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„Sie war eine Kämpferin“

Lidia Menapace (Foto: Facebook/ ANPI Alto Adige Südtirol)

Lidia Menapace ist am Montag im Alter von 96 Jahren verstorben. Der Tod der Politikerin und Frauenrechtlerin hat über die Parteigrenzen hinweg Trauer ausgelöst.

Lidia Menapace ist ist in der Nacht auf Montag im Alter von 96 Jahren im Landeskrankenhaus Bozen verstorben. Sie war an Covid-19 erkrankt.

Der Tod der Politikerin und Frauenrechtlerin hat über alle Parteigrenzen hinweg Trauer und Bestürzung ausgelöst.

Soziallandesrätin Waltraud Deeg nimmt mit Bedauern die Nachricht vom Tod der ersten italienischen Südtiroler Landesrätin Lidia Menapace auf: „Mit Lidia Menapace verliert Südtirol eine wichtige Kämpferin für demokratische Grundrechte und Frauenrechte sowie eine große politische Persönlichkeit. Das Leben Menapaces ist geprägt vom bedingungslosen Einsatz für die Verbesserung der Lebenssituation der Mitmenschen.“ Zeit ihres Lebens blieb Lidia Menapace eine Kämpferin für die Schwächsten in der Gesellschaft, schreibt Waltraud Deeg: „Sie fand immer klare Worte gegen Unterdrückung jeglicher Art, gegen Aggression und war ihr ganzes Leben lang eine unerschrockene Vordenkerin und Aushängeschild der Frauenrechtsbewegung auch auf gesamtstaatlicher Ebene. Lidia Menapace war eine beeindruckende und sehr authentische Persönlichkeit, sie war Zeit ihres Lebens eine Kämpferin und als solche durfte ich sie auch vor 2 Jahren persönlich kennen und schätzen lernen. Leider hat sie nun ihren letzten Kampf gegen das Virus SARS-CoV-2 verloren. Südtirol wird ihr ein ehrendes Gedenken erhalten und sie als wichtige Vorkämpferin in bleibender Erinnerung behalten.“

Die Grünen Frauen schreiben in einer Aussendung, dass Lidia Menapaces Leben Inspiration und Auftrag ist. „Eine große kleine Frau des 20. Jahrhunderts, prägende Femistin und leidenschaftliche Politikerin der ersten Stunden, ist von uns gegangen. Bis zuletzt war sie präsent, immer dabei, wenn es darum ging, die Freiheit der Menschen zu verteidigen. Nie war sie sich zu alt für eine Demonstration, nie zu müde, um im Nachtzug zu fahren, um mit Student*innen in Bari zu diskutieren, gegen Rassismus in Macerata zu protestieren. Gegen Diskriminierung, Rassismus und Frauenfeindlichkeit ein ganzes Leben. Aber vielleicht weniger gegen als für; für Frauen, Menschlichkeit, für ein Denken, das neues zulässt – und immer zum Gespräch bereit. Ihr Einsatz ist uns nicht nur Frauen Inspiration und Vorbild. Lidia Menapace hat alles und mehr für Frauen, Gerechtigkeit und Frieden geleistet, als in einem Leben eigentlich möglich ist. Wir werden ihre Anliegen weitertragen“, schreiben die Grünen Frauen.

Senatorin Julia Unterberger sagt, dass Lidia Menapace auch über ihren Tod hinaus Vorbild für all jene sein wird, die an die demokratischen Werte glauben. „Lidia Menapace, war zusammen mit Waltraud Gebert Deeg die erste Frau, die 1964 in den Südtiroler Landtag gewählt und später Mitglied der Landesregierung wurde. Von 2006 bis 2008 war sie Senatorin für „Rifondazione Comunista“ im italienischen Parlament. Sie engagierte sich während ihrer gesamten politischen Karriere vor allem auch für die Gleichstellung der Geschlechter. Ihr großes politisches Verdienst besteht darin, den Kampf für die Rechte der Frauen als Grundelement ihrer politischen Tätigkeit verstanden zu haben und gleichzeitig sämtlichen Formen von Gewalt entgegengetreten zu sein. Mein Beileid für den Verlust eines so wertvollen Menschen gilt ihren Angehörigen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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