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Abgestürzte Carabinieri

Am 23. Jänner 2017 stürzte ein Fahrzeug der Carabinieri von der Straße durchs Jendertal in die Tiefe. Nun fordert die Staatsanwaltschaft vom Kastelruther Bürgermeister Andreas Colli dafür Schadenersatz. Berechtigterweise?

Von Thomas Vikoler

Es war am 25. Jänner 2017, als der Kastelruther SVP-Bürgermeister Andreas Colli eine Verordnung erließ, die bis heute gilt: Die Straße, die das Gebiet Piz auf der Alm mit der Fraktion Pufels verbindet, wurde für den allgemeinen Verkehr gesperrt.

Der Anlass: Zwei Tage zuvor, am 23. Jänner, war es auf der Straße zu einem folgenschweren Unfall gekommen. Ein Fahrzeug der Carabinieri Kastelruth kam von der Fahrbahn ab und stürzte durch den Wald rund hundert Meter in die Tiefe. Das Dienstfahrzeug mit den roten Streifen wurde dabei schwer beschädigt, die beiden Insassen hatte unglaubliches Glück: Die Carabinieri auf Dienstfahrt wurden bei dem Absturz lediglich leicht verletzt, mussten aber verarztet und für einige Tage krankgeschrieben werden.

Auf den Unfall folgte nicht nur eine prompte Reaktion des Bürgermeisters (das Fahrverbot für die Straße durch das Jendertal, in dem sich der Absturz ereignete), sondern auch ein Schadensersatzverfahren der Staatsanwaltschaft am Rechnungshof: Andreas Colli, der Bürgermeister, soll persönlich für den am Carabinieri-Fahrzeug verursachten Schaden aufkommen.

Es geht um mehrere Tausend Euro.

Aus der Sicht der Staatsanwaltschaft trägt der Bürgermeister eine Mitschuld an dem folgenschweren Unfall. Und zwar deshalb, weil die zum Teil sehr steile Straße durchs Jendertal am 23. Jänner 2017 vereist war. Derart stark, dass die Carabinieri keine Chance hatten, ihren Dienstwagen abzubremsen. Dieser rutschte, auch wegen seines erheblichen Gewichts, auf Glatteis seitlich von der Fahrbahn.

Ein Vorfall, der sich laut Staatsanwaltschaft durch eine Sperre der Straße oder eine Schneeräumung bzw. das Behandeln mit Salz hätte verhindern lassen. Die Gemeinde sei dazu verpflichtet gewesen, für die Sicherheit der Straße zu sorgen. Dass Colli zwei Tage später eine Schließungsverordnung erließ, wertet die Anklage als indirektes Eingeständnis.

Die Verteidigung des Bürgermeisters, der persönlich nicht für derartige Fälle versichert ist, wendet hingegen ein, dass sich der Absturz nicht voraussehen ließ, weil eine dünne Schneeschicht auf der Fahrbahn lag.

Diskutiert wird der Fall am 14. Februar bei einer Verhandlung vor der Rechtsprechenden Sektion des Rechnungshofs.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (12)

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  • einereiner

    Laut italienischer Gesetzgebung ist niemand mehr selbst schuld sondern immer die anderen.
    In der Schweiz würden diese „Fahrer“ eine Strafe bekommen, da sie ein Fahrzeug auf einer Strasse führten und dazu nicht in der Lage waren.
    Salvini, ändere endlich die Gesetze, dass z. B. diese Fahrer selbst für den Schaden am Fahrzeug, am Wald und am Imageschaden für die Carabinieri zahlen müssen.

  • goggile

    gibt es.auch schadenersatz fuer die steuerzahler von seiten saemtlicher gerichtsarbeiter wenn urteile revidiert oder voellig kontraer ausfallen? bei fehlurteilen die spaeter anderst ausfallen und menschen medial vorverurteilen? bei beamten die das sicherheitsproblem schoenreden?
    ich persoenlichfinde die in den letzten jahren oftmals auf buergermeister haftungssuche als verfehlt. das hat nichts mehr mit recht zu tun sondern ist gemeinschaftsgefaehrdend, regeln muessen undsollen ein friedliches zusammenleben foerdern. die immer mehr beamtengeschaffenen diktatregeln zerstoeren ein friedliches zusammenleben und unterstuetzen geldgierigen denunziatismus. wo bleibt ein wort dazu von seiten des bischofs? all die maechtigen mit ihren hochdotierten posten und meist sesselfest bekratzen sich nicht gegenseitig. dies ist ein teil des problems. italien ist teils eine diktatur. besser sieht es in deutschland aus wo die maechtigebild zeitung ab und zu das wort erhebt wie zuletzt im fall abu chacker der bushidos familie gefaehrdet. bild hinterfragt die arbeit der gerichtsarbeiter und ordnungsangestellten. beim aktuellen deutschen campingmissbrauchsfall wurdenzum beispiel schwere fehler gemacht. im fall abuchacker stellt sichdie frage ob eineder maechtigsten clans berlins nicht auch schon gerichtsangestellte unterwandert. in polizeischulen war dies schon derfall. europa ist vom friedenweit entfertnt. denunziatismus ist eine kriegsform, leider verkennen das die schulisch diktatorisch verblendete gesellschaft.

  • schinger

    Da war sie schnell die Staatsanwaltschaft um einen schuldigen zu finden. Hingegen bei dem Brückenunglück in Genua werden die Verantwortlichen höchstwahrscheinlich nie gefunden werden.

  • rota

    Wie ist das nochmals mit der Winterreifen- und Kettenplicht im Jänner auf 2000mt Meereshöhe auf Straßen mit eingeschränkter Fahrerlaubnis? Und wie müssen Fahrer von Einsatzfahrzeugen, Carabinieri und Polizei gehören auch dazu, ausgebildet sein? Wo bleibt die Selbstverantwortung?

    Ist immer der Bürgermeister oder Grundeigentümer Haftbar wenn Einsatzfahrzeuge im Einsatz zu Schaden kommen?

    Kann mich noch an einen guten Rat meines Fahrlehrers vor über 60 Jahren erinnern, es gab nur Hinterantrieb: wenn du mal aussteigen musst zum Brunsn oder Ketten montieren immer gegen Bergseite lenken, Rückgang rein und Handbremse ziehen, immer Motor ausschalten.

    Aber in diesem Falle war es ja arschglatt.

  • goggile

    unser LB bleibt still und stumm so wie immer, so wie die wähler die ihn gewählt haben. solange es sie selber nicht betrittb bleiben sie eben still und stumm. komplette versager, anstatt etwas gesetzlich zu ändern. nicht mal im entferntesten eine tonsilbe. aber es ist nicht nur der LB sonder eigentlich ALLE poltisch arbeitenden. hab noch nie einen gehört diesbezüglich gesezte ändern zu wollen.

  • franz1

    @ goggile,
    recht hosch, obo dei Karfp wenn sie jo lai 30-50 fohrn kennatn jo aussteign und es Auto stoppn.
    Hobn dei net gschaug woi sie hinfohrn?

  • esmeralda

    heiliger Salvini bitt für uns
    heiliger Salvini rette uns…

  • giftzwerg

    Der Colli und seine Wölfe, diesmal die römische Wölfin

  • silverdarkline

    Einige Kommentare hier zeugen wohl von ziemlicher Ahnungslosigkeit. Dass die Schneeräumung in einiger Dörfern vernachlässigt wird ist kein Geheimnis. Bei der Schneeräumung und Strasseninstandhaltung sparen (Asphalt ist wiederum aufgerissen obwohl im Sommer geteert), die Ahrntalerstraße z.B. ist wieder in einem erbärmlichen Zustand, andererseits wird bei unsinnigen Projekten geprasst. Ich finde die Anzeige gut, vielleicht findet bei so manchem Bürgermeister ein Umdenken statt. Übrigens sind die Carabinieri fahrerisch bestens ausgebildet und ich denke, sie werden auch wintertaugliche Fahrzeuge haben.

  • erbschleicher

    Mir tuat er net load.
    Suscht isch er a olm soffl gscheid und versteaht olles besser!

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