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„Nichts zu beanstanden“

Die SVP-Fraktion im Landtag „rettet“ die umstrittene Autonomie-Botschafterin Francesca Puglisi. Oswald Schiefer stimmt nicht mit.

von Matthias Kofler

Im Landtag wurde am Mittwoch ein Antrag auf Annullierung der Beauftragung von EX-PD-Senatorin Francesca Puglisi, vorgelegt von Andreas Pöder, debattiert. Zur Erinnerung: Mit Beschluss der Landesregierung Nr. 510/2018 wurde die ehemalige PD-Senatorin und Lebensgefährtin von Senator Gianclaudio Bressa, Francesca Puglisi, als Mitarbeiterin im Außenamt in Rom mit der Aufgabe betraut, am Image von Südtirol auf dem italienischen Staatsgebiet zu arbeiten. Inklusive Abgaben und Steuern wird die Beauftragung die Steuerzahler rund 75.000 Euro kosten. Laut Prämissen im Beschluss der Landesregierung ist die Beauftragte nicht im Besitz des „formellen Zweisprachigkeitsnachweises A“.

„Die Beauftragung hat die Optik einer Versorgungs-Postenbeauftragung. Zudem ist die Beauftragung einer PD-Politikerin als Südtirol-Botschafterin im aktuellen politischen Kontext wohl eher imageschädigend“, meinte Pöder. Dass für eine Arbeit in Rom keine Zweisprachigkeit nötig sei, sei kein Argument, jeder, der beim Land arbeite, brauche sie. Es sei Vetternwirtschaft, wenn die Geliebte eines Politikers einen Posten zugeschoben bekomme, urteilte Sven Knoll (STF). Es sei auch nicht sinnvoll, wenn der Auftrag im Dezember nicht mehr verlängert werde, in den paar Monaten könne niemand das Image des Landes aufbessern. Puglisi könne kein Wort Deutsch, kenne das Land nicht und könne nicht auf Detailfragen zur Autonomie antworten. Hans Heiss (Grüne) sprach von einem unglücklichen Verlauf der Dinge, aber bereits die Art der Ausschreibung sei man daneben gelegen. Er bedaure, dass nun so auf Puglisi eingeschlagen werde. Zweifel an ihrer Qualifikation seien nicht begründet, und ihr Privatleben tue nichts zur Sache.

LH Arno Kompatscher verteidigte die Einrichtung dieser Stelle. Es sei ein Beschluss des Landtags gewesen, etwas für die Imagepflege in Italien zu tun. Die Inhalte würden in Südtirol festgelegt, das Problem sei, wie man diese in Italien an die Leute bringe. Auch seriöse Medien würden immer wieder Geschichten verbreiten, die unser Land als privilegiert darstellten. Auf die Ausschreibung auf der Homepage des Landes hätten sich zehn Journalisten gemeldet. Nach der Auskunft über die Art der Arbeit – befristet und in Zusammenarbeit mit dem Außenamt – hätten die meisten abgesagt. Zwei Bewerber seien dann übrig geblieben, eine davon habe sich dann nicht mehr gemeldet. Bei befristeten Stellen in Rom habe man schon öfters vom Zweisprachigkeitsprinzip abrücken müssen.

In diesem Fall sei es auch inhaltlich nicht notwendig. Die Stelle laufe am 31. Dezember aus, eine Verlängerung sei nicht geplant gewesen. Sechs Monate müssten genügen, um die Inhalte in Rom an den Mann zu bringen. An der Kandidatin selbst gebe es nichts zu beanstanden. Der Antrag auf Annullierung wurde mit 13 Ja und 15 Nein abgelehnt. Philipp Achammer stimmte mit der SVP-Fraktion, Oswald Schiefer und Christian Tommasini enthielten sich.

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Kommentare (25)

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  • besserwisser

    De4 herr schiefer wird vor den wahlen noch zum revoluzzer!

  • kurt

    Und sowas nennt sich dann noch Volkspartei ein Skandal !!!!!!!!!!!!!!!!.

  • pingoballino1955

    S V P —– A D E E !!!!!

  • vogel

    Wer oder was ist „Südtirol“ laut der Landesregierung, wenn sie eine „Botschafterin“ nach Rom entsendet?
    Sind wir ein eigener Staat, der jetzt Botschafter in fremde Länder entsendet?

  • andreas

    Lustig wie die Patrioten sind keine Idioten Fraktion sich wegen jeder kleinsten Lappalie aufregen kann.
    Hätren sie diesen Eifer auch bei den Pensionsvorauszahlungen an den Tag gelegt, wäre sie jetzt glaubwürdiger.

    @kurtl
    Deine Taste mit Rufezeichen klemmt.

  • tiroler

    Imagepflege? Lächerlich! Eine abgewählte PDlerin, Maitresse eines PD Senators, die weder deutsch spricht, noch Südtirol kennt soll das Image pflegen? Wahnsinn

  • rota

    Unbestätigten Gerüchten zufolge befinden sich Thomas S, Francesca P, Maria Elena B und LAP von Ulli im Abschiebezentrum auf Sizilien.

