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„Eine andere Ebene“

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Der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti hat veranlasst, einen Problembären einzufangen. Was das für Südtirol bedeutet.

Tageszeitung: Herr Landeshauptmann, Ihr Trentiner Amtskollege hat veranlasst, den Problembär M49 einzufangen. Wäre eine solche Maßnahme auch in Südtirol möglich?

Arno Kompatscher: Zum Schutz der Unversehrtheit der Bürger ist eine solche Maßnahme immer zulässig. Dieser Bereich hat aber nichts mit Regelungen genereller Natur oder Schutzjagd zu tun. Hier geht es um eine gezielte Maßnahme zum Schutz der Bürger. Dort gibt es diese Möglichkeit immer. Das sehen auch die Schutzrichtlinien auf nationaler und europäischer Ebene vor.

Das heißt, auch Südtirol könnte eine solche Maßnahme veranlassen?

Prinzipiell schon. Nur gilt es immer genau zu prüfen, ob diese Voraussetzungen gegeben sind. Handelt es sich tatsächlich um eine Situation, die es notwendig macht, den Bär einzufangen? Ich bin mir sicher, dass Maurizio Fugatti das ausreichend geprüft hat und dementsprechend gehandelt hat.

Sie können also auch die Gefangennahme von Wölfen veranlassen?

Das hat zwar nichts mit der generellen Debatte zu tun, wie ich es schaffe, den Herdenschutz auf der Alm zu gewährleisten, aber grundsätzlich schon. Es handelt sich hier um zwei verschiedene Ebenen. Wenn der Wolf eine Person angreifen würde, ist eine solche Maßnahme notwendig und völlig legitim. Denn dann geht es um die öffentliche Sicherheit.

Die Maßnahme wird also keine Auswirkungen auf Südtirol haben?

Nein, die Maßnahme betrifft das Trentino. Es gibt einen Bären, der scheinbar gefährlich ist. Das ist eine Geschichte, die nichts mit der generellen Debatte zu tun hat. Die Frage lautet, ob das Tier gefährlich für den Menschen ist. Dann ist es ein Bereich der öffentlichen Sicherheit. Das ist eine andere Geschichte wie die Diskussion mit Rom und der EU, ob wir eine möglichst wolfsfreie Zone einführen und eventuell geplante Entnahmen durchführen dürfen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (4)

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  • guyfawkes

    Gibt es eigentlich keine anderen Themen mehr als dieses (Nicht-Problem) Wolf/Bär?

  • der_brottler

    Doch, Bären und Wölfe haben angeblich beschlossen Problempolitiker zu entnehmen (fressen)

  • george

    Egal ob Bär, Wolf oder sonst ein Tier einem oder mehreren Menschen lebensgefährlich wird und diese Art von Gefährlichkeit auch offensichtlich nachgewiesen ist, kann dieses Tier von dazu bestimmtem Fachpersonal aus dem menschlichen Umfeld entnommen werden. Das war schon bisher gesetzlich so möglich und wird auch von Zeit zu Zeit bei nachgewiesener Notwendigkeit so durchgeführt, gleichgültig ob das im Trentino, in Südtirol oder sonstirgendwo vorkommt.

  • wisoiundnetderfranz

    Wenn ein Mensch einem anderen Mensch gefährlich wird, wird er normalerweise ja auch „antnommen“…
    Warum soll das bei Tieren nicht der Fall sein?
    Mücken, die mich stechen und Fliegen, dir mir lästig vor der Nase herumsurren leben auch sehr gefährlich und riskieren die Entnahme!

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