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Geschlagene Frauen

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In den Kontaktstellen gegen Gewalt und in den Frauenhäusern wurden im Jahr 2017 insgesamt 565 Frauen betreut. Heuer ist es in den Frauenhäusern erstmals eng geworden.

von Lisi Lang

Schätzungen zufolge meldet sich nur eine von 20 Frauen, die Opfer von Gewalt wurden bei den Frauenhäusern oder der Kontaktstelle gegen Gewalt. Insgesamt 565 Frauen haben sich im Laufe des letzten Jahres Hilfe geholt – das zeigen die neusten Daten des Landesstatistikinstitutes ASTAT. „Das ist sicher nur die Spitze des Eisberges“, weiß auch Daniela Depellegrin, Mitarbeiterin der Kontaktstelle gegen Gewalt in Bozen.

„Diese Frauen werden von ihren Männern oft sehr stark unterdrückt und haben Angst, dass sie noch stärker entmündigt werden, wenn sie sich Hilfe suchen“, ergänzt Barbara Wielander, vom Frauenhaus in Brixen. Es sei in diesem Bereich daher noch viel Aufklärungsarbeit nötig, sodass betroffene Frauen auch den Mut finden, sich zu wehren. „Diese Frauen werden oft sehr stark negativ beeinflusst und haben Angst, dass sie ihre Kinder verlieren könnten“, erklärt Barbara Wielander.

In Südtirol gibt es fünf geschützte Einrichtungen, sogenannte Frauenhäuser und vier Kontaktstellen gegen Gewalt. Zudem können Opfer von Gewalt auch direkt in der Bozner Ersten Hilfe das Codewort Erika nennen und werden dann direkt in einen geschützen Bereich und mit den enstpechenden Kontaktstellen in Verbindung gebracht. „Wir arbeiten gut zusammen, leider ist diese Möglichkeit aber zu wenig bekannt“, weiß Depellegrin.

In den fünf Frauenhäusern stehen 40 Wohnungen bzw. Zimmer zur Verfügung.

Braucht es weitere Einrichtungen?

„Laut EU-Empfehlung befinden wir uns in einem guten Rahmen, aber heuer ist es uns erstmals passiert, dass wir teilweise keine Wohnung frei hatten“, erklärt Barbara Wielander. Sogar die Notwohnung sei beinahe ständig besetzt gewesen. „Wir haben aber auch die Möglichkeit, Frauen in so einem Fall in einem Hotel unterzubringen“, ergänzt Barbara Wielander. Wenn man mehr Plätze zur Verfügung hätte, so Wielander, dann würde dies sicher nicht schaden bzw. dann würden sicher auch diese gefüllt werden.

Die Frauen, die Opfer von Gewalt wurden und sich an die Einrichtungen wenden, fallen überwiegend in die zentralen Altersklassen: Knapp 60 Prozent der Opfer sind zwischen 30 und 50 Jahre alt. Es darf dabei aber nicht vergessen werden, so das ASTAT, dass das Heiratsalter deutlich gestiegen ist. Zudem ist fast immer der Ehemann oder der ehemalige Partner der Täter.

LESEN SIE IN DER HEUTIGEN PRINT-AUSGABE: 

Welche Formen von Gewalt Frauen bei der Kontaktstelle melden und warum Frauen Angst davor haben, Hilfe zu holen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (1)

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  • kurt

    Diese Frauen sollen endlich einmal aufhören sich über die Männer zu beschweren und die Wahrheit über die Vorgeschichten auch sagen, weil nur so aus heiteren Himmel schlägt kein Mann eine Frau.
    Logisch ist die jeweils ganze Geschichte zu erzählen nicht nur die Seite der Frau.
    Das Frauen einen Mann jahrelang schikanieren und mit Vorwürfen misshandeln das gibt es auch nur das niemand etwas davon erfährt das wird alles bagatellisiert oder verlogen nur wenn dem Mann einmal die Geduld ausgeht wird eine große Story daraus gemacht .
    Nicht umsonst haben Frauen Angst Hilfe zu holen weil sie das Schlechte Gewissen plagt .Was ganz Verachtenswert ist das diesen Frauen Organisationen nichts besseres einfällt als diese sonst schon verunsicherten Frauen noch gegen die Männer aufhetzen !!!!.

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