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„Warum, Herr Alfreider?“

Klaus Peter Dissinger

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz bedauert, dass das Land keine Prämie beim Kauf eines Fahrrades einführt.

Das ist der offene Brief, den der Dachverband für Natur- und Umweltschutz an die Mitglieder des Landtages gerichtet hat:

Sehr geehrte Mitglieder des Südtiroler Landtages,

mit einiger Verwunderung vernehmen wir, dass sich für die Ausdehnung der staatlichen Kaufprämie für Fahrräder und damit einer direkten Förderung der Radmobilität keine Zustimmung in Landesregierung und Landtag finden lässt.

Noch vor wenigen Wochen hat Mobilitätslandesrat Alfreider in einer Aussendung die Eckpfeiler der neuen Radmobilität in Südtirol vorgestellt, bei der auf vielen Ebenen die Nutzung des Fahrrades unterstützt werden sollte. Dort war von einer „Potenzierung der Radmobilität“ zu lesen, von einem ganzen Maßnahmen-Paket und einem mehrstufigen Aktionsplan, mit Tempo-30-Straßen und dem erklärten Ziel, das Fahrrad beim Modal-Split bis 2030 auf mindestens 20% zu erhöhen. Ebenso wurde angemahnt „in dieser Phase mutig zu sein“.

Nun können wir bei der ersten konkreten Maßnahme dieser Rad-Revolution, für die sich offensichtlich keine Mehrheit finden lässt, eben diesen Mut nirgendwo erkennen. Auch sind für uns einige der vorgebrachten Argumente nicht nachzuvollziehen, bzw. ließen sich diese durch entsprechende normative Regelungen in die richtigen Bahnen lenken. Ihnen als Gesetzgeber stehen diese Möglichkeiten zu.

Wir vermissen hier aber ganz konkret die aus Ihrer Sicht besseren Alternativen zur vorgeschlagenen Kaufprämie. Mit welchen alternativen Maßnahmen lassen sich dieselben Wirkungen und Zielsetzungen mit demselben Mitteleinsatz in derselben Zeit erreichen – ohne die von Ihnen vorgebrachten unerwünschten Begleiterscheinungen?

Wir ersuchen Sie in Ihrer Funktion als Gesetzgeber mit Nachdruck, die Radmobilität mit konkreten und zeitnah umzusetzenden Maßnahmen auf allen Ebenen bestmöglich zu unterstützen. Dabei geht es nicht nur darum, die Mobilität in Zeiten des Coronavirus aktiv mitzugestalten, sondern unseren gesamten Lebensstil auf eine klimakompatible Zukunft vorzubereiten. 

Denn mit dem Klimawandel befinden wir uns bereits jetzt in der nächsten Krise. 

In diesem Sinne verbleibe ich mit den besten Grüßen
Klauspeter Dissinger – Vorsitzender 

Dachverband für Natur- und Umweltschutz“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (11)

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  • ostern

    Hr. Dissinger. mit allem Respekt für die Umwelt, aber es sind, lt Nachrichten,
    ca. 20.000 Leute in Südtirol, die noch keinen Cent von der Ausgleichskassa bekommen haben. Haben Sie bitte Rücksicht, denn vom Fahrrad hat bisher noch kein Mensch seinen Bauch voll bekommen.

  • privacy

    Das Problem ist die Ankündigungspolitik, die von unseren Politikern gerne betrieben wird. Zuerst groß versprechen um dann doch nichts umzusetzen.

    Unterm Strich ist es sinnvoller wenn man das Geld anderweitig verwendet und sich daraug konzentriert die Voraussetzungen für eine sinnvolle Nutzung der Fahrräder bei uns zu verbessern.
    Zu tun gäbe es einiges: Ausbau der Infrastruktur, Verbesserung bzw. Klärung der Rechte der Radfahrer(z.B. auf Almwegen), Schaffung von ausreichenden Transportmöglichkeiten in Zug und Bus, so ist es anderorts kein Problem sein Fahrrad hinten an der Rückwand des Busses aufgehängt mitzutransportieren.

    Sobald das alles passt steigen die Leute ganz automatisch auf das Rad um.

  • nix.nuis

    Die Förderung der Radmobilität kommt bei den Bürgern im Allgemeinen wesentlich besser an, wenn Gelder für die Infrastruktur verwendet werden anstatt Einzelnen Geld für die Anschaffung eines Fahrrades zu spendieren. Umso mehrv als dass E-Bikes nicht gerade die umweltfreundlichsten Gefährte sind!

  • summer

    Herr Dissinger,
    soll das Land, d.h. die Bürger irgendwann auch mal goldene Kloschüsseln finanzieren? Wer sich heute kein Fahrrad leisten kann, der soll sich halt ein e-Auto kaufen.
    Wäre gelacht, dass die paar Radlgeschäfte sich eine goldene Nase finanzieren, denn bei einem eventuellen Beitrag wären die Preise sicher entsprechend ausgesetzt worden.
    Irgendwann ist genug mit dieser grünen Logik. Und hier meine ich grün im Sinne von unreif!

    • george

      Bald verbinden Sie alles nur mehr mit „grün“ und zwar immer im negativen Sinne. Sogar die Logik wird bei Ihnen „grün“. Dümmer geht es wohl nicht mehr. So wird Alfreider für Sie wohl auch unreif sein, wenn er diese „grüne“ Logik „im Sinne von unreif“ vor dem Landtag vertreten hat. 😛

      • summer

        JERGILE JERGILE
        Ich kritisiere ja Alfreider im anderen Artikel. Aber lesen fällt ihn schwer.
        Deshalb sind Sie tatsächlich grün im Sinne von unreif und grün im Sinne von blind.

      • george

        SUMMERLE vom TALILE
        Gehen Sie doch auf meine Ausagen direkt ein und polen Sie nicht immer auf andere um. So zeigen Sie nämlich Ihre Unreife in reinster Form. Die grüne Farbe in natura scheint für Sie wirklich nicht zu existieren, Sie blinder, unreifer „Grünling“ (im Sinne „grün hinter den Ohren“).

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