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Albert sucht Frau

Albert Pallweber mit Anna (Fotos: ATV)

Der Nalser Bauer Albert Pallweber nimmt an der österreichischen Ausgabe von „Bauer sucht Frau“ teil. Wie er dazu gekommen ist und wie viel Show hinter der Sendung steckt.

TAGESZEITUNG Online: Herr Pallweber, wie kamen Sie auf die Idee, bei der Sendung mitzumachen?

Albert Pallweber: Ursprünglich entstehen solche Ideen ja eigentlich immer als Jux und Gaudi. Allerdings Warum nicht auch mal bei der Partnersuche alternative Wege gehen? Einen Versuch ist es allemal wert – egal ob es zu einem Ergebnis kommt oder nicht. Man wird auf jeden Fall um viele Bekanntschaften und Erfahrungen reicher.

Wie haben Sie reagiert, als Sie die Zusage vom Sender bekommen haben?

Ich hab mich natürlich sehr darüber gefreut, doch liegt die Freude auch auf beiden Seiten, denn der Sender wollte unbedingt in unser wunderschönes Land Südtirol und auch für das Team und die Produktion ist es eine einzigartige Kulisse. Und die haben sich sofort in Südtirol verlieb. Also eine Liebe hat die Sendung schon mal mit sich gebracht.

Die Sendung „Bauer sucht Frau“ genießt nicht den besten Ruf. Besorgt Sie das nicht?

Naja, das ist vielleicht die Ansicht einiger Leute, aber bei mir genießt sie in keinster Weise einen schlechten Ruf. Aber ich verstehe was damit gemeint ist und vor allem bezieht sich diese Meinung – denk ich – auf die Produktion von RTL im Deutschen Fernsehen. Ich kann es jedem nur nahe legen, es sich Mal auf ATV anzuschauen. Glauben Sie mir: Es ist eine andere Welt und dort hat Landwirtschaft, Bauer sein und auch das ländliche Leben einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland.

Wie stehen ihre Freunde und Ihre Familie zu Ihren Fernsehauftritten?

Nur positiv. Jeder der auch dabei war oder bereits Teile der Dreharbeiten und alles mitbekommen hat, ist begeistert. Wir haben einfach Spaß dabei. Ich bekomme aber auch negative Kommentare zu hören. Wenn man bei so einer Show mitmacht, dann muss man damit rechnen. Zumeist sind das Leute, die einen nicht mal persönlich kennen, aber glauben sich abfällig äußern zu müssen um vielleicht von sich abzulenken. Aber ich sehe das nach dem Motto: „Die Leit brauchen eppes zu reden, nor stellen Sie nix schlimmers un” und ich stehe über dem.

Werden Sie seit Ihren Auftritten im Fernsehen oft darauf angesprochen?

Ja, sicherlich. Hier in Südtirol ist es nicht so arg, aber in Österreich – da ich dort auch gerade viel unterwegs bin – werde ich überall erkannt und angesprochen. Fragen stellen, Fotos und so weiter – das macht aber nur Spaß. Man merkt, dass sich die Leute darüber freuen.

Wie oft wurde bisher gedreht? Wie oft muss noch gedreht werden?

Bisher wurde die Vorstellungsfolge und die Hofwoche gedreht. Weiter geht es noch Mit dem was so im Nachhinein zur Hofwoche passiert.

Sandra, Anna, Albert, Tasmin, Laura

Gibt es irgendwelche besonderen Regeln, an die Sie sich während der Sendung halten müssen?

Es läuft – bis auf dass ein paar Strichpunkte was ich die Woche so machen könnte – alles spontan und frei ab.

Sie haben bereits die Briefe der Bewerberinnen bekommen. Wie viele Briefe sind an Sie gegangen?

Die Briefe habe ich natürlich vorab bekommen, um mir in Ruhe meine Favoritinnen auszusuchen. Über die Anzahl werde ich nichts sagen, denn ein Gentleman schweigt und genießt. Aber ich war schon selber etwas überrascht und dachte nicht so gut anzukommen. Die Anzahl ist ohnehin nicht wichtig, man muss die richtige Auswahl treffen sodass die eine Richtige dabei ist. Das ist das Ziel.

Worauf achten Sie bei den Bewerberinnen besonders?

