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Wolf auf der Mendel

Vor wenigen Tagen hat ein Wolf ein Schaf auf der Mendel gerissen. Der Besitzer aus St. Pauls ist fassungslos – auch weil der eigens installierte Elektrozaun den Wolf nicht abgehalten hat. 

Heinrich Dissertori bot sich am vergangenen Mittwoch ein grausiges Bild: Als der Landwirt aus St. Pauls bei Eppan am Abend auf die Mendel fuhr, um nach seinen fünf Schafen zu sehen und diese mit Futter zu versorgen, fand er eines der Tiere tot auf. Ein Wolf hatte das Schaf in der Nacht auf Mittwoch gerissen. „Ich bin einfach nur erschrocken: Erst am Sonntag war ich bei den Schafen oben und am Mittwoch, lag ein Schaf plötzlich ausgeweidet da“, sagt Heinrich Dissertori.

In der Nacht auf vergangenen Mittwoch hat ein Wolf eines von fünf Schafen auf der Weide von Heinrich Dissertori in der Nähe des Gasthofs Paradiso auf Trentiner Seite der Mendel gerissen. „Die Förster der Gemeinde Fondo haben bestätigt, dass es sich eindeutig um einen Wolf und nicht um einen wilden Hund handelt“, erklärt der Besitzer der Schafe. Die vor Ort gefundenen Spuren würden dies zweifelsfrei belegen. „Die Förster vermuten, dass es sich um einen einzelnen Wolf gehandelt hat, da mehrere Wölfe wahrscheinlich auch mehrere Schafe gerissen hätten“, erläutert Dissertori.

Was den Landwirt aus St. Pauls besonders ärgert, ist dass er vor drei Jahren, die Weidefläche extra mit einem Elektrozaun eingezäunt hat – zum Schutz der Tiere. „Ich habe damals extra diesen Schutzzaun aufgestellt und bisher hat er auch gut funktioniert bzw. es gab keine Vorfälle oder Probleme“, erläutert Heinrich Dissertori. Bis jetzt.

Dass nun genau dieser schützende Elektrozaun seine fünf Schafe, die in St. Pauls zu Weihnachten auch für die lebende Krippe eingesetzt werden, nicht geschützt hat, verärgert den Landwirt aus St. Pauls. „Der Wolf ist anscheinend einfach über den 1,10 Meter hohen Zaun gesprungen – der Elektrozaun hat ihn also absolut nicht aufgehalten“, schüttelt Dissertori den Kopf. „Die Förster haben zwar gesagt, dass der Zaun eigentlich mehr als 1,40 Meter hoch sein müsste, aber das ist fast nicht möglich“, erklärt der Landwirt.

Heinrich Dissertori wird die verbleibenden vier Schafe mit einem mulmigen Gefühl im Bauch auch in den nächsten Wochen auf der Mendel lassen – so wie jedes Jahr von April bis November. Im Winter holt er die Tiere dann wieder zurück ins Tal, in den Stall. „Mehr als einen Elektrozaun errichten, kann ich aber leider nicht tun“, erklärt Dissertori, der hofft, dass anderen dieser Anblick erspart bleibt.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (10)

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  • schwarzesschaf

    Mindesten hat er es schön abgenagt und nicht nur im blutrausch weitere 10 angeknabbert

  • bernhart

    Ach diese armen Tiere brauchen auch etwas zum fressen und Schaffleisch ist ein gesundes Fleisch, sagen und denken die Grünen.
    Es ist schon traurig, wenn bauern einen Schaden durch Wolfsrisse erleiden und das Scheinheilige Pak von Grünen von schützt den wolf redet. Der Bauer soll ordenlich vergütet werden und das auf kosten der Umeltverbesserer.
    Wolfe sollen zum Abschuss freigegeben werden.

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