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    Jetzt redet Kammerlander

    kammerlander unfall interviewDer Extrembergsteiger Hans Kammerlander spricht nun erstmals über seine Promille-Fahrt mit tödlichem Ausgang – und verrät, dass er aus Südtirol wegziehen will.

    von Artur Oberhofer

    Es geschah am 26. November 2013:

    Hans Kammerlander war gegen 19.30 Uhr auf der sogenannter Uttenheimer Länge unterwegs, als er einen Unfall verursachte, in den fünf Fahrzeuge verwickelt waren.

    Der 21-jährige René Eppacher aus Rein in Taufers verlor bei dem Verkehrsunfall sein Leben.

    Wenige Tage später wurde bekannt: Der Extrembergsteiger war alkoholisiert. Hans Kammerlander hatte 1,48 Promille!

    Zweieinhalb Jahre nach diesem Unglück bricht Hans Kammerlander sein Schweigen. Gegenüber dem Magazin „1890“ redet der Extrembergsteiger nun erstmals über diesen schwarzen Dienstag im Jahr 2013. Er spricht dabei vom „größten Fehler“ seines Lebens.

    Ein Auszug aus dem Interview:

    Frage: Zu einem (…) Vorfall haben Sie sich bisher nicht öffentlich geäußert: Am 26. November 2013 waren Sie wenige Kilometer von Ihrem Wohnort im Tauferer Ahrntal an einem Unfall mit fünf Fahrzeugen beteiligt. Ein junger Mann starb. Sie waren alkoholisiert, hatten 1,48 Promille.

    Hans Kammerlander: Diese Autofahrt war ganz klar der größte Fehler meines Lebens. Alle Fehler, die ich je am Berg gemacht habe, sind im Vergleich dazu banal.

    Anfänglich meldeten die Südtiroler Zeitungen, der tödlich Verunglückte sei in Sie hineingefahren. Sie korrigierten diese Darstellung. Trotzdem vermuteten viele, Sie hätten einen Promibonus. Was ist Ihre Wahrheit?


    Ich habe sofort gesagt, dass der Polizeibericht falsch ist. Aber da war die Meldung schon draußen, ich lag im Krankenhaus. Dieses Hin und Her hat danach zu einer enormen Angriffswelle gegen mich geführt, vor allem in der Anonymität des Internets. Jeder hat das Recht, mich für diese Sache zu kritisieren, aber auf diese Art finde ich das feige.

    Hans Kammerlander war seinerzeit auch „Opfer“ seines Managers, der die Medien anfänglich mit Falschmeldungen gefüttert hatte. So hatte das Management den Unfall so dargestellt, als hätte René Eppacher den Unfall verursacht.

    Diese Meldungen hatten, verständlicherweise, für viel böses Blut gesorgt.

    In dem Interview spricht Hans Kammerlander auch über das milde Urteil.

    Ein weiterer Auszug:

    Frage: Vor einem Jahr schlossen Sie einen gerichtlichen Vergleich: zwei Jahre Haft auf Bewährung, ein Jahr Führerscheinentzug wegen fahrlässiger Tötung und Alkohol am Steuer. Viele fanden das Urteil zu milde, heißt es.


    Hans Kammerlander: Es sind viele Fehler gemacht worden in dieser Nacht, nicht nur von mir. Mehrere Autos haben die Sicherheitsabstände damals nicht eingehalten. Ein Auto fuhr wie ich zu weit in der Mitte. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will mich nicht rausreden: Meine Schuld waren die 1,48 Promille. Diese Schuld ist da. Diesen Fehler hätte ich nicht begehen dürfen.

    Die Eltern des Unfallopfers
 wohnen in einem Nachbardorf.
 Haben Sie Kontakt zu ihnen?


    Nicht mehr. Ich glaube, das ist schwer für sie. Der Schock sitzt tief, und das kann ich verstehen. Es tut mir alles furchtbar leid. Sie waren vom milden Urteil enttäuscht.

    In dem Interview erklärt Hans Kammerlander auch, warum er sich mit dem Gedanken trägt, aus Südtirol wegzuziehen. Und er erzählt, wie sehr er unter den Anfeindungen im Netz gelitten hat.

