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„Kritik berechtigt“

Zu den Wasserkraftwerken für Bauern an Gebirgsbächen teilt die BürgerUnion die Kritik an Landesrat Richard Theiner.

Die BürgerUnion bezeichnet den im Omnibusgesetz enthaltenen Passus zur Stromerzeugung an Gebirgsgewässern als „umwelttechnischen Rückschritt und Frevel an Südtirols Natur“.

„Wir haben uns von Anfang an gegen die Nutzung von Gebirgsbächen zur gewerblichen Stromnutzung gestellt. Dazu haben wir im Südtiroler Landtag zwei Änderungsanträge eingebracht, die Südtirols Gebirgsbäche vor dieser Belastung verschont hätte. In bester Stromlobbyisten-Manier wurden unsere Anträge von der SVP niedergestimmt, um wieder mal Profit vor Umweltschutz zu stellen“, schreibt der Parteiobmann-Stellvertreter der BürgerUnion, Dietmar Zwerger in einer Aussendung der Partei.

Die BürgerUnion verurteilt auch die Zurechtweisungen der Umweltverbände durch SVP-Landesrat Theiner. „Theiners Ausreden und Erklärungen zeugen von seiner Arroganz und der Unverträglichkeit der beiden Ressorts Energie und Umwelt, da solcherart die Umwelt durch die Stromlobby ungeniert und offensichtlich ausgebeutet wird. Dies hat bereits sein Vorgänger Michl Laimer bewiesen“ so Zwerger weiter.

Die nun von der SVP beschlossene Erlaubnis für Bergbauern, Strom aus Wasserkraft an Netzanbieter verkaufen zu dürfen, sei ein weiteres Beispiel, wie Südtirols Natur der Stromlobby geopfert werde. Zwerger: „Die Landesregierung hat natürlich größtes Interesse, der Landesgesellschaft Alperia so viel Strom wie möglich zur Verfügung zu stellen, um deren Profit zu steigern. Dies ist nicht löblich, sondern höchst verantwortungslos, wenn dafür sensible Gewässer geopfert werden. Doch der Mammon scheint der SVP ihre Entscheidungen vorzugeben, gegen jede Verantwortung für Südtirols Umwelt und vor allem Unterwasserwelt.“

Die BürgerUnion stellt klar, dass sich ihre Kritik nicht gegen die Bergbauern richte, die unter extremsten Bedingungen Südtirols Berglandschaft pflegen und erhalten: „Bergbauern sollen ihren Strom produzieren dürfen, auch um ihr finanzielles Überleben zu erleichtern. Doch Strom aus den überaus sensiblen Gebirgsbächen darf niemals zum Spekulationsobjekt werden. Zu wertvoll und fragil ist der Lebensraum Gebirgsgewässer. Wir müssen unsere Unterwasserwelt, unsere Gewässer, egal ob im Gebirge oder in den Tälern, und die darin lebende Tierwelt für unsere Nachwelt erhalten. Dafür werden wir auch weiterhin gegen die SVP und gegen die von ihr geschützte Stromlobby kämpfen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (2)

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  • robby

    Die Stromversorgung der Bergbauernhöfe ist in Ordnung. Aber Finger weg von den Gebirgsbächen um Strom für die kommerzielle Nutzung zu produzieren.
    Ich warte auf eine Stellungnahme des Südtiroler Alpenvereins.

  • george

    Der Alpenverein hat sich über die Stimme des Dachverbandes längst schon gemeldet. R. Theiner und co. geht es hier sicher nicht allein um ein Hilfe für Bergbauern, das ist eine vorgeschobene Variante um dahinterliegende Zielvorstellungen ganz anderer Natur damit decken zu können. Das altbekannte „Alperiaspiel“ lässt grüßen.

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