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„Nachteil für Frauen“

Renate Gebhard

Landesfrauenreferentin Renate Gebhard warnt vor den negativen Folgen der Einführung der Quote 100 für Frauen: „Es braucht auf jeden Fall Ausgleichsmaßnahmen wie die Ankerkennung der Erziehungszeiten.“

Der NISF/INPS-Präsident Tiziano Boeri hat bei seiner Anhörung in der Abgeordnetenkammer vor den Folgen einer Pensionsreform „Quote 100“ für die Frauen gewarnt. Dabei hätte man dann Anrecht auf die Rente, wenn das Alter und die Beitragsjahre die Summe von 100 ergeben. Vorgesehen sind ein Mindestalter von 62 Jahren bei 38 Beitragsjahren. „Boeri hat klare Worte gesprochen“, berichtet die SVP-Fraktionssprecherin in der Abgeordnetenkammer Renate Gebhard. „Die Frauen haben die Möglichkeit einer Frühpensionierung durch die sogenannte „opzione donna“, die sich jedoch wesentlich auf die Höhe der Rente auswirkt, da Abzüge vorgesehen sind“, erklärt Gebhard. „Mit der geplanten Reform könnten Männer ihren Renteneintritt beschleunigen – ohne Abschläge.“

„Dies ist eine klare Ungerechtigkeit zwischen Frauen und Männern: Mütter, die zuhause bei ihren Kindern bleiben, haben zum einen kaum die Chance die Quote 100 zu erreichen und müssen im Falle einer Frühpensionierung durch die ‚opzione donna‘ mit Abschlägen rechnen, während Männer ohne Abzüge früher in Rente gehen können“, so Gebhard. „Diese Ungleichheit gilt es auf jeden Fall zu beheben“, so die SVP-Fraktionssprecherin und Landesfrauenreferentin und fordert Ausgleichsmaßnahmen für die Verantwortung und Rolle der Frauen in den Familien, aufgrund der sie oft teilweise bzw. gänzlich auf eine berufliche Erwerbstätigkeit verzichten.

„Bereits seit Jahren fordern wir die Anerkennung der Erziehungs- und Pflegezeiten für die Rente“, verweist Renate Gebhard in diesem Zusammenhang auf ihren Gesetzentwurf, den sie bereits zu Beginn der aktuellen Amtsperiode des Parlaments erneut eingereicht hat. Dieser sieht einen symbolischen Rentenbeitrag von einem Jahr pro Kind bis zu maximal fünf Jahren vor. „Die Abgeordnete Mara Carfagna hat heute ebenfalls zu diesem Thema Stellung genommen und meinen Vorschlag aufgegriffen“, so Gebhard. „Ich hoffe sehr, dass sie meinen Gesetzentwurf mitunterzeichnet und wir überparteilich Maßnahmen zum Wohle der Frauen, der Mütter und der Familien vorantreiben können.“

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Kommentare (3)

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  • latemarbz

    Frau Gebhard – und alle Frauenrechtlerinnen: Das Anrechnen einer Erziehungszeit auf die Rente ist das eine. Aber wenn man von Gerechtigkeit spricht: warum sollen Frauen generell, unabhängig ob sie Kinder erzogen haben oder nicht, mit einem geringeren Alter in Rente gehen können? Wo ist da die Gleichberechtigung? Und auch bei den Müttern: Frauen sind im Vergleich zu den Männern zum Renteneintrittsalter noch gesünder und agiler als ihre männlichen Altersgenossen und leben auch länger. Folglich erhalten sie auch länger eine Pension. Das Renteneintrittsalter hat z. T. auch mit der durchschnittlichen Lebenserwartung zu tun. Warum sollen Frauen, die meist auch noch in weniger körperlich anstengenden Berufen (Pflegeberufe ausgenommen) arbeiten, nicht auch ein paar Jahre länger arbeiten?

  • goggile

    Laecherlich. Weibo lebn laengo. Also auch spaeter in pension!

  • checker

    Die SVP sollte sich endlich vom PD lösen. Andernfalls wird der wirtschaftswissenschaftlich falsch liegende Partito di SVP mit in den Abgrund reissen.

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