso verlogen und stumpfsinnig wie wenn man in Europa Jugendarbeitslosigkeit verbietet und dann die 5 Euro T-shirts aus Bangladesh kauft. Die Malser sind um keinen halben Millimeter besser… leider!

          • meintag

            War da nicht letztes Jahr in der Heimatgemeinde von Schuler ein Fischsterben. Fische reagieren auf kleinste Teile von Kaliumcyanid welches in Pestiziden verwendet wird. Übrigends für dich, wurde vor 70 Jahren auch unter dem Namen Zyclon B in Auschwitz verwendet. Wenn du in Geschichte anwesend warst weisst du wovon ich spreche. Übrigends trinke ich weder Wein noch Bier. Auch Brot esse ich nur in Massen weil ich deren Anbau kenne.

            • markusgufler

              In Plaus war das aber nicht „kleinste Teile“ sondern jemand hat das Zeug literweise (und wohl bewusst) in den Bach gekippt. Erst dadurch ist es zu dem Fischsterben gekommen.
              Das sind dann übrigens echte „Massen“ und nicht wie beim Brot, das Du wohl eher in „Maßen“ wirst. 😉

              Die Menge macht das Gift. Die gesetzlichen Grenzwerte und Bestimmungen wie jene von Agrios sollten dafür sorgen, dass der Wirkstoff zu den billig-Lebensmitteln führt, die sich alle erwarten, ohne als Umweltgift spürbar zu werden.

    • rota

      Selten so viel Mist in konzentrierter Form präsentiert:
      Glyphosathaltige Pestizide wurden 4 Jahre lang nach gängigem Zulasungsverfahren geprüft und für unbedenklich bewertet. Glyphosat zerfällt aber erst nach ca 7-8 Jahren und unter dessen Methaboliten befinden sich sehr stark Krebs und Leukämie erregende Substanzen.
      Zum Ausbruch dieser Krankheiten braucht es keine gesetzlich definierte gefährliche Mindestmenge, es reichen wenige Moleküle in ppm Größenordnung.
      Die Kombination mit anderen Mittel, Blattdünger, Antimikotika, Antibiotika verändern auch deren Wirkungsweise und Intensität. Dies wird aber nicht geprüft. Krankheitsbilder könne somit sehr zeitverzögert, bis zu 20 Jahre , und erst in der zukünftigen Generation auf Grund auch geschädigter Erbanlagen auftreten.
      Glyphosat ist mittlerweile ein Unkrautförderungsmittel, über 25 Unkräuter sind gegen Glyphosat resistent und wachsen ohne natürliche Mitzehrer uneingeschränkt.
      Der durchschnittliche weltweite Weizenertrag pro ha überschreitet nicht 3t, Höchsterträge in DE liegen zwischen 7-9t/ha dies bedeutet nach Adem Riese:30kg/100qm bzw 70-90kg100m².

      Nun bin ich selbst auch kein Experte, aber was hier vor mir geschrieben wurde, entbehrt jeglichem Basis Wissen und Wahrheit.

      • markusgufler

        D.h. weil man den gesetzlichen Grenzwerten nicht glauben will verbietet man es den Bauern einfach grundsätzlich. Ich wäre zwar eher dafür dass man sich auf die Grenzwerte verlassen kann und wenn sie nicht stimmen angepasst werden, aber wenn die Malser (bzw. Bürger) das gerne radikaler wollen, dann soll mir das auch recht sein. Übrigens, ich hab ein Abo beim Biokistl und das kostet mich 1300 Euro im Jahr.
        Unpassend finde ich es aber, wenn die das Gift nur nicht vor der eigenen Haustür haben wollen, selbst dann aber nur zum relativ kleinen Teil Bio kaufen. Das bedeutet nichts anderes, als die Pestizide auf andere abzuwälzen.

