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    Lochers zweiter Anlauf

    Franz Locher

    Der Sarner SVP-Bürgermeister Franz Locher will erneut für den Landtag kandidieren – diesmal als Bauernbund-Kandidat. Sein großes Thema: Die laut ihm von der Politik vernachlässigte Berglandwirtschaft.

    Von Thomas Vikoler

    Es gibt Bauern und Bauern, Talbauern und Bergbauern. Und zwischen beiden besteht für Franz Locher, seit 13 Jahren SVP-Bürgermeister von Südtirols flächenmäßig größten Gemeinde Sarntal, ein entscheidender Unterschied: Während die Landbauern im Tal mit Obst gute Erträge einfahren, darben die Bergbauern vor sich hin.

    „In Südtirol fehlt das Interesse an der Förderung der Bergbauern, sie werden von der Politik vernachlässigt“, sagt Locher.

    Das klingt sehr stark nach Wahlkampfrhetorik und tatsächlich ist es sehr wahrscheinlich, dass der 51-Jährige demnächst seinen offiziellen Einstieg in den Wahlkampf bekanntgeben wird. Jenen für eine Kandidatur bei den Vorwahlen des Südtiroler Bauernbundes (SBB). Dieser ermittelt seine bindenden Kandidaten für die Landtagswahlen in einem Jahr erstmals mit einer Urabstimmung seiner Mitglieder. Die Vorwahlen sollen an Dreikönig stattfinden.

    Demnächst müssen die Kandidaturen dafür hinterlegt werden. Auch wenn Franz Locher sagt, er müsse sich „über Allerheiligen“ noch einmal genauer überlegen, was er tun will, ist seine Entscheidung längst gefallen. So jedenfalls ist aus seinem Umfeld zu hören.

    2013, bei den letzten Landtagswahlen, war Locher ohne offizielle Unterstützung des Bauernbundes angetreten. Was ihn heute noch ärgert. Mit immerhin 6.404 Stimmen kam er auf den 22. Platz auf der SVP-Liste. Keine Chance auf einen Platz im Landtag. Neben der fehlenden Unterstützung des Bauernbundes beklagte Locher damals die Kandidatur des damaligen Karneider Bürgermeisters Albin Kofler, die ihm die fehlenden Stimmen gekostet habe.

    Diesmal soll der Weg in den Landtag über die Vorwahlen des Bauernbundes führen. Zuerst aber müssen die eigenen Chancen ausgelotet werden. „Derzeit gibt es im SBB-Bezirk Bozen niemanden, der sich vorgewagt hat. Wenn dies so bleiben sollte, ist dieses Feld also unbestellt“, analysiert Franz Locher.

    Ihm ist freilich klar, dass sich allein mit den Stimmen aus dem Bezirk bei den Vorwahlen nicht auf einen der voraussichtlich vier sicheren Plätze des Bauernbund für den Einzug in den Landtag gelangen kann. Nicht nur deshalb setzt Locher ganz auf das Thema Berglandwirtschaft. „Es muss viel mehr gefördert werden, dass in unseren Gastbetrieben einheimische Produkte von den Bauernhöfen verwendet werden. So sollte etwa zusätzliches Betriebsvolumen für Hotels an diese Verpflichtung gebunden werden“, fordert Locher. Fördergelder sollten zudem gezielter in Richtung Berglandwirtschaft gelenkt werden. „Wer wenn nicht wir Bergbauern pflegen die Landschaft, in der die Touristen herumwandern“.

    Der Sarner Bürgermeister hat sich zudem in den letzten Jahrzehnten als Sturkopf profiliert, der sich von Landes-Bürokraten in Bozen nichts vorschreiben lassen will. So wehrte er sich bisher erfolgreich gegen einen Naturpark Sarntaler Alpen. Gegen die von der Landesregierung vorgenommene Übertragung des Kraftwerks St. Anton an die private Eisackwerk GmbH legte die Gemeinde Sarntal Rekurs beim Wassermagistrat ein. Sarner Wasser den Sarnern.

    Eine Landtagskandidatur auf dem SBB-Zug ist auch dazu angetan, das Ende von Lochers lokalpolitischer Karriere abzuwenden. Er bestreitet derzeit seine dritte Amtsperiode als Bürgermeister, ab 2020 griffe die Mandatsbeschränkung. „Ich kann bereits jetzt sagen, dass ab da für mich Schluss wäre, 25 Jahre in der Gemeindepolitik sind genug“, stellt der Noch-Bürgermeister klar.

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