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    baustelle senfter tschurtschenthalerJetzt ist klar, wer die angeschlagene Baufirma von Innichens Bürgermeister Werner Tschurtschenthaler weiterführt: Über Umwegen steigt der mächtige Speckproduzent Franz Senfter ein.

    von Silke Hinterwaldner

    Am 10. März treffen sich in der Notariatskanzlei von Walter Crepaz in Bozen drei Geschäftsleute, um einen Deal abzuwickeln. Die Akteure: Heinrich Riffesser, Sebastian Plattner und Brigitte Lercher.

    Letztere ist seit einigen Monaten Besitzerin einer Baufirma mit dem sinnigen Namen Dravus GmbH mit Sitz in Außerprags 11.

    Brigitte Lercher ist auch Ehefrau von Werner Tschurtschenthaler, Bürgermeister von Innichen.

    Das neue Unternehmen soll die Arbeiter und die Bauaufträge der Tschurtschenthaler Werner AG übernehmen, weil diese derzeit ihren außergerichtlichen Ausgleich abzuwickeln versucht, um ein Konkursverfahren zu vermeiden.

    Bürgermeister Tschurtschenthalers Unternehmen war in den vergangenen Jahren aus den roten Zahlen nicht mehr herausgekommen (TAGESZEITUNG Online berichtete).

    Aber weil es sich nicht gut macht, wenn dieselben Leute einfach ein schlecht laufendes Unternehmen durch ein neues ersetzen und weil wohl auch das nötige Kleingeld fehlt, hat Brigitte Lercher vor wenigen Tagen ihre Firma verkauft.

    Jetzt arbeitet sie als einfache Sekretärin in ihrem alten Büro weiter. Nicht nur die Sekretärin darf ihren Arbeitsplatz behalten, auch alle anderen Angestellten müssen nicht fürchten, ohne Job dazustehen.

    Wer hat die Baufirma gekauft? Und warum?

    Die TAGESZEITUNG enthüllt in ihrer Print-Ausgabe:

    50 Prozent von Dravus gehören seit einigen Tagen Sebastian Plattner, recht umtriebiger Bauunternehmer in Leifers. Unter anderem baut Plattner Bau gerade das Einkaufszentrum Twenty in Bozen aus. Weit interessanter ist, wer die verbleibenden 50 Prozent hält: Favus Real Estate GmbH.

    Hinter diesem Namen verbirgt sich Heinrich Riffesser.

    Ihm gehören 98 Prozent des Unternehmens, er ist der Kopf der Unternehmensberatung Roi Team in Bozen, er war Gemeindeassessor in Eppan und er war auch lange Zeit Manager des Speckproduzenten Senfter. Damit ist klar, welche Verbindungen es nach Innichen gibt.

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

    * Wie Speck-König Franz Senfter an der neuen Firma beteiligt ist.

     

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    Kommentare (41)

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    • Visionär

      Dachte das Militär würde einsteigen.

    • seppL

      und i hon mo gidenkt die ZH steig ein hahahah

    • schnellermichl

      Dachte die Gemeinde wird sich da engagieren.

    • Susi Q

      Geldgier und Beton, eine gefährliche „Mischung“ für Umwelt und Natur!

    • Nummer5

      Hochmut kommt vor dem Fall!! Ich würde mich schämen.

    • Stefan77

      Der Samariter Senfter unterstützt selbstlos den Sexnter Bürgermeister. Dann wird den Ausbauplänen des Skigebietes Sexten nichts mehr im Wege stehen. Mit den paar Umweltschützern wird diese Kombination aus Politik und Wirtschaft mit Hilfe der mit Traktor demonstrierenden Bauern schon fertig.

      • Maria1

        Nur zu Ihrer Info: Tschurtschenthaler ist nicht Bürgermeister von Sexten sondern von Innichen! Also sind Ihre „Vermutungen“ nicht in Ordnung!