Also durch so eine Briefbewerbung gibt es nur zwei Kriterien. Alles andere wäre unrealistisch. Erstens: Wie ist der Brief geschrieben, was sagt er aus und wie viel Mühe gibt sich jemand dabei? Und Zweitens, da muss jeder so ehrlich sein: Wie ist die Optik auf den Fotos?

Was hat Sie bei den Bewerberinnen beeindruckt?

Um das zu erfahren muss man schon die Sendung schauen und anhören, was ich dort über jede einzelne so kommentiere.

Was halten die Bewerberinnen von Südtirol?

Sie waren natürlich von unserm Land alle begeistert, aber das ist wohl klar (lacht). Für mich gibt es keinen schöneren Ort. Wir haben doch alles zu bieten und wo man hinschaut eine traumhafte Kulissen. Noch dazu gibt es super Essen. Also keine der Kandidatinnen könnte sich nicht vorstellen, sofort hier zu leben.

Welche Rolle spielt bei dieser Form des Kennenlernens das Aussehen?

Welcher Mann schaut bitte nicht auch auf das Aussehen? Das ist natürlich nicht alles, aber wer möchte nicht, dass seine Traumfrau, die sonst charakterlich und vom Feeling her super zu einem passt, nicht auch gut aussieht? Aber insgesamt hält sich die Waage. Ein Teil sind die Gespräche und die Einzeldates, bei denen man sich wirklich kennenlernt und schaut, was für Gefühle dabei sind. Bei der Hofwoche schaut man sicher auch einmal auf die dargebotenen Reize der Frauen, die die Bewerberinnen ja von sich aus versuchen ins rechte Licht zu rücken. Das ist der zweite Teil. Klarerweise entsteht dadurch ein kleiner Konkurrenzkampf unter den Damen und jede versucht sich so hübsch und bestmöglich dem Bauer zu präsentieren, wie möglich.

Werden Sie den Bewerberinnen besondere Aufgaben stellen?

Ja, Aufgaben werden sie schon zu bewältigen haben, aber ich sehe das weniger als Prüfung, sondern als Möglichkeit, ihnen einen Einblick in ihr eventuell zukünftiges Leben zu geben. Aber wieder der Hinweis: Schauen und sich überraschen lassen.

Ziel der Sendung ist es, eine Freundin, wenn nicht sogar die Liebe des Lebens zu finden. Wieso hat das bisher bei Ihnen nicht auf normalen Weg geklappt?

Nicht geklappt trifft es jetzt nicht ganz. Ich gehöre nicht zu den Kandidaten, die noch nie eine Partnerin hatten oder mit Jungfräulichkeit in die Show gehen. Aber in den letzten Jahren habe ich sehr viel gearbeitet – auch an den Wochenenden. In die Disko gehe ich auch nicht so oft. Ich gehe gern aus, aber ich baggere dann auch nicht offensiv rum. Ich bin etwas schüchtern, auch wenn es nicht den Anschein macht.

Albert Pallweber

Glauben Sie daran, dass Sie jetzt mithilfe der Sendung die wahre Liebe finden?

Glauben und Hoffnung muss man immer haben, aber ich warte einfach ab. Es wird sich in den nächsten Wochen in der Show herausstellen was passiert, ob ich vergeben oder schon wieder beziehungsweise noch immer auf dem freien Markt bin.

Für viele ist es unvorstellbar, dass die Dialoge und die Handlungen real so ablaufen. Ganz ehrlich: Wie viel Show ist bei dieser Sendung dabei?

Show ist da der falsche Begriff. Im Bezug auf die Frage ist vielleicht gemeint, ob es ein Drehbuch oder Vorlagen gibt. Da kann ich ganz bestimmt sagen: Nein! Was man sagt, ist jedem selbst überlassen und wird nicht beeinflusst. Man kommt am ersten Tag mit den Mädels zusammen an und unternimmt eben Dinge. Man lernt sich kennen und die Kamera läuft mit. Irgendwann bekommt man das gar nicht mit – außer in den Einzelinterviews. In diesem Zusammenhang muss ich auch sagen, dass das Team sehr gut gearbeitet hat. Sie waren die meiste Zeit im Hintergrund. Wir hatten aber immer alle zusammen viel Spaß. Es sind richtige Freundschaften daraus entstanden. Ich bereue keine Sekunde dabei zu sein!

Interview: Markus Rufin

 

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