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Bozen gedenkt der Corona-Opfer

Flaggen auf Halbmast, Gedenkminute im Bozner Gemeinderat, Gedenkfeiern in Bozens Seniorenheimen und Kerzen als Zeichen der Hoffnung

Donnerstag, 18. März 2020: In Bergamo verlässt eine lange Kolonne von Militärfahrzeugen die Stadt. Sie transportieren Särge, denn Bergamo beklagt Dutzende Tote, die am Coronavirus gestorben sind und die zur Feuerbestattung in eine andere Stadt gebracht werden müssen. Dieses Bild wurde binnen kurzer Zeit zum Sinnbild für die schweren Folgen und die tragischen Auswirkungen der Coronapandemie in Italien. Heute, ein Jahr später, hat auch die Stadt Bozen der Opfer des Coronavirus gedacht und beteiligte sich am italienweiten Gedenktag für die Opfer von Covid-19.

Am heutigen Gedenktag für die Corona-Opfer waren in Bozen die Flaggen an den öffentlichen Gebäuden auf Halbmast gesetzt. Der Bürgermeister von Bozen, Renzo Caramaschi und der Vizebürgermeister Luis Walcher besuchten am Vormittag den Gottesdienst, den Bischof Ivo Muser im Bozner Dom für die Opfer der Coronapandemie gefeiert hat. Auch in den vom BSB geführten Seniorenheimen der Stadt hat man den Gedenktag begangen. Don Alberto Guglielmi zelebrierte im Garten des Seniorenheims Don Bosco eine Heilige Messe. Anschließend wurde mit bewegenden Worten der Heimbewohner gedacht, die am Coronavirus verstorben sind. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seniorenwohnheims ließen die schrecklichen Ereignisse der vergangenen 12 Monate noch einmal Revue passieren, und Bürgermeister Caramaschi und Landesrätin Deeg sprachen über die schwere Zeit, die im letzten März begann und die so viele Opfer gefordert hat. „Auch wenn wir nicht alle Menschen persönlich kennen, die in den vergangenen 12 Monaten am Coronavirus gestorben sind“, sagte Bürgermeister Caramaschi, „so werden wir dennoch die Erinnerung an diese Menschen in unserem Herzen bewahren. Wir dürfen aber die Hoffnung nicht verlieren und wir müssen nach vorne blicken. Wir müssen die Regeln einhalten und daran arbeiten, dass unsere Gesellschaft weniger arrogant und weniger egoistisch wird. Wir müssen ohne Zweifel mehr in das Sozialwesen investieren, in die Schule, in die Kultur, in die Forschung, in die Universität, in die Jugend und in die Senioren, denn sie haben das Recht auf einen friedlichen, sorgenfreien Lebensabend. Im Namen der Stadt danke ich von Herzen allen Mitarbeitern und Mitarbeitern, Heimbewohnern und Heimbewohnerinnen und ihren Familien und ich nehme Anteil an ihrem Schmerz über den Verlust von Angehörigen und Freunden in der Hoffnung, dass sich die Menschheit wieder von Weisheit und Vernunft leiten lässt.“ Nach diesen bewegenden Worten von Bürgermeister Caramaschi äußerten einige Anwesende Worte des Dankes. Gedankt wurde vor allem dem Personal der Senioreneinrichtungen, das täglich versucht, Schmerzen zu lindern, nicht nur die körperlichen, sondern auch die seelischen, um die Folgen und Erlebnisse, die uns alle seit dem März 2020 begleiten, erträglicher zu machen. Im Anschluss an die Gedenkfeier, bei der auch der Stadtrat für Sozialpolitik Juri Andriollo und zahlreiche Familienangehörige der verstorbenen Heimbewohner anwesend waren, wurde ein junger Eichenbaum gepflanzt. Die Eiche gilt als heiliger Baum und sie ist ein Symbol für die Ewigkeit. Der frisch gepflanzte Baum soll an alle Heimbewohner erinnern, die durch das Coronavirus gestorben sind, aber er ist auch ein Zeichen des Dankes für den Einsatz, den das Personal der Seniorenheime und das Gesundheitspersonal im letzten Jahr geleistet hat.

Auch im Pflegeheim Villa Europa wurde der heutige Gedenktag begangen: Am Nachmittag ließen Mitarbeiter/innen und Heimbewohner/innen 10 weiße Luftballons in den Himmel steigen. Das Seniorenheim Villa Serena hat die Fenster mit Blumen geschmückt, und im Seniorenheim Villa Harmonie wurden während des Rosenkranzgebetes Kerzen angezündet.

Vor der Gemeinderatssitzung haben die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte um 18.00 Uhr eine Gedenkminute für die Corona-Opfer abgehalten. Am Abend des Gedenktages läuteten um 19.00 Uhr alle Kirchenglocken im Land für fünf Minuten, und die Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, eine Kerze ins Fenster zu stellen als Zeichen der Hoffnung, des Gedenkens und des Nachdenkens.

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