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„Situation ist prekär“

Foto: 123RF.com

Im Südtiroler Sanitätsbetrieb sind aktuell mehr als 480 Stellen frei. Weitere 190 Vertretungsstellen sind derzeit unbesetzt. Neben Ärzten und Krankenpflegern fehlen auch Verwaltungsmitarbeiter oder Techniker.

von Lisi Lang

Im Südtiroler Sanitätsbetrieb herrscht Personalmangel. „Es fehlt an ärztlichem Personal, aber auch an Krankenpflegern und anderen Mitarbeitern der sanitären Berufsbilder“, stellt die Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder fest.

Im Südtiroler Sanitätsbetrieb sind aktuell 481,77 Stellen frei. Das zeigen neue Zahlen, die dem Team Köllensperger auf Anfrage zugeschickt wurden. „Die Situation ist wirklich prekär – zu Kündigungen und Pensionierungen kommt einfach die Tatsache, dass hunderte Stellen frei sind“, kommentiert die Landtagsabgeordnete die Daten.

Mehr als 480 Stellen sind im Sanitätsbetrieb laut Stellenplan aktuell frei (Stand 15. April 2019). Die meisten freien Stellen gibt es dabei in Bozen (223 freie Stellen), gefolgt von Meran (109 freie Stellen) und Bruneck (84 freie Stellen). Am wenigsten freie Stellen gibt es aktuell im Gesundheitsbezirk Brixen, wo insgesamt 64 Stellen frei sind. Auch interessant ist, so die Landtagsabgeordnete des Team Köllensperger, dass mehr als 400 verschiedene Stellen mit Personal ohne Zweisprachigkeitsnachweis besetzt sind.

„Man kann angesichts dieser Zahlen wirklich nicht sagen, dass es sich der Sanitätsbetrieb leisten kann, wenn 100 Personen einfach so kündigen“, betont Maria Elisabeth Rieder mit Blick auf eine vergangene Anfrage zu den Kündigungen im Sanitätsbetrieb, „da ist wirklich höchster Handlungsbedarf.“

Die Liste der freien Stellen im Sanitätsbetrieb ist lang: Es sind nämlich nicht nur Stellen für Ärzte, Primare (Sanitärer Leiter – Direktor), Krankenpfleger oder in der Verwaltung frei. In den verschiedenen Gesundheitssprengeln werden auch Köche, Elektriker oder Techniker für verschiedenste Bereiche gesucht. In Brixen sind beispielsweise zwei Stellen für diplomierte Köche frei, in Meran werden vier Mitarbeiter für den Portier- und Telefondienst gesucht, in Bozen mehrere Programmierer und in Bruneck zwei Elektriker.

Was der Landtagsabgeordneten auch zu denken gibt, ist die Tatsache, dass neben den 480 freien Stellen auch insgesamt rund 190 Vertretungsstellen unbesetzt sind. „Das heißt, dass beispielsweise Krankenpflegerinnen, die in Mutterschaft gehen, nicht nachbesetzt werden“, so die Landtagsabgeordnete.

Die ehemalige Verwaltungsangestellte im Gesundheitsbezirk Bruneck weiß, was diese Situation für die restlichen Angestellten bedeutet: „Entweder es werden Betten gekürzt bzw. geschlossen, auch nur zeitweise, oder die anderen Kollegen müssen die Mehrarbeit übernehmen, damit die Dienste weiterhin gewährleistet werden können.“

Die Landtagsabgeordnete zeigt sich angesichts dieser Zahlen überrascht und verwundert darüber, dass sich weder der zuständige Landesrat noch der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes große Sorgen machen. „Es scheint, dass dieses Thema trotz dieser mehr als eindeutigen Zahlen keine große Rolle spielt – und das ist bedenklich“, betont Maria Elisabeth Rieder. Man müsste etwas gegen diese Situation unternehmen, unterstreicht die Landtagsabgeordnete: „Man muss einerseits neues Personal holen, den Sanitätsbetrieb also als Arbeitgeber wieder attraktiver machen und andererseits auch dafür sorgen, dass die aktuellen Mitarbeiter zufrieden sind und so dem Betrieb erhalten bleiben.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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