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    Der neue Voucher

    Die neue Regelung für Gelegenheitsarbeit tritt ab Montag in Kraft. SWR-Präsident Leo Tiefenthaler kritisiert den bürokratischen und finanziellen Mehraufwand für Betriebe.

    Ab Montag tritt die Neuregelung für Gelegenheitsarbeit in Kraft. „Die ersatzlose Abschaffung der sog. Voucher im März hat viele Betriebe vor große Herausforderungen gestellt. Daher begrüßen wir es grundsätzlich, dass nun eine neue Regelung in Kraft tritt. Allerdings gibt es in Bezug auf die Anwendung noch Verbesserungspotential“, betont Leo Tiefenthaler, Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings.

    Die Nutzung des neuen Entlohnungssystems ist nämlich stark eingeschränkt worden und nur mehr für Kleinstbetriebe mit bis zu 5 Mitarbeitern möglich.

    „Rund 30 Prozent der Arbeitgeber Südtirols haben somit keine Möglichkeit das neue System in Anspruch zu nehmen. Besonders betroffen sind der Tourismus- und Handelssektor, die zu den Spitzenzeiten eine flexiblere Handhabung für eine gelegentliche Beschäftigung von zusätzlichen Mitarbeitern brauchen“, erklärt GF Alexandra Silvestri.

    Das neue System sieht vor, dass Arbeitgeber ein Konto beim Nationalen Fürsorgeinstitut NISF/INPS einrichten müssen. Von diesem wird am 15. des Folgemonats der vom Arbeitnehmer eingelöste Betrag abgebucht. Jeder Arbeitgeber kann insgesamt 5.000 Euro pro Jahr und maximal 2.500 Euro je Mitarbeiter und Jahr über dieses System abwickeln. Ein weiteres Novum besteht in der Tatsache, dass jeder Mitarbeiter das Recht hat, mindestens 4 Stunden pro Tag abzurechnen, auch wenn der Betroffene tatsächlich weniger gearbeitet hat. Die Meldung 60 Minuten vor Tätigkeitsbeginn bleibt weiterhin aufrecht, muss nun jedoch über die Homepage des NISF/INPS erfolgen.

    „Die neue Regelung stellt in unseren Augen nur eine Teillösung dar. Wir werden uns weiter für eine unbürokratische Gesamtlösung für alle Betriebe einsetzen“, betont der swr-Präsident abschließend.

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    Kommentare (6)

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    • andreas

      Gut so, das alte System wurde von zu vielen überstrapaziert.

    • tiroler

      Unglaublich, wie Italiens Regierungen die Bürokratie aufbauschen und alles kompliziert machen. Die alte Voucherregelung war doch in Ordnung! Aber nein, alles was funktioniert im Stiefelstaat wird zerstört.
      Eines wundert mich: Die SVP schwärmt doch immer von der Kompetenz der jetzigen Regierung und tragen ihre Entscheidungen mit.
      Für was sitzen unsere mandatare eigentlich im Parlament, wenn der Bürger immer mehr belastet und gemolken wird??

    • paul1

      „Möchte das Wort nicht erwähnen, was ich von diesen schlauen Gewerkschaften inkl H. Renzler halte, der diese Änderungen der Voucher ebenfalls mitgetragen hat. Warum einfach, wenn es kompliziert auch geht“!! „Viel Geschrei bringt nichts, man muss sich einfach selber zu helfen wissen“

    • franz

      Die Voucher sollten ganz abgeschaffen werden so wie es die Scheinpopulisten des PD /SVP angesichts des drohenden Referendum versprochen haben.
      Einziges Ziel ist es mit den Vouchern die Lohnkosten zu drücken und der Schwarzarbeit Tür und Tor zu öffnen.
      ( Was übrigens der Vision der Linken in Europa entspricht, mit Sklaven die Lohnkosten zu drücken )
      Wie schon zum Thema “Flüchtlinge im Wald “ geschrieben. http://www.tageszeitung.it/2017/05/17/fluechtlinge-im-wald/
      Die Voucher haben junge Menschen zu Sklaven degradiert.
      Anstatt junge Menschen mit fixen Arbeitsverträgen eine Zukunft zu bieten oder mit Zeitlich begrenzte Verträgen auf Abruf zu beschäftigen werden sie mit diesen Vouchern ausgenutzt.
      Unternehmen ersparen sich natürlich Steuern.

    • adobei

      Dank der neuen Voucher wird die Schwarzarbeit in Betrieben mit mehr als fünf Angestellten sicherlich ansteigen. Irgendwie verständlich bei so einer unsinnigen Regelung.

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