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    Männerfreundschaft

    Der französische Regisseur Claude Lelouch (Jg. 1937) war drei Mal verheiratet und hat sieben Kinder. In „Bastard, wir lieben dich“, erzählt er indirekt davon.

    von Renate Mumelter

    Für Lelouchs neuen Film „Salaud, on t’aime“ („Parliamo delle mie donne“) gestaltete Francis Lai den Soundtrack. Wer schon etwas Lebenszeit hinter sich hat, kennt Lais Ohrwurm aus dem Jahr 1966. „Ein Mann und eine Frau“ war der Titelsong zu Claude Lelouchs Erfolgsfilm. Für „Salaud, on t’aime“  gestaltet Lai die Musik nicht als Druntergeklimper sondern bindet sie in die Handlung ein.

    Weil der alternde Fotograf Jacques Kaminsky Louis Armstrong und Ella Fitzgerald im Duett liebt, singen sie zur Eingangssequenz. Jacques ist gerade auf dem Weg zu einer noblen Almhütte am Fuße des Mont Blanc. Er kauft die „Hütte“, zieht ein und wünscht, seine vier Töchter wären hier. Die gehen ihm und ihren Schwestern aber lieber aus dem Weg. Die Kindheit ohne Vater war nicht einfach. Jacques, der Bastard, zog nämlich nach jedem Kind herzensbrechend weiter.

    Der einzige, der treu an Jacques Seite steht, ist der Arzt Frederic, er wacht auch über seine Gesundheit. Diese bedingungslose Männerfreundschaft ist der Kern von Lelouchs Geschichte. Der Rest sind geliebte Kollateralschäden.

    Die männlichen Hauptrollen hat Lelouch mit zwei Altstars der französischen Rockszene besetzt, dem legendären Johnny Hallyday (Jg. 1943) und dem nicht weniger bekannten Eddy Mitchell (Jg. 1942). Allein schon ihr Geträller zum Duett von Dean Martin und Ricky Nelson in „Rio Bravo“ ist einen Kinobesuch wert. Die zwei Musiker überzeugen als Schauspieler. Dazu kommt eine gepflegte Bildsprache und ein durchdachter Soundtrack. Aber Achtung: Lelouchs Film hat keine Angst vor Gefühlen. Er erzählt von Männermythen, er kratzt daran, und er sucht Vergebung.

    „Salaud, on t’aime“ („Parliamo delle mie donne“), (Fr 2014), 124 Min., Regie Claude Lelouch, mit Johnny Hallyday, Sandrine Bonnaire. Bewertung: Fein gewebt, leicht und ernst

    Was es sonst noch gibt: „Wilde Maus“ von und mit Hader, „Aspettando il re“ von Tykwer, mit Hanks

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