    DAS GESAMTE INTERVIEW lesen Sie in der Print-Ausgabe und auf www.allianzdeutschland.de

     

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    Kommentare (18)

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    • einereiner

      Bei den Lügen vom Manager darf sich niemand über den Shitstorm wundern. Einen Toten verleumden und den Täter ein „Alibi“ geben….tiefer kann man nicht mehr sinken.
      Frage: hat Kammerlander sich dann wenigstens von seinem Manager Sigi Pircher getrennt?

    • franz

      “Ein Auto fuhr wie ich zu weit in der Mitte“ ?
      Nur weil ein anderes Auto in der Mitte fährt, ist das keine Grund auch in der Mitte zu fahren.
      Da kann Kammerlander ja noch von Glück reden, dass es damals noch nicht das neue Gesetz “omicidio stradale“ gab.
      La legge sull’omicidio stradale è finalmente realtà. Pubblicata alle 20,30 del 24 marzo sulla Gazzetta Ufficiale, è entrata in vigore dopo la mezzanotte. Si tratta della legge n°41 del 23 marzo 2016, ed è significativo che un provvedimento così importante (e
      (……) chi uccide una persona guidando in stato di ebbrezza grave, con un tasso alcolemico oltre 1,5 grammi per litro, o sotto effetto di droghe, rischierà da 8 a 12 anni di carcere. Il secondo: sarà invece punito con la reclusione da 5 a 10 anni l’automobilista il cui tasso alcolemico superi 0,8 g/l oppure abbia causato l’incidente per condotte di particolare pericolosità (eccesso di velocità, guida contromano, infrazioni ai semafori, sorpassi e inversioni a rischio). La pena può però ulteriormente aumentare della metà se a morire è più di una persona: in quel caso il colpevole rischia fino a 18 anni di carcere.
      Lesioni stradali
      Aumentano le pene se chi guida è ubriaco o drogato: da 3 a 5 anni per lesioni gravi e da 4 a 7 per quelle gravissime. Se invece il colpevole ha un tasso alcolemico fino a 0,8 g/l o se l’incidente è causato da manovre pericolose la reclusione sarà da un anno e 6 mesi a 3 anni per lesioni gravi e da 2 a 4 anni per le gravissime.

    • goggile

      der arme Rene! ich wuerde Kammerlander vorschlagen alles zu verkaufen und der famile zu geben und dem gesetz ihm 20jahre gefàngnis aufurteilen.

    • andreas

      Kammerlander hat den Alkohol erst zugegeben, als die Blutproben da waren und meines Wissens auch nicht frühzeitig seine Schuld am Unfall zugegeben.

      Es wurde eine private Kampagne von Freunden des Unfallopfers gestartet, da sie besorgt waren, dass die Unfallursache vertuscht wird und das Opfer tagelang zum Täter gemacht wurde, auch mit dem Wissen um das Alkoholproblem von Kammerlander.

      Seine grobe Fahrlässigkeit hat einem jungen Mann das Leben gekostet und er hat immer nur das zugegeben, was ihm bewiesen wurde.
      Wäre er sofort nach dem Unfall an die Öffentlichkeit gegangen, was er sonst ja auch gerne macht, und hätte seine Schuld eingestanden, wären die Anfeindungen sicher geringer gewesen, so hat er aber seinen Manager vorgeschickt, welcher mit seinen falschen Aussagen die Anfeindungen verstärkt hat.
      Hintennach ist es sicher immer einfacher schlau zu sein, die Summe seiner Fehlverhalten und seine recht saloppe Art, wenn er bei seinen Vorträgen auf den Unfall angesprochen wird, ich glaube es war der erste Vortrag in D nach dem Unfall, wo er sich recht uneinsichtig geäußert hat, machen ihn sicher nicht sympathischer.

    • fb

      Lieber Hans,
      sei bitte still…
      Bist Du eigentlich abstinent jetzt?
      Wenn ich Dich in der Öffentlichkeit mit einem Glas erwischen sollte, werde ich es Dir auf den Kopf werfen!!!

    • prof

      Ich will hier nicht H.Kammerlander verteidigen, ob seine erhaltene Strafe zu niedrig war oder nicht ,möchte ich auch nicht beurteilen, denn man weis ja nie ob man selbst oder eigene Familienmitglieder irgendwann einmal in solch einen schrecklichen Unfall als Verursacher schuldig ist .Gerade desßhalb sollte man mit Anfeindungen in den Kommentaren vorsichtig sein.
      .

