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Shoppende Beamte

Brigitte Foppa fordert Fortbildungs-Urlaube für Landesbedienstete. Die Mehrheit im Landtag ist dagegen — weil die Beamten die Zeit für eine Shoppingrunde missbrauchen könnten.

von Matthias Kofler

Der 1. Gesetzgebungsausschuss hat am Donnerstag den Gesetzentwurf zum Ehrenamt behandelt, mit dem das Gesetz von 1993 an die staatliche Reform angepasst wird. Die neuen Bestimmungen gelten für 2.172 ehrenamtlich tätige Organisationen und 110 Organisationen zur Förderung des Gemeinwesens.

Die wichtigste Neuerung betrifft die Eintragung in die Landesverzeichnisse: So müssen Organisationen, die in den Bereichen gesundheitliche und soziale Betreuung, Kultur, Erziehung und Bildung, Sport, Erholung und Freizeit, Zivilschutz, Umwelt- und Landschaftsschutz tätig sind oder sich für die Bereiche Sozialtourismus, Verbraucherschutz, Menschenrechte, Chancengleichheit und Entwicklungszusammenarbeit engagieren, nicht mehr eine einjährige bzw. sechsmonatige Tätigkeit nachweisen, um in die Landesregister der ehrenamtlichen Organisationen bzw. der Vereine zur Förderung des Gemeinwesens eingetragen zu werden. Dies kommt vor allem den neu gegründeten Vereinen zu Gute und bietet den Vorsitzenden mehr Sicherheit.

In der Gesetzgebungskommission ergab sich die Möglichkeit, auch das Thema der Freistellungen für Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen, die die ehrenamtliche Tätigkeit betreffen, aufzuwerfen. Die Abgeordnete Brigitte Foppa brachte einen entsprechenden Antrag ein. Demnach wird dem Landespersonal das Recht auf Sonderurlaube zuerkannt, um Ausbildungs- und Fortbildungskurse zu besuchen, die für die fachkundige und korrekte Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit nützlich und/oder notwendig sind. Umfang der Kurse und Teilnahmemodalitäten sollen mit Beschluss der Landesregierung festgelegt. werden

„Die Diskussion im Ausschuss kreiste wie üblich um die so genannten ,privilegierten Landesangestellten’, und darum, wie viel ,Missbrauch’ dann wohl damit getrieben würde“, kritisiert Brigitte Foppa. Zwar unterstützten die SVP-Abgeordneten Magda Amhof und Veronika Stirner den Antrag der Grünen, der somit beinahe eine knappe Mehrheit gefunden hätte (Bei Stimmengleichheit zählt die Stimme der Präsidentin Amhof bekanntlich doppelt).

Da aber Sepp Noggler, Christian Tschutschenthaler, Alessandro Urzi und Tamara Oberhofer dagegen stimmten und sich Otto von Dellemann und Myriam Atz Tammerle enthielten, war das Ergebnis – 3:4:2 – nicht ausreichend fürs Durchkommen.

„Die Befürchtung, dass die Landesangestellten die Fortbildung für ihr Ehrenamt für eine Shoppingrunde missbrauchen könnten, wie es im Pausengespräch zu hören war, kann aufgegeben werden“, kommentiert Brigitte Foppa sarkastisch.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (40)

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  • tiroler

    Foppa versucht vorzuarbeiten für ihren alten Landesjob, falls sie(hoffentlich) nicht mehr gewählt wird: sie war doch selbst Landhausangestellte vor ihrer Wahl. Da war doch diese Email-affäre, weil sie kontinuierlich während der Arbeitszeit für die Grünen tätig war.

  • erich

    Mit solchen Vorsitzenden wie Foppa ist es kein Wunder wenn die Grünen verschwinden. Die Atz Tammerle kann gleich mitgehen. Diesen zwei Frauen ist noch nie der Gedanke gekommen, dass sie bei ihrer Leistung überbezahlt sein können.

  • meinemeinung

    wären wir nicht vor den Wahlen ,hätten die Landesbedienstete wieder einen Bezahlten Sonderurlaub mehr .
    Frau Foppa versteht nicht was Ehrenamt ist (wird wahrscheinlich nie etwas geleistet haben ohne Bezahlung)
    Da wird auch die Aus / Weiterbildung selbst bezahlt ,und die Hin und Ruckfahrt , Unterkunft ,Verpflegung und Lehrmaterial auch usw. nur zur Info und besseren Verständnis was Ehrenamt ist.
    Mit weniger Vorschriften und Zettelwirtschaft und Versicherung für alle Ehrenamtlichen könnten Sie sich schlau machen in diese Kommission Frau Foppa

  • felixvonwohlgemuth

    Eigentlich sollten alle, welche ehrenamtlich tätig sind, einen Anspruch auf Sonderurlaub haben, um Ausbildungs- und Fortbildungskurse zu besuchen!

