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„Sensibler Flüssigkeitshaushalt“

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Der tragische Tod eines dehydrierten Dreijährigen in Österreich wirft auch hierzulande die Frage auf, wie man Kinder vor der großen Hitze schützen kann.

von Lisi Lang

Nach dem tragischen Tod eines Dreijährigen in der Steiermark, der bewusstlos und dehydriert in einem Auto aufgefunden wurde, warnen Ärzte vor den Gefahren von Flüssigkeitsmangel bei Kindern. Flüssigkeitsmangel durch Überhitzung könne je nach Ausmaß zu schweren Störungen oder lebensbedrohlichen Situationen führen, so die Kinderärzte.

„Die große Hitze stellt vor allem für ältere Menschen, Personen mit Einschränkungen sowie Kranke, Kinder und Neugeborene eine hohe Belastung dar und birgt gesundheitliche Risiken in sich“, heißt es auch aus der Agentur für Bevölkerungsschutz. Mindestens zehn Gläser Flüssigkeit täglich sollte man laut Agentur für Bevölkerungsschutz während einer Hitzewelle täglich trinken. Auch bei der Ernährung sollte man Lebensmittel zu sich nehmen, die reich an Wasser und Mineralien sind.

Aber worauf genau sollten Eltern achten?

Wie bei Erwachsenen ist natürlich auch bei Kindern sehr wichtig, dass sie an so heißen Tagen genug trinken. „Wenn Säuglinge gestillt werden, regelt sich dieses Problem meist ganz von alleine – sie verlangen beispielsweise einfach öfter die Brust“, erläutert Markus Markart, Primar der Pädiatrie am Krankenhaus in Brixen.

Im Gegensatz zu älteren Menschen, die kein Durstgefühl mehr haben, verlangen Kinder sehr wohl nach Wasser, wenn sie durstig sind. Trotzdem seien Eltern gut beraten, so Markus Markart, ihren Kindern immer wieder Wasser oder leichte Tees anzubieten. „Wenn Kinder Durst haben, werden sie gerne unruhig und daher bemerkt man als Elternteil schon recht rasch, dass sie Flüssigkeit brauchen“, erklärt der Brixner Primar.

Problematisch wird es laut Markart, wenn Kinder sich unbeaufsichtigt in einer warmen Umgebung wie beispielsweise einam Auto befinden. „Dann haben sie nicht die Möglichkeit nach Wasser zu verlangen“, so der Brixner Primar.

Eine schwere Dehydratation kann lebensbedrohlich sein, da der Flüssigkeitsmangel auch mit einem gestörten Salzhaushalt (Elektrolythaushalt) einhergeht. „Der Flüssigkeitshaushalt reagiert bei Kindern viel sensibler als bei einem Erwachsenen. Vor allem Kleinkinder haben einfach nicht die Möglichkeit, die Salz- und Elektrolytverluste auszugleichen und auch den Säure-Basen-Haushalt zu korrigieren, das heißt, der Stoffwechsel eines Kindes ist anfälliger für Störungen“, erläutert der Primar der Pädiatrie in Brixen.

Der Mediziner beruhigt: „Wenn man auf seinen Körper achtet, merkt man recht schnell, wenn man Flüssigkeit braucht und auch eine Mutter oder ein Vater merken, wenn ihr Kind Durst hat.“

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