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    „Über die Köpfe hinweg“

    Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert, dass in Naturns zehn Asylwerber in einem bewohnten Mehrfamilienhaus untergebracht wurden.

    Die Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit haben zusammen mit dem Landesjugendsprecher und den Gemeinderäten der Süd-Tiroler Freiheit von Naturns einen Lokalaugenschein beim Schnalser E-Werk vorgenommen und sich mit den Bewohnern des Hauses getroffen, in welchem zehn Asylwerber untergebracht werden sollen.

    „Dabei wurde deutlich, dass die Unterbringung der Asylwerber an diesem Ort völlig ungeeignet ist und die Sorgen der Bewohner gerechtfertigt sind“, so die STF in einer Aussendung.

    Da sich im Gemeinderat von Naturns ─ mit Ausnahme der Mandatare der Süd-Tiroler Freiheit ─ alle für die Beteiligung am italienischen SPRAR-Programm ausgesprochen haben, müssten nun mehrere Unterkünfte für Asylwerber gefunden werden. „Anstatt aber die Bevölkerung von Naturns in diesen Prozess mit einzubinden, wurde über die Köpfe der Bürger hinweg beschlossen, zehn Asylwerber in einem bewohnten Mehrfamilienhaus unterzubringen“, kritisiert die STF.

    In der Aussendung heißt es:

    „Für die Bewohner ist dies inakzeptabel, da sie zur Minderheit im eigenen Haus gemacht werden. Im Gespräch mit den Betroffenen wurde deutlich, dass sie Angst um ihre Familien und Kinder haben, zumal das Haus abgelegen am Dorfrand liegt. Für ihre Nöte interessiert sich aber weder das Land noch die Gemeinde.

    Eine der Familien hat eine minderjährige Tochter und sieht sich nun genötigt aus dem Haus auszuziehen, um das Mädchen zu schützen. Im Gegensatz zu den Asylwerbern wird der einheimischen Familie aber nicht bei der Suche nach einer neuen Wohnung geholfen.
    Es ist beschämend, wie mit den einheimischen Bürgern umgegangen wird!

    Die Süd-Tiroler Freiheit hat umgehend bei der Landesregierung interveniert und appelliert auch an die Gemeindeverwaltung von Naturns, zusammen mit den Bewohnern des Hauses eine Lösung zu finden.

    Als gewählte Volksvertreter ist es nämlich unsere Aufgabe und Verpflichtung, uns für die Interessen der einheimischen Bevölkerung einzusetzen.“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (8)

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    • sigmundkripp

      Bezüglich der Ängste um die Kinder muss leider gesagt werden, dass die allermeisten Vergewaltigungen von nahen männlichen Familienangehörigen ausgeübt werden. Vater, Onkel, Großvater etc. Fast immer katholische Inländer.

    • sigmundkripp

      es geht darum, dass man hier den Neuankömmlingen ganz unumwunden unterstellt, Vergewaltiger zu sein. Während eben die meisten dieser Übeltäter dem Opfer ganz nahe stehen und aus dem engsten familiären Umfeld stammen. Waren all jene, die in früheren Zeiten Tirol aus Armut verlassen hatten, Vergewaltiger?

    • martlstocker

      Herr Kripp besitzt mehrere Immobilien. Hat er schon Ärmste der Armen bei sich aufgenommen? Wenn ja, auf seine Kosten? Oder läßt er sich sein Vorzeige-Helfen von der öffentlichen Hand bezahlen (Mietbeihilfen u.ä.)?
      Als Unternehmer kommen ihm die „Flüchtenden“ gerade recht. Die geben sich vielleicht mit weniger Lohn zufrieden als die Arbeitskräfte aus Osteuropa.