        Beim Ertrag stimmts dass ich mich um einen 0er vertippt habe: 50 nicht 500 kg werden es auf den 10×10 Quadratmetern sein. Denvon dir erwähnten doppelt so hohen Höchstertrag gibt es nur mit ordentlich Dünger und Chemie. Mit Deinem Einwand wird der finanzielle Ertrag aber auch um den Faktor 10 schlechter. (Siehe aktueller Weizenpreis: http://goo.gl/DQVyu5 ) Also nicht 75 sondern nur 7,5 Euro würde man dafür bekommen dass man die Fläche ein ganzes Jahr lang pflegt.

        Ich bin ja gerne dafür zu haben, dass die Pestizide möglichst nicht verwendet werden. Aber das blose Verbot ist weder Konsequent noch die Lösung, wenn der weitaus größte Teil der Bevölkerung nicht bereit ist DEUTLICH mehr für Lebensmittel auszugeben.

    • rota

      Gesetzliche Grenzwerte in der Landwirtschaft sind und bleiben Kompromisse, auch wenn sie von Zeit zu Zeit angepasst werden – sobald die Kacke wieder mal am Dampfen ist.

      Erträge werden in Tonne Produkt/ha also 10.000m² oder €/ha statistisch berechnet.
      Jeder soll das zu seinem besseren Verständnis dann auch in Are Sterzer oder Biokisteln umrechnen.

      Grundsätzlich rechnet man in der Agrarwirtschaft mit einem reinen Gewinn, nach Abzug aller Kosten von durchschnittlich 300-600€/ha. Im Obst und Weinbau von 2500-18000€/ha.

      Bio charakterisiert sich nach allgemeiner Gesetzeslage nur durch eine Verdünnung und zeitliche Streckung ähnlicher Mittel des konventionellen Betriebes.

      Zur Anwendung von PSM und Insektiziden sowie Fungiziden mein Vorschlag:
      Anwender und Erzeuger sowie Politik sollten in jedem für eventuell auftredende Schäden immer monetär und strafrechtlich belangbar sein. Bis heute kann sich jeder mit Verweis auf Andere aus der Verantwortung ziehen.

      • markusgufler

        Siehst Du, ich sehe das genau anders herum und das fängt beim meinem Beispiel an ganz bewusst nicht in Tonnen/ha und anderen Einheiten zu sprechen die kein normaler Konsument einschätzen kann.
        Der Konsument hat die Macht zu entscheiden was er kauft oder liegen lässt. Meine Frage ist ob ihm überhaupt bewusst ist welchen Aufwand und welches finanzielles Risiko es mit sich bringt eine Ernte komplett chemie-frei durch die Saison zu bringen. Aus genau dem Grund sollte meiner Meinung nach jeder mal versuchen ein ganz kleines Fleckchen von 10×10 Metern ganz ohne Chemie zu bebauen. Ob’s jetzt Weizen, Äpfel oder Marillen sind ist mir eigentlich egal. Nur sollte es etwas sein, mit dem er sich dann auch zumindest ein paar Tage lang selbst versorgen kann. Ich wette dass er den Wert von Lebensmitteln dann ganz anders einschätzen und sein Konsumverhalten auch ändern wird.

        Der Weg – so wie Du ihn vorschlägst – die „Anwender und Erzeuger sowie Politik“ zu kriminalisieren halte ich für den falschen und viel zu einfachen Weg. Der würde auch nicht funktionieren weil er keine komplette Lösung anbietet: Entweder wird dem „Anwender und Erzeuger“ dadurch ein erheblicher Mehraufwand aufgezwungen, der sie nie und nimmer rechnen würde (wir wären da Meilenweit unterhalb von dem wo jede Gewerkschaft bezüglich Mindestlohn komplett durchdrehen würde) oder aber der Konsument müsste deutlich mehr für Lebensmittel auszugeben bereit sein. Laut meinen Beobachtungen ist er das nicht und wenn ihm vorgeschwindelt wird, dass „Anwender und Erzeuger sowie Politik“ die Verantwortlichen und im Fall Schuldigen sind wird sich dahingehend auch Null-komma-gar-nichts ändern. Ich halte Deinen Vorschlag also sogar für kontraproduktiv.