        • Stefan77

          Stimmt, da ist mir etwas entgangen. Da die Skiregion Sextner Dolomiten jedoch auch Gebiete in Innichen beinhaltet, dürfte es für Senfter kein Schaden sein, die dortige Gemeinde bzw. den Bürgermeister gnädig zu stimmen. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass meine „Vermutung“ nicht so falsch ist.

    • martin

      Hieß es nicht, die Firma Tschurtschenthaler werde nicht wegen wirtschaftl. Problemen geschlossen?
      Und bezahlt der Senfter auch die Subunternehmen die fast mit in den Konkurs gestürtzt sind? (Kenne 2 persönlich)

    • Roberto

      Die Rettung der Arbeitsplätze des angeschlagenen Bauunternehmens aus Innichen ist nur reine Kosmetik um über die wahren Absichten dieses Deal abzulenken. Die angepriesenen Firmenrettungen, Firmenumbesetzungen oder Firmenumbenennungen bei gleichbleibenden Führungspersonal haben nur ein Ziel und zwar um sich die großen Bauten vom öffentlichen Interesse unter dem Nagel zu reisen und um diese an billige Subunternehmen weiterzuleiten, die wiederum an noch billigere Sub-Subunternehmen den gleichen Vorgang anwenden. Mit dieser Masche können hohe Summen von der öffentlichen Geld fast unkontrolliert in private Kanäle versickern, so wie es bei allen großen Bauvorhaben ( MOSE / EXPO / TAV / BBT? ….. ) in Italien „Gang und Gebe“ ist. Man kann die Vorgehensweisen an Sub und Sub-Sub Unternehmen auch als legalisiertes Entwenden von öffentlichen Gut bezeichnen, da die Gesetze in Italien diesen Modus nicht unterbinden.

      ………… fast schon vergessen : die Alemagna Autobahn kolpft an der Tür im oberen Pustertal

      • Andreas

        Hast Du Belege für Deine These oder ist dies ein übliches wirtschaftsfeindliches und prophetisches Geschwafel?
        Jeder der hier schreibt hat entweder selbst ein Unternehmen oder ist bei einem beschäftigt?
        Ist Euer Chef eigentlich auch nur ein Verbrecher wie scheinbar alle Unternehmer?

        • martin

          Hast du Belege die Robertos These widerlegen?
          Ich meine das nicht ironisch oder bissig. Würds nur gerne wissen, ob es nicht so ist.

        • Roberto

          @ Andreas
          Verbrecher sind jene Personen, die gegen das Gesetz handeln. Von Verbrechern habe ich nicht gesprochen. Lieber Herr Andreas man hört in Italien ständig und letztlich auch immer öfters in der Provinz Bozen den Begriff „Interessenkonflikt“. Unternehmer die neben ihrer Tätigkeit gleichzeitig ,Gemeinderäte, Bürgermeister, Abgeordnete, Senatoren u.ä.m. sind, oder deren Verwandte die im Aufsichtsrat und im Verwaltungsrat gleichzeitig sitzen um nur ein paar kleine Vorkommnisse zu illustrieren. Der Interessenkonflikt bedeutet nicht, dass zwei Parteien in Konkurrenz um ein öffentlichen Auftrag buhlen, sondern dass beide möglichst viel von der öffentlichen Hand kassieren wollen, zum einen das Unternehmen und zum anderen die befangene politische Mehrheit die beide Augen samt Hühneraugen und Ohren zumacht um nichts zu bemerken. Die befangene politische Mehrheit wird alles tun um die Gesetzesvorschläge in Sache Interessenkonflikt und Korruption zu unterbinden, denn die aktuelle Situation füttert beide Parteien ( befangene Politiker und schmierende Unternehmen).
          Belege für meinen schlichte Äußerungen findet man am Rechnungshof und am Gericht in Bozen. 🙂

