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Umstrittene Einladung

Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Christian Kern läutet den Wahlkampf der SVP-Arbeitnehmer ein. Doch es gibt Kritik. 

von Matthias Kofler

Helmuth Renzler strahlt vor Stolz: „Wenn wir es schaffen, solche Gäste nach Südtirol zu holen, dann kann man schlecht behaupten, dass die Arbeitnehmer nichts mehr zu sagen haben“, sagt der Vorsitzende des linken Flügels der Edelweißpartei.

Die SVP-ArbeitnehmerInnen werden am Freitag im Tannerhof in Girlan ihren Landtagswahlkampf einläuten. Das Thema der Veranstaltung lautet: „Sozialdemokratie mit Blick auf die europäische Entwicklung.“ Für das Hauptreferat konnte Helmuth Renzler den SPÖ-Bundesvorsitzenden und ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Christian Kern gewinnen. Der SVP-Arbeitnehmerchef bezeichnet Kern und die österreichische Sozialdemokratie als „wichtige Ansprechpartner Südtirols“. „Eine gute Beziehung zur ÖVP ist zwar wichtig. Doch die meisten Errungenschaften für Südtirol sind immer dann durchgegangen, wenn das Bundeskanzleramt von einem SPÖ-Politiker geführt wurde“, unterstreicht Renzler. Gerade in der Phase der Unsicherheit, in der sich Europa zurzeit befinde, sorgten die Sozialdemokraten für die notwendige Stabilität. Deshalb sollen im Oktober auch einige SPD-Europapolitiker nach Südtirol kommen, um die Arbeitnehmer im Wahlkampf zu unterstützen.

Kritik am Kern-Besuch kommt indes von der Süd-Tiroler Freiheit: Diese wirft Arno Kompatscher vor, seine Funktion als Landeshauptmann missbraucht zu haben, um Kern zu einer Parteiwahlveranstaltung einzuladen. Leitungsmitglied Werner Thaler bezieht sich dabei auf den SPÖ-Pressedienst, wonach Kern auf Einladung des LH an der SVP-Arbeitnehmerveranstaltung teilnehmen wird. „Es ist nicht das erste Mal, dass die SVP nicht zwischen institutioneller Regierungsarbeit und Parteiarbeit unterscheiden kann“, kritisiert Thaler.

Helmuth Renzler lassen diese Sticheleien kalt: „Die Süd-Tiroler Freiheit hat offensichtlich nichts anderes zu tun, als uns auf die Finger zu schauen. Ich hätte beim besten Willen nicht die Zeit, um mich mit deren Angelegenheiten zu befassen. Es ist ganz normal, dass institutionelle Termine wie der Besuch eines SPÖ-Bundesvorsitzenden auch über das Büro des Landeshauptmanns abgewickelt werden. Das Büro der Arbeitnehmer stand seit Februar mit dem Büro des SPÖ-Bundesvorsitzenden in Kontakt, um einen passenden Termin zu finden. Es ist nicht leicht, solche Leute nach Südtirol zu bringen — und das auch noch kostenlos.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (11)

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  • tiroler

    Einen abgewählten Kanzler und unbeliebten Politiker als Wahlkampfhelfer? Noch dazu von den Linken, sozusagen der österreichische PD.Für was soll das gut sein? SVP ade

  • sepp

    uiuiu in renzler gibs a no und wos isch wen holt do kern noch Südtirol kimp hoben Sem die Arbeitnehmer obans wen man wiedergewählt werden will muiss man fakten schaffen wos für die leute was tun Sem wellen mir erfolge sehen mit gesetzen oder dinge die wos für die Arbeitnehmer bringe wos nutzt den wen a ausrangierter Politiker a rede schwingt

  • guyfawkes

    „Wenn wir es schaffen, solche Gäste nach Südtirol zu holen, dann kann man schlecht behaupten, dass die Arbeitnehmer nichts mehr zu sagen haben.“

    Ich kann den von Renzler hergestellten Zusammenhang leider nicht erkennen. Wenn das sein einziges Argument gegen die Behauptung dass die Arbeitnehmer in der SVP nichts zu melden haben, ist, dann „gute Nacht“.

    Soo wichtig kann der Gast dann auch wieder nicht sein. Ein paar Sätze weiter wird er (von Renzler selbst oder der Tageszeitung) mit dem Bundeskanzler Kurz verwechselt:
    „Der SVP-Arbeitnehmerchef bezeichnet Kurz und die österreichische Sozialdemokratie als „wichtige Ansprechpartner Südtirols“.“

  • meintag

    Was SPÖ in Österreich an Negativem hinterlässt kann man in der Wiener Regierung der Vergangenheit sehen. Da die SVP Arbeitnehmer nur Wahlkampffloskeln von sich geben sieht man daran wie Sie vielleicht m Volk unterstützt werden. Da in der Vergangenheit auf nationaler und und Landesebene nur einige Wenige der Gewerkschaften zu Ruhm und Geld gekommen sind zeigt was man vom Arbeitnehmer hält. Nichts man braucht ihn als Wähler. Die Gewerkschaften haben somit ihr letztes Silber(Gold war nie Sache des unteren Volkes) verspielt. Übrigens kann der SVP Arbeitnehmer Chef mit seinem alten Arbeitgeber Werbung machen. Die INPS mit Schulden und leeren Kassen könnte sicher in sein Weltbild passen.

  • pingoballino1955

    Super der Herr Renzler,fünf Jahre SCHLAFEN und dann noch den falschen Mann einladen!!!!

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