    • rota

      markusgufler du hast faschistische Grundgedanken:

      Die sogenannten Case Semirurali, halblandwirtschaftlichen Wohngebäude, hatten alle Kleingarten mit Geflügel und Kaninchen, sowie Grillplatz und Verrottungsecke zur Entsorgung der Abfälle und Erzeugung von Naturdünger. Wurden von neuzeitlichen Demokraten verpönt weil unhygienisch und geruchserzeugend. Schrebergärten wo jeder gegen alles spritzt und pulvert sind aber wieder in!!!
      Die heutige Landwirtschaft ist geruchsfrei und entspricht den Standards der Hygiene.
      Unterbeschäftigte Jugendliche spielen dafür heutzutage in Gangs auf der Straße!!!

    • morgenstern

      Höchststrafe, man sitzt im Landtag und muss sich das Geschwafel von Schuler, als Großbauer und somit selbst Betroffener, zum Thema Spritzmittel anhören.

    • franz

      Beim Glyphosat Unkrautvernichter ist es wohl ähnlich wie bei den in der Massentierhaltung bei Tieren angewendeten Antibiotika.
      Was abgesehen davon, das diese Mittel eine Gefahr für den Mensch ist, macht Monsanto mit diesen Unkrautvernichter und den Saatgut von Monsanto , die Landwirte von Monsanto abhängig und treibt sie schließlich in den Ruin.
      Speziell die die Landwirte in Afrika die erst von Monsanto ( mit genmanipulierten Saatgut in der der Folge Glyphosat abhängig gemacht werden und damit ihnen ihre Lebensgrundlage entzogen wird.
      Unteranderem kommen dann solche Menschen zu uns als sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge.
      Bald werden unser Bauern auch auswandern müssen. Wenn der Kreislauf zusammenbricht.
      Dies vorausgeschickt, ist die Anwendung von solchen Produkten schließlich kontraproduktiv davon abgesehen , dass es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist.
      Früher haben unsere Bauern ganz ohne Unkrautvernichter große Äcker mit Roggen-Weizen -Gerste usw. angebaut und damit Großfamilien ernährt ( 15 Kinder ) bzw. Tiere ohne Antibiotika gezüchtet und damit mit Schweinchen guten “Echten“ Speck bzw. gutes Kalbfleisch usw.erzeugt.
      Antibiotika das bei zu großer Anwendung zu Resistenz beim Menschen führt+++
      Genauso Absurd ist die ganze Diskussion bezüglich Dünge- Verbot,
      Eine Folg der Massentierhaltung. Ein Bauer der nur soviel Vieheinheiten hat wie seine eigenen Grünflächen – Äcker hergeben hat das Problem mit der Überdingung nicht.
      1971 liess Monsanto Glyphosat als Herbizid patentieren – heute macht der Konzern allein mit Roundup einen Jahresumsatz von 2 Milliarden US-Dollar.
      http://www.zentrum-der-gesundheit.de/monsanto-glyphosat-krebserregend-ia.html

    • rota

      franz, der Weisse hot dir heint nit guat getun trink s´negschte Mol an besseren, nor werds schreiben flüssiga!!!!

    • franz

      Gehörst Du zu den Unterbeschäftigten Jugendlichen spielen die sich als Gangs auf der Straße ddie Zeit totschlagen oder gehörst Du zu den sogenannten Case Semirurali, halblandwirtschaftlichen Wohngebäude,Mietern die Kleingärten mit Geflügel und Kaninchen, und Schweine züchten, sowie einen Grillplatz und eine Verrottungsecke zur Entsorgung der Abfälle hat.
      :Vielleicht noch einen Garten mit ein paar grünen Planzchen mit THC Gehalt Du weißt ja. 🙂 🙂

    • rota

      von Forum zu Forum— unser lieber franz der Forumbsuff!!!

    • franz

      rota
      Solltest ab und zu Deinen THC Gehalt im Blut und Im Hirn messen lassen, mir scheint, Du hast die Grenzwerte schon längst überschritten.
      Nicht nur Glyphosat und Antibiotika sind schädlich auch Cannabis, besonders für`s Hirn , wer eins hat:
      So gesehen hast Du nicht’s zu befürchten. :-).

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