    3.300 freiwillige Helfer beim Weißen Kreuz, 13.000 aktive Feuerwehrleute, 905 aktive Bergrettungsmänner und -frauen und viele, viele mehr leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für unser Land.
    Die Privatwirtschaft derzeit mit zusätzlichen Sonderurlauben zu belasten ist leider schwer möglich, das sollte jeder einsehen.
    Aber die öffentliche Verwaltung soll und muss die Tätigkeit im Ehrenamt mehr unterstützen, da sie ja allen Bürgern zu Gute kommt und somit etwaige Mehrausgaben durchaus gerechtfertigt sind.

    Ein sehr guter und sinnvoller Vorschlag von Frau Foppa, welcher hier von einigen anscheinend nur „aus Prinzip“ – weil eben von Foppa und den Grünen – sofort schlechtgeredet wird.

    • tiroler

      Der Vorschlag kann nur Grün sein: Die Öffis sollen noch mehr Privilegien haben also? Auf Kosten der Angestellten in der Privatwirtschaft?
      Die Fehlstunden fehlen anschliessend in der Verwaltung oder? Dann werden wiederum Fachkräfte der Privatwirtschaft abgeworben von der schon überblähten öffentlichen Verwaltung. Letzendlich zahlen alle Bürger wiederum mehr.
      Ein Eigentor der Grünen wiedereeinmal

      • felixvonwohlgemuth

        Ach lieber Tiroler, immer fest draufhauen auf die öffentlichen Angestellten. Dass diese aber einen erheblichen Anteil daran haben, dass vieles in unserem Land funktioniert, wovon andere Regionen Italiens nur träumen können, scheints Du zu übersehen.

        • tiroler

          Lieber Herr #felixvonwohlgemuth: ich kann ja verstehen dass die Grünen krampfhaft nach Argumenten suchen, um bei den Wahlen zu bestehen. Im Privilegienparadies öffentlicher dienst gibt es viele stimmen zu fischen. Stimmt zwar nicht mit der grünen Ökoideologie und ist im Thema ein Fehlgriff, aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Übrigens: als oft guter Oppositionsgemeinderat sind sie ausdrücklich gegen Privilegien einzelner.
          Die Grünen sind natürlich in Panik. Mit dem Abgang von Hans Heiss fehlt ihnen die Integrationsfigur, ausserdem deckt ein Realpolitiker mit Hirn und Verstand,wie Paul Kölensperger auch die vormals grüne Wählerschaft ab. Harte Zeiten für die Arcobaleni

          • felixvonwohlgemuth

            @Kurt: ich glaube nicht, dass die Probleme bei der Sanität & Co auf die Angestellten zurückzuführen sind. Da hat schon die politische Führung versagt!

            @tiroler: Wenn man die grüne Politik der letzten Monate und Jahre anschaut, findet man sehr viele Argumente um sie zu Wählen; sei es Flughafen, Urbanistik oder sogar beim Wolf (wo die Grünen schon vor vier Jahren(!!) einen Beschlussantrag eingebracht haben, in welchem gefordert wurde, dass die Landesregierung sich dieses Themas annehmen soll).
            Wenn man jetzt Verbesserungen vorschlägt, welche über 40.000 Beschäftigte im öffentlichen Bereich betreffen, kann man schwer von „Privilegien einzelner“ sprechen.

            Nein, die Grünen sind nicht in Panik. Sicher ist es sehr bedauerlich und ein Verlust, dass Hans sich in den verdienten Ruhestand verabschieden wird. Aber es verbleiben viele Personen, für welche Realpolitik mit Sicherheit kein Fremdwort ist.
            Doch in Zeiten, wo viele von ihren Volksvertretern lieber unerfüllbare Versprechungen, als realistische Lösungen hören wollen, hat man als Realpolitiker einen schweren Stand.