          • Andreas

            Bis auf weiteres, sofern es die Ausschreibung zulässt, steht es jedem Unternehmer frei mit Subunternehmen zu arbeiten. Ich weiß jetzt nicht wie gut die Dich mit öffentlichen Ausschreibungen auskennst, es ist bei vielen aber so, dass die Margen minimal bzw. der Preis nur die Kosten deckt und wenig bis kein Gewinn übrig bleibt.
            Mich stört dieser Generalverdacht von einigen bei welchen man merkt, dass sie nicht wirklich Ahnung haben wie es in der Wirtschaft läuft.
            Interessenkonflikte gibt es in Südtirol einige, da gebe ich Dir Recht. Doch bald jeden als korrupt oder Betrüger hinzustellen entspricht auch nicht der Realität.
            Senfter hat nebenbei 2% von der Favus Real Estate GmbH, also scheint es momentan nicht so, dass er groß ins Baugeschäft eingestiegen sei.

            Nebenbei ist es als Unternehmer normal, dass man den bestmöglichen Preis erzielen will.
            Keine Ahnung ob Du viel handelst, doch manchmal gleicht man mit dem Gewinn bei einem Geschäft den Verlust bei einem anderen aus.

            • Roberto

              @ Andreas
              Sie umschreiben ganz geschickt die Situation und bringen es auch fast auf dem Punkt, weshalb ich Ihnen gerne etwas weiterhelfen möchte. Es ist nicht verboten Teilaufträge oder ganze Aufträge an Subunternehmen weiterzugeben, gedacht war diese Möglichkeit der Weitergabe eigentlich nur weil nicht alle Unternehmen einen öffentlichen Auftrag ganz alleine ausführen können und so auf die Mithilfe eines Partners zurückgreifen dürfen. Das Problem heute ist, dass diese Handhabe derart ausgeufert ist, dass erstens Kontrollen über die Ausführung der geforderten Arbeiten eines öffentlichen Auftrages sehr schwierig und aufwendig sind und zweitens im Falle einer Klage leider wegen das fehlende technische Kompetenz der Justiz an der Kassation in Rom fast jedes Urteil durchfällt. Kurzum eine strategisch rechtlich und finanziell gut aufgestellte Konstruktion eines Unternehmens hält den Hebel am längeren Teil bzw. hat den längeren Atem.
              Der Schaden der durch die unendliche Weitergabe eines öffentlichen Auftrages an der Gesellschaft entsteht, besteht in der unendlich langen Planung und Ausführung sowie der Kollaudierung und die technische Abnahme der Arbeiten, die in manchen Fällen auf politischen Druck von irgend einem, meist nicht mehr auffindbaren Techniker unterschrieben wird. Von der schlechten Verarbeitungsqualität, sowie die daraus entstehenden frühen Wartungsarbeiten bzw. Sanierungen möchte ich hier nicht ansprechen.
              Die Quote mit der jemand an einer Gesellschaft beteiligt ist, hat in den Entscheidungsprozessen nur eine relative Relevanz, vielmehr zählt der Stellenwert und die Anzahl der Verwaltungsräte im Unternehmen, die im Einfluss jener Person stehen. Tronchetti Provera kontrollierte mit 0,3% an Olimpia den gesamten Telecom Italia Konzern und fuhr das Unternehmen praktisch an die Wand.

      • michl

        Roberto.Kann dir nur recht geben.Gerüchte sind was anderes.

    • dulio

      Und wo ist das Problem?
      Wichtig ist, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben oder nicht?

      Der Vergleich der anderen Firma ist ein anderes Thema… Das abwicklen einer Firma ist ganz ein normales procedere…

      DIe Nadel im Heuhaufen jedesmal zu suchen wird langsam langweilig!

