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Vandalen auf der Alm

Vandalenakte auf der Villanderer Alm

Verschmierte Schilder und zerstörte Bänke: Die Vandalenakte auf der Villanderer Alm häufen sich. Der Tourismusverein hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

von Erna Egger

Der Ärger ist groß: Kürzlich mussten die Tourismustreibenden der Ferienregion Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders feststellen, dass eine Wellnessliege am Totensee auf der Villanderer Alm absichtlich vom Standplatz entfernt und den Berg hinuntergeworfen wurde.

Vor drei Jahren wurden vier Holzliegen entlang des Sees auf 2.200 Metern Meereshöhe aufgestellt, die zum Ausruhen einladen. Sie wurden in 40 Zentimeter Tiefe verankert.

Der Vizepräsident und Ortsvorsteher von Villanders, Markus Brunner, ist überzeugt: „Es müssen vier bis fünf Vandalen am Werk gewesen sein. Eine oder auch zwei Personen wären nicht imstande gewesen, diese Liege, die rund 250 Kilogramm schwer ist, aus der Verankerung zu heben.“

Ausgesucht haben sich die Übertäter jene Liege, die aufgrund der vorteilhaften Positionierung von Wanderern am häufigsten besetzt wurde.

Leider sei diese Zerstörung kein Einzelfall, sagt Brunner. „Immer wieder werden auf der Alm absichtlich Schilder besprüht, Bänke zerstört und der Müll liegen gelassen. Manchmal wird der Abfall sogar hinter Bäumen deponiert.“

Auffällig sei, dass sich die Vandalenakte in den letzten drei Jahren gehäuft haben. „Wir verbuchen jährlich einen Schaden von 1.000 bis 2.000 Euro. Besonders häufig werden Wanderschilder beschmiert und die italienische Übersetzung der Wege oder Ortschaften durchgestrichen. 15 bis 20 Schilder müssen wir jedes Jahr polieren oder austauschen lassen.“

Dreimal bis viermal im Jahr starten Mitglieder des Tourismusvereins eine Aufräumaktion auf der Alm. „Jedes Mal kommen acht bis zehn große Müllsäcke mit Unrat zusammen“, berichtet Brunner.

In den Nachbargemeinden, wie in Feldthurns und Barbian, kämpft man gegen ähnliche Probleme.

Alexander Hamberger, Direktor des Tourismusvereins Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders, appelliert an die Bevölkerung: „Unsere Wanderwege sind mitunter das Aushängeschild unserer Gemeinde und werden von Einheimischen sowie von Gästen genutzt. Die Instandhaltung der Wege, Reparaturarbeiten an Bänken, der Ausbau des Wegenetzes – all dies kostet eine Menge Zeit, aber auch Geld. Demnach ist es unverständlich, wenn Gegenstände wie Liegen, Bänke oder Wanderschilder zerstört oder besprüht werden. Dies zeugt von keiner guten Gastfreundschaft und stört das Erscheinungsbild unserer Region.“

Der Tourismusverein hofft, die Täter ausforschen zu können. Ein Aufruf in den lokalen Informationsblättern blieb ohne Erfolg. In der Zwischenzeit wurde bei den Carabinieri Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Falls jemand etwas gesehen oder Vandalen beobachtet haben sollte, so bittet der Tourismusverein, dies im zuständigen Tourismusbüro der jeweiligen Gemeinde zu melden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (9)

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  • jennifer

    Wir haben ja kein Sicherheitsproblem…

  • rota

    Darf ein Grundeigentümer Hinweisschilder, welche ohne seine Zustimmung aufgestellt wurden, entfernen?
    Wie kann man in Karten angeführte Radtouren löschen? usw usw?

  • ollaweilleiselber

    Vandalen, welche Schilder auf den Wanderwegen beschmieren und die italienischen Bezeichnungen durchstreichen, oder umgekehrt, auf einsprachigen Schildern eine italienische mit Filzstift dazuschreiben, sind kein Sicherheitsproblem, sondern eine Frage der Intelligenz, der nicht vorhandenen Intelligenz.
    Wenn sich dann eine Gruppe solcher Individuen daranmachen, eine 250 Kg schwere Bank aus der Verankerung zu reißen und den Abhang hinunterzuwerfen, dann stellt sich die Frage nach einer psychiatrischen Behandlung, denn früher oder später könnten solche Individuen zu einem Sicherheitsproblem werden.
    Und wenn Herr „rota“ eine Radtour aus der Karte löschen will, dann empfehle ich eine einfachere Lösung: als Grundeigentümer kann er ja auf seinem Grund die Durchfahrt untersagen und das entsprechend anschlagen und durchsetzen.
    Wenn sein Problem hingegen die Anwesenheit der Touristen ist, dann sehe ich für ihn keine Lösung, außer vielleicht auswandern.

  • george

    Mich wundert eigentlich gar nichts mehr. Kann doch jeder Halbwüchsige oder auch weniger Halbwüchsige mit seinem Motorrad alle alpiden Wege, Waldwege und Fluren in unserer Gegend herumkurven und belärmen ohne von irgendjemand daran gehindert zu werden oder von entsprechenden Organen aufgehalten und bestraft zu werden. Und wenn man jemand darufhin ansprciht, wird man belächelt und auch beschimpft. Eigentümer von Parzellen haben nicht mehr zu sagen, die Tourismusgeschäftigen planen ganz einfach ohne zu fragen entsprechende Bikerouten durch die Wälder und Fluren, tragen sie in die Karten ein und veröffentliche sie in allen möglichen Medien. Der Besitzer kann hinten nach schauen und die gemeinsam mit den Wegerhaltern die Schäden beheben.

  • ahaa

    Das ist doch normal das der Mùll unter Steinen ,im Gebùsch……hintengelassen wird.Auch Zàune werden beschàdigt……Das ist Normal wo Touristen sind.Deswegen gehen einige Hùttenwirte und Co aufràumen.Das hilft.Siehe nur den Dreck was die Tournegeher hintelassen.Unter dem Schnee sieht man es nicht.Ganz helle.

  • sellwoll

    Man muss nicht immer alles touristisch erschließen, man kann die Natur auch manchmal Natur sein lassen.

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