            Ps: Es freut mich, dass Sie mit meiner Arbeit als Oppositionsgemeinderat zufrieden sind. Danke

      • george

        So dumm muss man sein wie der ‚tiroler‘, um einen guten Vorschlag derart schlecht zu reden und alles auf Öffis und Grüne abzuwälzen. Was täte Südtirol ohne Ehrenamtliche bzw. wenn alles nach Heller u. Pfennig bezahlt werden müsste, was Ehrenamtliche leisten. Pfui an alle, die das hier nicht einsehen mögen, euch mögen die Ehrenamtlichen im Weißen Kreuz, im Bergrettungsdienst oder anderswo einmal richtig in eurem Schlamassel stecken lassen.

    • meinemeinung

      Typisch Grüne Öffis und ohne Gefühl für Ausgewogenheit in Vereinen und Verbänden.
      Ein selbstständiger Bauer ;Touristiker ,Handwerker oder Freiberufler soll Kurse und Schulungen auf seine Kosten machen aber Öffis sollten bezahlten Sonderurlaub bekommen.
      was für Gaudi in den Vereinen und Verbände . So soll das weiter gestrickt werden ,bis zum Ende des Ehrenamtes .
      Bist sicher in keinen Verein , wie Foppa wahrscheinlich auch nicht ,da muss man schon Grün ticken dass einem so etwas einfällt.

  • george

    Ihr Schlechtmacher! Jedenfalls die meisten hier.

  • nochasupergscheiter

    Hallo Felix. Dass öffentliche beamte einen Anteil daran Haben dass bei uns irgendetwas Funktioniert finde ich wohl das mindeste und nicht zuviel verlangt… Das ist schließlich das wofür sie bezahlt werden und im Gegensatz zu allen Beschäftigten in der privatwirtschaft genießen sie einen fetten Stapel an Privilegien den es in der privatwirtschaft nie geben wird. Bin zwar ein Mann aber beginnen wir mal bei den Frauen und wie lange man nach einer Geburt mit teilweise Gehalt und mindestens eingezahlten Sozialleistungen zuhause bleiben kann. Die Frauen die als öffentliche beamte arbeiten könnten ja mal auf die Barrikaden gehen und das gleiche für ihre Kolleginnen der privatwirtschaft fordern anstatt für sich selbst neue Privilegien anzuwünschen.
    Ich würde mir wünschen dass die beamtenschaft mal versteht wer eigentlich konkret dafür sorgt dass sie ihre Privilegien und durchschnittlich höheren Gehälter mit weniger Arbeitszeit genießen können, nämlich alle die in der privatwirtschaft arbeiten und anstatt überheblich in den klimatisierten Büros zu sitzen verstehen dass der Bürger ihr „Kunde“ ist den sie gefälligst so zu behandeln haben wie sie es sich wünschen wenn sie mit Angestellten in der privatwirtschaft zu tun haben und dem Kunden weiterhelfen anstatt immer nur abweisend und präpotent und Vormachtstellung ausnutzend mit ihnen umgehen… Ausnahmen natürlich ausgenommen aber es ist sicher nicht ganz falsch was ich schreibe… Also jeder beamte weiss insgeheim dass es ihm nicht schlecht geht aber vor den Wahlen noch was rauszuholen kann man ja probieren… Trotzdem wie gesagt vom armen Beamten ohne den südtirol nicht funktionieren würde brauchen wir nicht zu reden… Wem es nciht passt die privatwirtschaft sucht händeringend Leute

  • andreas

    @felixvonwohlgemuth
    Der Vorschlag ist schon deshalb nicht gut, da es nur einen Teil der Freiwilligen bevorteilen würde.
    Entweder ein Gesamtkonzept für alle entwickeln oder es bleiben lassen.
    So würden die Vorteile der Landesangestellten zur privaten Wirtschaft noch größer werden.

    Und dass Foppa hier Klientenpolitik betreibt, ist eigentlich mehr als offensichtlich, sonst hätte sie schon im Vorfeld die Privatwirtschaft mit einbezogen. War aber wohl zu kompliziert bzw. von vornherein aussichtslos und sie hätte sich nicht als Interessenvertreter der Landesangestellten profilieren können.

  • george

    Schlechtmacher und Verallgemeinerungsbetreiber, jedenfalls die meisten, die hier schreiben. Ohne Ehrenamtliche würde Südtirol halb so gut funktionieren und mancher Beistand würde gänzlich wegbleiben. Und ihr alle profitiert irgendwie davon. Schmarotzen wollt ihr, aber geben dafür wollt ihr nichts.

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