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„Wir machen Tirol“

Über 300 Menschen ließen es sich am Sonntag nicht nehmen, direkt an der Brennergrenze ein Zeichen für die Selbstbestimmung und für die Einheit Tirols zu setzen.

Die Kundgebung der Süd-Tiroler Freiheit stand ganz unter dem Eindruck des 100. Jubiläums des Endes des Ersten Weltkrieges und der Zerreißung Tirols. Damit die geteilten Landesteile auch symbolisch wieder zusammenwachsen, wurde direkt an der Grenze ein Baum gepflanzt, eingebettet in Erde aus Welsch-, Süd-, Ost- und Nord-Tirol.

Auf der Wiese an der Unrechtsgrenze war in großen Buchstaben weithin zu lesen, worum es der Süd-Tiroler Freiheit bei der Kundgebung ging:

„Wir machen Tirol“.

Die Europaregion Tirol sei nur eine leere Schachtel und müsse mit Leben und Inhalt gefüllt werden. Die Tiroler Landesteile müssten wieder stärker zusammenwachsen. „Das letzte Ziel ist aber die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts“, betonte die langjährige Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Eva Klotz.

„Zusammenwachsen“: Das soll auch die Birke symbolisieren, die von Vertretern aller Landesteile mit Erde aus ganz Tirol, von Borghetto bis Kufstein, gepflanzt wurde. „Möge dieser Baum gedeihen und wachsen, so wie auch unsere getrennten Landesteile wieder zusammenwachsen sollen“, unterstrich Klotz.

Die Landtagsabgeordneten der Bewegung, Myriam Atz Tammerle und Bernhard Zimmerhofer, gingen in ihren Reden auf das Recht auf Selbstbestimmung und die Trennung Tirols ein: „Jedes Volk muss frei entscheiden dürfen, in welchem Staat es leben will. 100 Jahre Teilung sind genug!“

Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll ging in seiner Rede auch auf die doppelte Staatsbürgerschaft ein und betonte, wie wichtig diese im Angesicht von wachsendem Nationalismus in Italien sei: „Gerade die letzten Wochen haben gezeigt, dass Italien sein Ziel niemals aufgeben wird, nämlich Süd-Tirol zu einer normalen italienischen Provinz zu machen. Niemand hat das Recht, uns unsere Identität vorzuschreiben.

Und Italien hat schon gar kein Recht, Österreich daran zu hindern, jenen Süd-Tirolern, die dies wollen, die österreichische Staatsbürgerschaft zu geben. Italien hat seinen eigenen italienischen Minderheiten im Ausland die italienische Staatsbürgerschaft gegeben, ohne irgend einen anderen Staat um Erlaubnis zu fragen. Genauso wenig bedarf es der Zustimmung Italiens für die doppelte Staatsbürgerschaft für Süd-Tiroler!“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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