    • Solide Baufirma praktisch in Konkurs

      Solide Baufirma praktisch in Konkurs

      Die Firma Tschutschenthaler war ein solides Unternehmen.
      Besonders mit dem Ausverkauf der Heimat wurden in Innichen und Umgebung satte Gewinne gemacht.
      So eine Firma kann man eigentlich nur mit Größenwahn und Missmanagment in den Ruin treiben.
      Das viele Geld wurde einfach falsch investiert.
      Hochmut fällt bekanntlich tief.
      Das größte Problem muß aber die Gemeinde Innichen haben bei den anstehenden Gemeinderatswahlen:
      Wie kann man einen Bürgermeister vertrauen der durch Mißmanagment Schlagzeilen macht?

    • Wicki

      Arbeitsplätze von Sub-Subfirmen viele aus Süditalien? Das Argument mit den Arbeitsplätzen hält vielleicht bei ein paar Prozent. Bei diesen Deals schöpfen die Firmeninhaber kräftig öffentliche Mittel ab. Viele Arbeiter bekommen „Hungerlöhne“.

    • Karin B.

      Schlupflöcher oder legalisiertes Abschöpfen von unten nach oben?

    • schnellermichl

      Nichts ueber den buergermeister. Er Hot holt Pech gehabt. Jedenfalls managt er die Gemeinde gut. Bravo

      • Solide Baufirma praktisch in Konkurs

        Die dummsten Kälber laufen bekanntlich selbst zum Metzger!
        Mit Pech führt man keine gutgehende Firma in den Ruin.
        Lies Dich mal ein in entsprechende Literatur.

        Der BM hat die Gemeinde überfüllt mit Studien und Projekten die kein Mensch finzieren kann.

        Interessant aber daß immer noch Leute auf sein gelulle hereinfallen.

    • Franz I

      @ Solide Baufirma …..

      du hast recht, wenn einer wie der Werner vom Vater so einen gesunden Betrieb übernimmt, dazu noch mit einem ordentlichen Bankkonto ausgestattet, wie kann jemand den Betrieb in so kurzer Zeit in den Ruin treiben, dazu noch diese x Mio. Schulden aufbauen?
      Taugt er als Verwalter mehr?

    • Batman

      Bozner Gemeindehaushalt in den roten Zahlen. Der Bürgermeister kandidiert wieder. Wer wählt solche Leute?

    • Unterwind

      Hot der Senfter nit unter Durnwalder erst an Plalli kriagt in Innsbruck? Hoffmer dass des Eisn nit amoll im Internet verscherbelt werd.

    • Sybille R.

      Als Bürgermeister mit einer Baufirma in Konkurs gehen, sowas gibs doch höchstens im Film.

    • Karin B.

      „Fingierte“, Insolvenz um Gläubiger abzuschütteln.

    • martin

      Kann einer, der ine Firma gegen die Wand fährt eine Gemeinde führen?

      • Roberto

        @ Martin
        In Bezug auf Ihre Aussage, kann ich Ihnen schon irgendwie recht geben, es bedarf jedoch einer kleinen Ergänzung. Jener Bürgermeister führt nicht die Gemeinde und der Gemeindeausschuss hat nur beschränkte Entscheidungsbefugnisse. Beide Organe müssen absolut den Vorgaben der lokalen ansässigen Interessengemeinschaft folge leisten und sollte etwas für die lokale Bevölkerung abfallen, dann wird es als großes politisches, wirtschaftliches und soziales Ziel in den lokalen Medien angepriesen, siehe z.B. die kaum genutzte Blackbox – Zivilschutz Zentrum mit der hell leuchtenden elektronischer Anzeigetafel, im Gegenzug das etwas beschnittene Krankenhaus.

      • Karin B.

        Ja, in den Gemeinden tragen die Steuerzahler die Verluste indem die Gebühren, Abgaben, …, Steuern erhöht werden.
        Viele svp BM-s erhöhen Abgaben, Gebühren, …, Steuern für die Bürger, um die von den BM-s verursachten „Finanzlöcher“ zu stopfen.

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