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Berührende Momente

Mit einer 60-köpfigen Gruppe nahm die Delegation Bozen des Souveränen Malteser Ritterordens an einer Wallfahrt nach Lourdes in den französischen Pyrenäen teil.

Höhepunkt der Pilgerreise war das Pontifikalamt mit dem Erzbischof von New York Kardinal Timothy Dolan. Bei einer von den italienischen Maltesern organisierten Feier für alle Lourdespilger aus 47 Ländern von 5 Kontinenten stellte die Delegation Bozen das Land Südtirol mit heimischen Produkten vor.

Heuer jährte sich der 175. Geburtstag von Bernadette Soubirous (1844-1879). Der Müllerstochter war vor 161 Jahren in der Grotte von Masabielle im französischen Lourdes eine weibliche Gestalt erschienen, die sich als die „Unbefleckte Empfängnis“ zu erkennen gab. Die hl. Bernadette sah sich als ein „Werkzeug Mariens“, indem sie von der Erscheinung erzählte. Tatsächlich zieht ihr Bericht seither Millionen von Pilgern an diesen Gnadenort.

Der Souveräne Malteser Ritterorden folgt seit 1958 einer Einladung des damaligen lokalen Bischofs, um mit den vom Orden betreuten Kranken vor der Grotte zu beten. Heuer unternahmen zeitgleich 7.400 Malteser aus 47 Ländern der Erde die Pilgerreise, unter ihnen 1300 Betreute. Beeindruckend war nicht nur die erneut hohe Zahl an Teilnehmern, sondern auch der spürbare Glauben vieler junger Helferinnen und Helfer sowie die Anwesenheit von Maltesern aus Ländern wie Kuba, Irak, Iran, Afghanistan, Syrien, Palästina, Libanon oder Singapur.

Aus Südtirol kam eine 60-köpfige Gruppe mit 16 Kranken und weiteren Pilgern unter der bewährten Organisation von Isabelle Baronin Eyrl. Die spirituelle Leitung übernahm Alois Müller. Der Delegat für Südtirol des Großpriorates Lombardei-Venetien, Hans-Christoph Baron Hohenbühel, freute sich über die starke Südtiroler Vertretung. Er dankte den Verantwortlichen für den gelungenen Ablauf und die gute Zusammenarbeit. Insbesondere hob er die Bereitschaft der einzelnen Helferinnen und Helfer hervor, die ihre freie Zeit in den Dienst der Betreuten stellen und vielfach auch die Kosten selbst tragen. Er dankte aber auch für eingegangene Spenden, ohne die eine derartige Leistung nicht erbracht werden könnte.

In den fünf Tagen erlebten die Pilgerinnen und Pilger viele berührende Momente im persönlichen Austausch untereinander und mit den Betreuern, aber auch bei den kleineren und größeren Liturgien und geistlichen Feiern. Zu den Höhepunkten zählten gewiss für Viele der Besuch bei den heiligen Bädern und der Wirkungsstätten der hl. Bernadette, die intime Feier der Delegationsmesse und der Krankensalbung, aber auch das Hochamt mit dem Erzbischof von New York Kardinal Timothy Dolanin der großen unterirdischen Basilika Pius X. Zu tiefst berührend ist der lange Zug an Pilgern und Kranken während der Eucharistischen Prozession oder bei der abendlichen Lichterprozession. Vielen gelingt es in Lourdes, sich nach dem Vorbild der hl. Bernadette ein wenig leichter mit dem eigenen Schicksal zu versöhnen. Jeder aber nimmt ein Stück „heilender Liebe“ mit, für die man als „Werkzeug der Muttergottes“ in Lourdes besonders offen ist.

Im heurigen Jahr organisierten die drei Großpriorate von Venedig – und mit diesem auch Südtirol, Rom und Neapel ein Fest für alle Teilnehmer der Wallfahrt. Die Südtiroler Delegation präsentierte sich mit Wein und Apfelsaft der Kellereien Bozen und Manincor, mit Speck vom Südtiroler Speckkonsortium, mit Brot der Profanter Backstube und Loacker-Waffeln. Mit diesen Produkten hob sich Südtirol deutlich von anderen Gebieten Italiens ab. Zudem zeichneten sich die Südtiroler auf dem internationalen Parkett durch weitgefächerte Sprachkenntnisse aus.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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