Du befindest dich hier: Home » Politik » Schmuserle im Buchladen

Schmuserle im Buchladen

Foto: 123rf

Die STF kritisiert die verwirrenden Corona-Bestimmungen: Ein Mann dürfe seine Freundin nicht besuchen, wohl aber könnte  er sich mit ihr in einem Büchergeschäft treffen.

Die neue Corona-Verordnung des Landeshauptmannes führt zu einem immer größeren Chaos, kritisiert Sven Knoll.

Für Bürger und Polizisten sei nicht mehr nachzuvollziehen, was noch erlaubt ist und was nicht.

Hinzu komme, dass einige Bestimmungen der neuen Verordnung widersprüchlich sind und auch epidemiologisch keinen Sinn machen, das Leben der Bürger aber unnötig erschweren.

„Durch diese chaotische Verordnung werden die Bestimmungen in jeder Gemeinde und teilweise sogar von einzelnen Polizisten anders ausgelegt“, so der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit.

Sven Knoll, appelliert daher an den Landeshauptmann, die Corona-Verordnung zu überarbeiten und klare Richtlinien festzulegen, um die Bürger vor der Interpretations-Willkür der Polizei zu schützen.

Es sei nicht akzeptabel, dass einzelne Polizisten selbst entscheiden, wie und ob die Verordnungen angewendet werden und bei vermeintlichen Verstößen die Bürger einfach strafen.

Seit Tagen melden sich Bürger bei der STF, die wissen wollen, was noch erlaubt ist.

„Viele Fälle mussten wir schon an die Volksanwaltschaft weiterleiten“, so der Landtagsabgeordnete Sven Knoll. Insbesondere die Regelung zur „Bewegungsfreiheit“ und zum Treffen des „Lebenspartners“ müssten dringend überarbeitet werden, um Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen.

Als Beispiel nennt Sven Knoll konkrete Fälle:

  1. Ein alleinstehender Mann hat mit 1. April eine neue Wohnung gemietet und schon sämtliche Möbel in der neuen Wohnung. Die Polizei verbietet ihm nun aber den endgültigen Umzug in die neue Wohnung. Der Mann muss daher nun zusätzlich zur Miete für die neue Wohnung, auch noch die Miete für die alte Wohnung weiter bezahlen und in dieser ohne Möbel weiter wohnen.

  2. Ein Freund darf seine Freundin nicht besuchen, auch wenn beide jeweils allein in einem Haushalte leben. Wenn sich beide aber im Büchergeschäft treffen, wo sie mit anderen Leuten in Kontakt sind, sind sie gesetzlich in Ordnung.

  3. Laut der neuen Verordnung darf man nur einmalig den Wohnort zum Lebenspartner verlegen, dann aber nicht mehr zum Hauptwohnsitz pendeln. Zur Arbeit darf man aber auch weiterhin pendeln. Für betroffene Personen die in der Landwirtschaft oder im hauseigenen Betrieb (z.B. Tischlerei) arbeiten, bedeutet die neue Regelung, dass sie zwar zum ursprünglichen Wohnort, an dem sie arbeiten, hinfahren dürfen, das Gebäude dort aber nicht betreten dürfen.

Sven Knoll schreibt am Donnerstag in der Aussendung:

Fälle wies diese zeigen das Ausmaß der Verunsicherung. Für die Einhaltung von Gesetzesbestimmungen ist es notwendig, dass diese deutlich und unmissverständlich formuliert sind. Südtirol braucht das Rad nicht neu zu erfinden, sondern sich nur ansehen, wie die Corona-Bestimmungen in anderen Regionen angewendet werden. 

Das Bundesland Tirol hatte von Beginn an eine klare Regelung, die nur so viel als nötig und so wenig wie möglich das Leben der Menschen einschränkt. Zu breiter Verwirrung und polizeilicher Willkür ist es dort nicht gekommen. Die oben genannten Fallbeispiele wären in Nord- und Ost-Tirol nie ein Problem gewesen, da Umzüge weiterhin möglich sind und auch der Besuch des Partners zu den notwendigen Grundbedürfnissen zählt, die erlaubt sind.

Diese erfolgreiche Regelung müsste einfach nur für Süd-Tirol angepasst und übernommen werden.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (9)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • ohnehirnlebtmanbesser

    Oh Herr Knoll. Sùdtirol braucht eine Opposition. Aber sicher nicht Tag fùr Tag Ihres kindisches Geschwàtz. Sie sind einfach nicht den wichtigen Problemen gewachsen. Vor diesen Aussagen beraten Sie sich mit Frau Klotz? Kleinpolitiker kònnen auch wachsen. Mit dieser Hoffnung schickt Ihnen Hirni Grùsse.

  • rota

    Ähnliche Umwege wären über Therapeuten möglich:

    „“Ein Paar geht zu einem Sextherapeuten. Der Arzt fragt: „Was kann ich bitte für Sie tun?“ Die Frau antwortet: „Würden Sie uns beim Sex zuschauen?“ Der Arzt schaut etwas irritiert, aber er stimmt zu. Als das Ehepaar „fertig“ ist sagt der Therapeut: „Es ist nichts Ungewöhnliches bei ihrer Art Sex zu haben.“ Er verlangt 60 Euro für die Sitzung. Dieses wiederholt sich etliche Male in den nächsten Monaten. Das Paar macht einen Termin, hat Sex ohne Probleme, zahlt den Sextherapeuten und geht. Irgendwann fragt der Arzt: „Was genau versuchen Sie, bei mir heraus zu finden?“ Der Mann sagt: „Wir versuchen nichts heraus zu finden. Sie ist verheiratet und wir können nicht zu ihr. Ich bin verheiratet, also auch nicht zu mir. Das Best Western nimmt 110 Euro für ein Zimmer, das Hilton 165 Euro. Wir machen es bei ihnen für 60 Euro und bekommen jeder 25 Euro Zuschuss von der Techniker Krankenkasse.“““

  • bettina75

    Der Beschluss Bücherläden zu öffnen ist in meinen Augen peinlich.
    Ganz unrecht hat Herr Knoll hierbei nicht !

  • schumi

    Wieso sind Buchläden geöffnet und Bibliotheken geschlossen?

  • wollpertinger

    Jeder erwachsene, halbwegs mit Intelligenz ausgestattete Mensch sollte in der Lage sein, Meinungsäußerungen von Politikern nach ihrem Inhalt zu beurteilen. Die Äußerungen von Sven Knoll nur deswegen zu verurteilen, weil man als vermutlich italophiler Mensch die Südtiroler Freiheit ablehnt, ist äußerst infantil. Wenn er Recht hat, hat er Recht. Wenn man glaubt, dass er nicht Recht hat, sollte man das begründen oder sonst schweigen. Das gilt für die Äußerungen von Sven Knoll ebenso wie für die Äußerungen aller anderen Politiker.

  • erich

    Diese 2% Murgser suchen nach Nadeln im Heuhaufen. Natürlich kommt es zu nichtbedachte Lücken in Verordnungen oder Gesetzen, aber wenn es ein Problem ist, dass sich Paare im Buchladen treffen dann sollten diese Murgser zum Psychiater.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis | Privacy-Einstellungen

Nach oben scrollen