      Herr Kripp, die Tiroler sind nicht ausgewandert, um sich in der Fremde aushalten zu lassen oder um zu plündern.
      Sehr wohl aber rollt jetzt eine Invasion kulturfremder Menschen auf uns zu, die hierherkommen, um „sich das zu holen, was wir ihnen genommen haben“. So hat es Ihr Gesinnungsgenosse, der ob erste Asylanten-Manager aus der Bezirksverwaltung, öffentlich geäußert.
      Sie kommen nicht, weil sie auf der Flucht sind. Sie kommen nicht, weil sie Arbeit suchen. Sie kommen, um sich zu holen, was ihnen ihrer (und Ihrer?) Meinung nach zusteht, was ihnen von uns angeblich gestohlen worden sei.
      Ich habe ihnen nichts gestohlen, meine Vorfahren haben ihnen nichts gestohlen. Tirol hat ihnen nichts gestohlen.
      Wenn es jetzt darum geht, daß jeder sich das zurückholen soll, worauf er Anrecht zu haben glaubt, dann wird es auch die Reichen (einstige Adelige) treffen. Wie kamen die Adeligen zu ihrem Reichtum und ihren Besitztümern? Doch nicht durch ihrer Hände Arbeit. Sie wurden so reich, weil ihre Mitbürger – Untertänigste und Unfreie – für sie um ein Butterbrot oder gar umsonst arbeiten mußten.
      Alle Adeligen mögen froh sein, daß ihnen nicht dieser Revanchismus widerfährt, daß die Arbeiter und Bauern sich das zurückholen wollen, weil ihnen eigentlich zustünde.
      Vielleicht gibt es ja bald einmal eine NGO, die die Arbeiter aufhetzt, sich an den Adeligen schadlos zu halten? Es ist schließlich ihr Recht!

      • meintag

        Ach ein Ex Grüner wie Kripp schaut selbst das Beste aus der Sache herauszuholen genauso wie seine Verwandtschaft bei der Caritas. Auch Diesen interessieren Zahlen und Bilanzen mehr als die armen Flüchtlinge welche nachweislich oft nicht so arm sind weil keine Sau in Europa, Italien oder Südtirol den Dingen nachgeht. Wenn man schon das Geld für Schlepper aufbringt kann nan auch per Flugzeug flüchten. Nur muss man hierfür die persönlichen schriftlichen Daten mitführen, ansonsten wird man schon beim Start gehindert.

    • sigmundkripp

      @martlstocker: 1.) ich gehe davon aus, dass die Menschen, die zu uns kommen, arbeiten u. Geld verdienen wollen. Es gibt viele unter ihnen, die Wohnungen mieten und brav ihre Mieten zahlen. Die schlechtsetn Erfahrungen habe ich – leider – mit SüdtirolerInnen machen müssen. 2.) Ja, ich gebe Zuwanderern Arbeit. Deswegen sind sie ja gekommen. Die Löhne werden vom Tarifvertrag geregelt und nicht nach Nationalität unterschieden. Aufgrund der niedrigen Geburtenrate der SüdtirolerInnen haben wir Arbeitskräftemangel, das sollte sich herumgesprochen haben. Ohne Zuwanderung keine Gastronomie, keine Landwirtschaft, kein Reichtum aus Südtiroler Produktion. 3.) Das Argument der Revanche: Ja, Europa hat Afrika ausgelaugt und tut es noch immer. Wenn Sie heute billiges Benzin tanken, (wir reden nicht von den Steuerndarauf!) hängt das auch damit zusammen, dass z.B. SHELL in Nigeria – einem Land woher sehr viele Zuwanderer stammen – das Nigerdelta systematisch zerstört. Würde SHELL die Umweltschäden bezahlen, würde der Sprit mehr kosten. Insofern profitieren auch SIE an der Ausbeutung. Jetzt und heute. 4.) Verteilungsungerechtigkeit: da stimme ich Ihnen zu, ich bin immer für eine relevante Erbschaftssteuer gewesen und bin es weiterhin. 5.) zum Aufhetzen: ich bin weiterhin dafür, Ungerechtigkeiten durch Gesetze und nicht durch Gewalt auszugleichen. 6.) Im Verhältnis zur damaligen Enge der Horizonte waren auch die Tiroler Auswanderer in Schwaben „Kulturfremde“ Sogar heute noch sind Tiroler in Südamerika stolz, ihre Kultur bewahrt zu haben! Und Recht haben sie! Aber dann müssen auch wir den neuen Einwanderern dieses Recht auf ihre Kultur zugestehen. Assimilieren lassen wollten sich die Südtiroler ja auch nie…..7.) zum abgedroschenen Argument, ob die Gutmenschen Asylanten aufnehmen: Die Gegenfrage lautet: Nehmen jene, die immer nach „Einsperren!“ rufen, auch selbst Kriminelle bei sich zuhause gefangen? 🙂

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