Du befindest dich hier: Home » Politik » „Krasser Widerspruch“

„Krasser Widerspruch“

Klaus Peter Dissinger

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz fordert die Landesregierung zu konkreten Schritten für die Artenvielfalt auf.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz riefen LH Kompatscher, LR Schuler und LRin Hochgruber-Kuenzer im Juni zu größerem Bewusstsein für Artenvielfalt auf: Das Land wolle in den kommenden Jahren weitere Schritte hin zum „Land der Artenvielfalt“ setzen.

Eine gemeinsame Pressekonferenz  mit einer klaren Botschaft: Das Land Südtirol setzt auf Artenvielfalt. Südtirol „würde künftig noch stärker auf das Thema Artenvielfalt setzen. … um Lebensräume zu erhalten und diese auch für die kommenden Generationen in ihrer Vielfalt abzusichern. … künftigen Bemühungen, um Artenvielfalt in Südtirol weiter zu festigen und auszubauen. … Man sei sich der Verantwortung und der Herausforderungen dieses umfassenden Themas bewusst, doch man müsse und vor allem wolle man die Artenvielfalt auf breiter Front angehen und das Thema aktiv besetzen,“ sagte Landeshauptmann Kompatscher.

„Den ersten Schritt dazu kann die Landesregierung setzen, indem sie die noch vorhandenen wertvollen Lebensräume als Grundlagen der Biodiversität schützt und rigoros gegen deren Zerstörung vorgeht“, schreibt der Dachverband für Natur- und Umweltschutz in einer Aussendung.

Damit müssten geplante Umwidmungen wie im Biotop Ilstener Au oder von weitläufigen Waldflächen im Brixner Raum ebenso der Vergangenheit angehören wie folgenlose Degradierung von Lebensräumen wie letzthin das Moor in Olang oder die Arlui-Wiesen im Vinschgau.

Zufällig waren Zeitpunkt und Inhalt der Pressekonferenz nicht gewählt, so der Dachverband. Nur wenige Tage zuvor wurde der Internationale Biodiversitätsbericht der IBPES veröffentlicht, der einen dramatischen menschengemachten Artenschwund weltweit konstatierte.

In der Aussendung des Dachverbandes heißt es weiter:

Wenige Monate nach der gemeinsamen Pressekonferenz schaut die Realität in Südtirol leider anders aus. In der konkreten politischen Arbeit ist wenig von den großspurigen Ankündigungen zu spüren. Im Pustertal will man ein geschütztes Biotop an der aufgewerteten Ilstener Au in ein Landwirtschaftsgebiet umwandeln. In Brixen wird die Umwandlung von 16,5ha Wald in Landwirtschaftsgebiet diskutiert.

Diese konkreten Vorhaben stehen in krassem Widerspruch zu den Aussagen der drei Landesregierungsmitgliedern während der erwähnten Pressekonferenz. Daher kann die Landesregierung in diesen beiden Fällen gar nicht anders, als diese Vorhaben klar und kategorisch abzulehnen. Leider vermissen wir in der anhaltenden Diskussion um die beiden Vorhaben eine klare Aussage und Positionierung der drei Politiker ebenso wie in den Fällen einer illegalen Zerstörung eines Moores in Olang, oder der Degradierung von Bergwiesen durch übermäßige Düngung wie zuletzt im oberen Vinschgau auf den Arlui-Wiesen geschehen.

Unser Appell an die drei: Halten Sie sich in diesen Fällen so klar und unmissverständlich an ihre eigenen Positionen, die Sie Anfang Juni öffentlich propagiert haben!“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (5)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • latemarbz

    Ich kenne die einzelnen Fälle nicht. Es wird sicher Situationen geben, wo solche Überlegungen Sinn machen. Mann müsste aber ein Prinzip einführen, dass immer wenn irgendwo Auwald für landwirtschaftliche und gewerbliche Nutzung um gewidmet würden, der Antragsteller sich bereit erklären müsste, an anderer Stelle, die gleichgroße Fläche – oder sogar größere – einen neuen gleichwertigen, naturnahen Auwald zu errichten. Und dies müsste von Gemeinde, Land und Umweltschutzgruppen dann auch kontrolliert werden. Ich wette, dann würden nicht mehr viele Anträge kommen.
    Das Selbe bei Waldrodungen für Skipisten und touristische Zonen!

  • asterix

    Die Artenvielfallt zeigt sich ja schon in diesem Foto. Ein Brixner Schuhhändler und dahinter einige eingewanderte Wanderhändler. Also unterschiedliche Arten von Händlern.

  • george

    er ist nicht nur Schuhhändler, sondern auch Meteorologe.

  • asterix

    Ja, von eigenen Gnaden. Studiert hat der das nie. Er glaubt nur immer zu wissen, woher der Wind weht. Eine Zeitlang hat er auch geglaubt das warme Wasser erfunden zu haben.

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2020 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | Datenschutz & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen