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Verschossener Elfer

Der FC Südtirol kam am Samstag im Heimspiel gegen Virtus Verona über ein 1:1-Unentschieden nicht hinaus.

Drittes positives Resultat in Folge (ein Sieg sowie zwei Unentschieden) für die Mannschaft von Mister Zanetti, die die englische Woche – drei Spiele in sieben Tagen – mit einem Unentschieden im Drusus-Stadion gegen Virtus Vecomp Verona beendet.

Neuzugang Niccolò Romero traf beim 1:1 für die Weiß-Roten in seinem Startelf- und Heimdebüt.

Trotzdem wird der FCS mit diesem Resultat nicht unbedingt zufrieden sein, scheiterte der wie entfesselt aufspielende Turchetta doch in der Schlussphase mit einem Strafstoß an Verona-Keeper Chironi (88.). Kleiner Trost für Vinetot und Co.: Es ist es das siebte positive Resultat (drei Siege und vier Remis) aus den letzten acht Spielen.

DAS MATCH

Entschlossener Beginn der Gäste, die sich nach 30 Sekunden sofort den ersten Eckball erarbeiteten, den die Hintermannschaft der Weiß-Roten aber ohne Probleme klären konnte.

Verona – heute in dunkelblauen Trikots – drückte aber weiterhin früh nach vorne und verpasste dem FCS in der 4. Minute bereits die kalte Dusche: Onescu spielte ohne klare Idee mit dem rechten Außenrist einen hohen Ball in den Fünfmeterraum, wo Tait das Leder aufspringen ließ, Ferrara energisch nachsetzte und per Kopf Nardi zum kuriosen 1:0 für die Gäste überwand.

Die erste Reaktion der Weiß-Roten ließ aber nicht lange auf sich warten: Nach einem Morosini-Eckball stieg Tait am zweiten Pfosten gut hoch und kam zum Kopfball, der jedoch von Manfrin mit dem Körper abgeblockt wurde.

Nach dem aggressiven Beginn zog sich Verona im Anschluss ein wenig zurück, der FCS begann, das Spiel mit ein wenig Kontinuität in die Hand zu nehmen: In der 13. Spielminute drehte sich Turchetta an der Strafraumgrenze und feuerte einen strammen Schuss ab, bei dem sich Chironi strecken musste, ihn im Nachfassen aber halten konnte.
In der 17. Minute war es dann soweit – die Mannen von Zanetti kamen zum Ausgleich: Berardocco schickte Turchetta in die Tiefe, der es zuerst alleine versuchte, dann aber – als er nicht den nötigen Raum zum Abschluss fand – in den Strafraum eindrang und bis zur Grundlinie durchkam, von der er dann eine flache Hereingabe an den zweiten Pfosten brachte, wo Neuzugang Romero goldrichtig stand und ins leere Tor zum 1:1 einschob. Es war sein erster Treffer im Trikot der Weiß-Roten.

Und die Weiß-Roten blieben dran: Nur vier Minuten später servierte Berardocco Tait zum Abschluss, dessen Versuch aus 25 Metern segelte aber über den Kasten von Chironi.

In der 25. Minute gab es nach Foul von Oneto an Ferrara einen Freistoß für die Gäste vom linken Strafraumeck: Giorico trat an und zirkelte seinen Drehschuss nur knapp am langen Eck vorbei.

Nur drei Minuten später Freistoß auf der anderen Seite: Diesen brachte Morosini von rechts als Flanke in die Mitte, wo der baumlange Romero gesucht und gefunden wurde und zum Kopfball kam. Er versuchte es per Aufsetzer, der knapp drüber ging.
In Spielminute 39 lud Ferrara Manfrin zur Flanke ein, dessen Hereingabe erreichte am zweiten Pfosten Lavagnoli, der den Zweikampf mit Fabbri gewann. Er lenkte das Leder mit der Schulter Richtung Tor der Weiß-Roten, doch Nardi war zur Stelle und vergrub den Ball in seinen Armen.

In den finalen Minuten der ersten Hälfte gab es noch einen Schreckmoment für die Weiß-Roten: Der Ball kam unmittelbar vor dem Kasten von Nardi zu Grandolfo, doch Casale blockierte den Schussversuch des Ex-Chievo-Verona-Stürmers in extremis herausragend (44.).
Dann war Halbzeit, mit einem 1:1 ging es in die Kabinen.

Beide Teams tätigten in der Halbzeitpause einen Wechsel: Mister Zanetti brachte Kapitän Fink für Berardocco, De Rose wechselte somit auf die Spielmacher-Position. Auf der Seite von Verona kam Grbac für Manarin.
Dieses Mal waren es die Weiß-Roten, die in dieser zweiten Halbzeit einen furiosen Beginn hinlegten: Der wie entfesselt aufspielende Turchetta zog in der 52. Minute auf der linken Seite davon und brachte von der Grundlinie einen guten Ball in die Mitte, doch zuerst Casale und dann Romero konnten das Leder nicht ins gegnerische Tor umlenken.

Nur eine Minute später fast eine Kopie der vorherigen Aktion: De Rose, Morosini und Fink kombinierten sich durch, letzterer schickte Turchetta wieder auf die Reise. Dessen butterweiche Hereingabe von links fand Romero, der seinen Kopfball-Versuch jedoch leicht drüber setzte.

Turchetta und Romero lösten sich in Spielminute 58 auf der linken Seite per Doppelpass gut, ersterer – wie sollte es auch anders sein – zog im Anschluss auf der linken Seite auf und davon, wandte sich an der Strafraumgrenze Richtung Mitte und zog ab. Sein Versuch ging einen Meter am langen Eck vorbei.

Der FCS blieb am Drücker – und kam in der 67. Minute zur Riesenchance zur Führung: Turchetta und Procopio kombinierten sich immer wieder hervorragend auf der linken Seite durch, letzterer sah und bediente im Anschluss Morosini, der – mutterseelenallein, aber ein wenig auf dem Hinterfuß erwischt – in der Mitte aus optimaler Position mit links drüber schoss.

Mister Zanetti gab sich mit dem Unentschieden aber noch nicht zufrieden und brachte in der 70. Minute anstelle von Morosini in De Cenco einen dritten Stürmer und stellte auf ein 4-2-4-System um. De Cenco und Romero agierten von nun an als zentrale Sturmspitzen, Turchetta kam vorne über links, Tait über rechts. Zehn Minuten später kam noch Mazzocchi für Tait in die Partie, somit standen bei den Weiß-Roten nun vier nominelle Stürmer auf dem Platz.

Diese offensive Ausrichtung sollte noch zu einer Riesenmöglichkeit für den FCS führen: In Spielminute 86 brachte Turchetta die Hintermannschaft der Gäste zum wiederholten Male in Schwierigkeiten, dieses Mal bediente er Mazzocchi in der Mitte, der das Leder gut verteidigte und Sirignano damit zu einem regelwidrigen Einsteigen zwang – Schiri Collu zögerte kurz, zeigte dann aber richtigerweise auf den Punkt – Elfmeter. Turchetta trat an, doch Chironi hielt. Da war sie, die Riesenchance zur späten Führung.

Dann passierte nichts Nennenswertes mehr, die Mannen von Mister Zanetti und Virtusvecomp Verona trennten sich im Drusus-Stadion mit 1:1-Unentschieden, einem Ergebnis, das den Weiß-Roten deutlich zu eng zu Leibe stand.

FC SÜDTIROL – VIRTUSVECOMP VERONA 1:1 (1:1)
FC SÜDTIROL (3-5-2)
: Nardi; Oneto (80. Mazzocchi), Casale, Vinetot; Tait, Morosini (70. De Cenco), Berardocco (46. Fink), De Rose, Fabbri (61. Procopio); Romero, Turchetta
Auf der Ersatzbank: Ravaglia, Antezza, Della Giovanna, Jamai
Trainer: Paolo Zanetti
VIRTUSVECOMP VERONA (3-4-2-1): Chironi; Rossi, Trainotti, Sirignano; Lavagnoli (71. N’Ze), Onescu, Giorico, Manarin (46. Grbac), Manfrin; Grandolfo (80. Rubbo), Ferrara (71. Danti)
Auf der Ersatzbank: Sibi, Pinton, Maccarone, Frinzi, Merci, Danieli, Nolè, Giacomel
Trainer: Luigi Fresco
SCHIEDSRICHTER: Giuseppe Collu aus Cagliari (Die Assistenten: Licari – Micalizzi)
TORE: 0:1 Ferrara (4.), 1:1 Romero (17.)
BESONDERES VORKOMMNIS: Chironi hält einen Foulelfmeter von Turchetta (88.)
ANMERKUNGEN: sonniger Nachmittag.
Gelbe Karten: Berardocco (FCS, 42.), Manfrin (VV, 48.), Grbac (VV, 51.), Grandolfo (VV, 72.), Giorico (VV, 80.)

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