  • guyfawkes

    Unter anderem auch wegen dieser ausgewogenen Stellungnahme ist es sehr schade, dass der Landtag im Herbst einen Mann des Formats von Hans Heiss verlieren wird.
    PS Die Grünen würde ich aber trotzdem nicht wählen – zumindest solange dort Leute wie Foppa und Planer das Sagen haben.

  • yannis

    Im allgemeinen Sprachgebrauch nennt man sowas, den „Bock zum Gärtner machen“
    Wie weit ist der erbärmliche SVP Verein gesunken, das er dies nötig hat ?

    • mannik

      Dass in Sachen Autonomie und Südtirol in der italienischen Bevölkerung und bei einem Teil der Politiker Aufklärungsbedarf besteht, steht außer Zweifel. Es reicht sich die Kommentare mancher Politiker (Freunde der FH) und deren Wählerschaft sowie einiger rechter Journalisten in italienischen Tageszeitungen anzusehen, um das zu verstehen. In der Sache an sich hat die Landesregierung schon recht, die Wahl fiel nur auf die falsche Person, wobei ich ihr damit nicht ihre Fähigkeiten absprechen will.
      Was absolut schief läuft ist hingegen die abscheuliche Hexenjagd der rechten Dumpfbacken die ins Persönliche geht.

      • andreas

        Sehe ich nicht so.
        Einerseits sollte die Landesregierung sich nicht von jedem Dahergelaufenen vor sich hertreiben lassen, es gab einen Wettbewerb und sie war die Einzige, welche am Posten interessiert war, also steht ihr der Posten zu. Das Einzige was man ev. kritisieren kann, ist die Zweisprachigkeit, sofern diese Pflicht ist. Bei den Landtagsabgeordneten ist es jedenfalls keine Pflicht, also sollten diese sich in dieser Beziehung etwas zurückhalten oder sie könnten ihr ja die Simultanübersetzung leihen, welche sie in Anspruch nehmen.
        Andererseits hat die Frau ihre Kompetenzen und sich über Südtirol schlau machen, sollte jetzt nicht das große Problem sein. Ihre Parteizugehörigkeit und ihr Ex-Freund geht niemanden etwas an, die Ausschreibung ist sauber gelaufen.

        Jemanden ablehnen, weil einem die politische Gesinnung nicht passt oder PDler von einem Wettbewerb von vornherein ausschließen, damit nicht jemand irgend etwas vermuten könnte, wäre ein Armutszeugnis.

        • kurt

          @andreas
          Wo hast du denn das abgeschrieben ,in deiner Parteizentrale ……. dir ist aber schon gar nichts zu blöd passt aber gut zu deinem Verein!!.

          • andreas

            Du solltest bei der Beurteilung anderer nicht von dir ausgehen.
            Nur weil du keinen vernünftigen Satz hin bekommst und keine eigene Meinung hast, müssen nicht andere auch so sein.

        • mannik

          Es geht nicht um Parteizugehörigkeit oder politische Gesinnung. Das was die Landesregierung in Italien betreiben will ist Kommunikation, also Marketing. Da wäre es allemal besser auf einen „lokalen Fachmann/frau“ zu setzen, der hier aufgewachsen ist. Jede positive Aussage – um die geht es ja – würde dann besser rüberkommen, da potentiell gelebt und aus berufenem Munde. Ansonsten wirkt halt alles künstlich.
          Insofern ist die Ernennung nicht glücklich. Ich spreche der Frau aber nicht grundsätzlich ihre Fähigkeiten ab und ob sie mit Bressa was hat und schon ganz egal.

          • andreas

            Eine Person von auswärts wirkt üblicherweise glaubwürdiger, da sie keine emotionale Bindung zum Land hat.

      • kurt

        Genau der mannik hat Aufklärungsbedarf ,da könntest du sogar einmal Recht haben da bestehen sicher keine Zweifel speziell wenn man sich deine Kommentare geben muss.

        • mannik

          Der Kurtl hat wieder den einfachsten Satz nicht verstanden und war auch wieder nicht in der Lage einen sinnvollen Kommentar zu schreiben. Es bleibt nur zu hoffen dass er zu einer Spezies gehört, die die Natur in eine Sackgasse schickt, so wie den Neandertaler.

          • kurt

            Ja mannik kannst dich beruhigen ich habe wieder einmal nicht verstanden wie normal ,aber du suchst die schon immer die dümmsten Tölpel aus wo du herumhacken kannst ,allein der Wirkung wegen kannst du schreiben bis du schwarz wirst da hast du sicher keine ,allerdings meine Genugtuung ist wenn du mir zu verstehen gibst wie gerade heute das ich dich wieder einmal geärgert habe .

      • yannis

        >>>dieWahl fiel nur auf die FASCHE Person…………somit den Bock zum Gärtner befördert.

        • mannik

          Yannis, FASCHE Personen gibt es nicht, ich glaube Sie haben da im Deutschunterricht nicht aufgepasst. Die Redensart ist nebenbei nicht wirklich angebracht. Eher aufs falsche Pferd setzen…

  • mannik

    Kurt, Sie können mich wirklich nicht ärgern. Wissen Sie was Zen heißt? Arme Heiter wecken höchstens mein Mitleid. Aber immerhin geben Sie’s endlich zu der dümmste Tölpel zu sein.
    In Ihrem Fall ist Einsicht aber leider nicht der erste Weg zur Besserung.

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