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Der Plan P(öder)

Andreas Pöder

Andreas Pöder baut auf eine strategische Partnerschaft mit der Lega für die Landtagswahlen – und sieht die Lega bereits als nächsten Koalitionspartner der SVP in der Landesregierung.

TAGESZEITUNG Online: Herr Pöder, im Gegensatz zu den Freiheitlichen haben Sie bei den Parlamentswahlen nicht dazu aufgerufen, weiß zu wählen, sondern eine Wahlempfehlung für die Lega abgegeben. Fühlen Sie sich als einer der Wahlsieger?

Andreas Pöder (lacht): Zumindest habe ich auf das richtige Pferd gesetzt. Die Lega hat Südtirol immer gut behandelt und war in Rom eine wichtige Stimme für uns. Daher die Wahlempfehlung für die Lega. Man kann bei einer Wahl nicht sagen: Geht nicht hin oder wählt weiß und sich dann darüber aufregen, dass die SVP die Wahl gewonnen hat.

Die Lega hat in Südtirol 9,5 Prozent der Stimmen erreicht. Bei Landtagswahlen wären das drei Mandate. Hat die Lega tatsächlich so ein großes Potential?

Die Lega hat – denke ich – in Südtirol ein Potential von zwei Mandaten. Ob dies noch ausbaufähig ist, wird sich zeigen. Sicher ist: Die Lega wird morgen sich als italienischer Koalitionspartner für die SVP in Frage kommen.

Die Lega hat in Südtirol viele Stimmen von deutschsprachigen Wählern bekommen. Sind das von den Freiheitlichen, von der BürgerUnion oder von der Süd-Tiroler Freiheit geliehene Stimmen?

Ja, sicher. Ich glaube, dass einige Südtiroler ganz überzeugt Lega gewählt, weil ihn Matteo Salvini gefällt. Es sind bestimmt auch viele Leihstimmen der Opposition dabei. Ich habe vor und nach der Wahl viele Zuschriften von Leuten bekommen, von denen ich weiß, dass sie bisher Freiheitliche oder Süd-Tiroler Freiheit gewählt haben, die gesagt haben: Es war gut, dass due die empfohlen hast. Besonders die Freiheitlichen werden sich fragen müssen, ob die Wähler, die diesmal Lega gewählt haben, wieder zurückkommen.

Sie sagen: Die deutschen Mitte-rechts-Parteien müssen sich darauf einstellen, dass die Lega in ihrem Teich fischt?

Ganz sicher wird die Lega in ihrem Teich fischen. Gerade deswegen habe ich vor den Wahlen immer gesagt, man sollte etwas mit der Lega machen. Nach den ganzen Nachwahlanalysen, die ich mit gescheiten Leuten von der SVP gemacht habe, steht für mich fest: Wenn wir als deutsche Opposition zusammen mit den vielen ImpfgegnerInnen, die zwar nicht Lega-Fans sind, aber die Position der Lega in dieser Frage teilen, dann hätten wir ganz sicher ein Kammer-Mandat erreicht …

das schlussendlich an die Sekretärin des Lega-Abgeordneten Maurizio Fugatti gegangen ist?

Richtig. Und höchstwahrscheinlich wäre auch noch ein Senatssitz drinnen gewesen …

Jener von Dieter Steger?

Ja.

Was macht die Salvini-Lega für einen deutschsprachigen Südtiroler attraktiv?

Sicherlich die klare Positionierung in der Zuwandererfrage. Die Lega ist eine Protest- und eine Antisystem-Partei. Im Unterschied zur 5-Sterne-Bewegung ist die Lega wirtschaftsfreundlicher und berechenbarer, mit den Grillini haben viele deutschsprachige Südtiroler ein Problem, weil sie nicht wissen, für was die Grillini stehen.

Glauben Sie, dass jetzt die Trittbrettfahrer auf den Plan treten und der Lega die Bude einrennen?

Ganz sicher werden sie das tun!

Die Lega, deren lokale Bosse noch immer kein Wort deutsch können, möchte deutsche Kandidaten mit ins Boot holen. Können Sie sich eine Zusammenarbeit mit der Lega bei den Landtagswahlen vorstellen?

Wir werden getrennt kandidieren, aber sicherlich strategisch zusammenarbeiten.

Wie meinen Sie das?

Wir als deutschsprachige Bewegung müssen verhindern, dass die SVP die Absolute erreicht und mit der Lega eine Koalition eingehen muss. Das muss unsere gemeinsame Strategie sein.

Welche Gegenleistung bekommen Sie von der Lega für die Wahlempfehlung?

Ich behalte die super Kontakte, die für mich unschätzbar wichtig sind. Und zwar die Kontakte zu engen Mitarbeitern von Matteo Salvini und den direkten Kontakt zu Roberto Calderoli. Und ich glaube an die strategische Partnerschaft.

Interview: Artur Oberhofer

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (16)

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  • andreas

    Pöder, Pöder, so lange sie eine Befreiung der Müllgebühr für junge Mütter gefordert haben, da diese viele vollgeschieß… Windeln haben, fand ich es lustig, nun wo sie versuchen Politik zu machen und den Versuch starten, die SVP in eine Koalition mit der Lega zu zwingen, sind sie unwählbar geworden.

  • sepp

    ach goggile hosch ba der hirn vergabe in der leschte bank gsessen isch nimmer viel on kemm

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