    • zufall

      Wie lange muß man den Rücken hinhalten, damit Ihr darauf herumklopfen könnt?
      Ich bin ganz der Meinung von prof. Hier den Richter zu spielen für etwas, was jedem passieren kann, geht gar nicht. Nichts kann diesen Fehler wieder rückgängig machen, kein Geld, keine noch so hohe Strafe und auch keine Entschuldigung und trotzdem muß die Familie des Unfallopfers und auch der Verursacher wieder ein normales Leben führen dürfen. Ich wünsche beiden Seiten viel Kraft.

      • andreas

        Besoffen jemanden tot fahren und dann tagelang zusehen wie das Opfer zum Täter gemacht wird kann nicht jedem passieren, da täuscht du dich.
        Auch nicht, dass er bei einem Vortrag in D nach ein paar Monaten so getan hat als wäre die Ursache nicht ganz klar und das Gericht müsste diese noch ermitteln.

        Es ist sein Verhalten danach, durch welches er sich jegliches Verständnis verspielt hat.

        • roadrunner

          Andreas, kennst du Kammerlander persönlich, oder hast du dir jetzt mit den Fetzen der Zeitschriften und den meisten bescheuerten Kommentaren eine Meinung gebildet? Mann, spiel hier nicht den Klugscheißer und lass die Sache sacken. Hier den möchtegern Richter spielen, ist echt total unangebracht, schließlich ist ein Mensch gestorben.

          • andreas

            Kenne ihn nicht persönlich.
            Natürlich kann man alle Artikel der Medien in Frage stellen, welche über den Unfall berichtet haben, wobei die Richtung der Artikel eigentlich in allen dieselbe war, aber warum sollten man das tun?
            Zwischen seine Meinung äußern und über jemanden richten ist ein kleiner Unterschied, auch wenn du das anscheinend anders siehst.

    • fb

      @Andreas: Die Kampagne war durchaus berechtigt, wie gesagt, er sollte ganz einfach seinen Mund halten;

    • yannis

      Mir ist Herr Kammerlander irgendwie egal, mir geht hingegen das „Nachtreten“ von einigen hier gehörig auf den Sack !
      Ihn vorzuwerfen er hätte immer nur das gesagt was bereits erwiesen war, ist das Recht eines JEDEN nicht mehr oder weniger.
      Was würden die genau diese Leute die hier über ihn herfallen machen, wenn sie in einer gleichen „Geschichte“ verwickelt wären ? Genau dasselbe wie es eines JEDEN sein Recht ist !

      Ausserdem wäre es ein Hias oder Sepp Irgendwer gewesen der diesen Toten hinterlassen hat, würde schon längst kein Hahn mehr danach krähen.

    • einereiner

      @andreas
      bravo, absolut recht hast du.
      @yannis
      wenn sich jemand so aufführt wie Sigi Pircher und Hans Kammerlander, dann ist Nachtreten Pflicht! Es ist niemanden sein Recht anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben und das Opfer zu verleumden.
      Solchen Leuten gehört WIDERSPROCHEN.
      Er hat unter den Anfeindungen gelitten? Das will ich auch hoffen! Hoffentlich hat auch Pircher gelitten. Aber was ist das im Vergleich zum Leiden der Angehörigen von Renè?

    • drago

      Was ich mir von Kammerlander und jedem anderen in seiner Lage erwarten würde, ist zu sagen: Ich habe aufgehört zu trinken, damit mir so etwas nicht noch einmal passieren kann. Einen Fehler zu machen, auch mit so schrecklichen Folgen, kann jedem passieren; das mindeste sollte dann sein, zu versuchen, einen solchen Fehler nicht noch einmal zu machen. Und das heißt für mich, ich höre auf zu Trinken. Dazu hat Kammerlander leider nichts gesagt. Leider. ( Zumindest nicht in den Auszügen, hier oder auf Stol).

    • observer

      Aha, laut dem „großen“ Herrn Kammerlander sind jetzt doch die „Anderen“ wieder Mitschuld? Keine Sicherheitsabstände,,,zu weit in der Mitte gefahren? Geht´s noch, Herr Kammerlander???

      Ein Mensch ist tot und sie verleumden jetzt noch die Unfallopfer? Als Dankbarkeit dass sie nur ein Jahr keinen Führerschein haben?

      Sie können hinziehen wohin sie wollen, ihr Gewissen wird ihnen folgen!

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