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    „Bewegter Jahresbeginn“

    zagoflorian„Es ist ein bewegter Jahresbeginn für Steuerzahler und Wirtschaftsprüfer“, hieß es bei der ersten Versammlung des neugewählten Berufskammer-Ausschusses.

    Ein Gewaltakt erwartet Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und die Südtiroler Steuerzahler nach der Rückkehr aus den Weihnachtsferien. Am 16. Jänner nämlich steht bereits die erste Steuerfälligkeit an, darunter die Mehrwertsteuer für den Monat Dezember. Wer bereits diese Steuerfälligkeit wahrnehmen muss, dem steht eine Neuregelung ins Haus: neue Steuerkodexe für das Modell F24, das für die Einzahlung benutzt wird.

    Das ist aber nicht die einzige Neuheit, mit der sich die Südtiroler Steuerberater konfrontiert sehen: gerade wurde auch die „Mitteilung Mehrwertsteuer-relevanten Daten“ für 2016 abgeschafft. Ersetzt wird diese durch die „Erklärung Mehrwertsteuer-relevanter Daten“, die nun von den Wirtschaftsprüfern im Namen der Klienten innerhalb 28. Februar vorgelegt werden muss. Nicht bis zum 30. September, wie im letzten Jahr und auch nicht innerhalb 30. April, wie für 2018 vorgesehen.

    Claudio Zago, Präsident der Kammer der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Provinz Bozen erklärt: „Es bedeutet dies eine deutliche Mehrbelastung für unsere Arbeit, denn die Mitteilung Mehrwertsteuer-relevanter Daten war sehr vereinfacht. Die verkürzten Zeiten für die Abgabe bringen uns in Schwierigkeiten. Das und auch der Austausch der Kodexe für das Modell F24 innerhalb eines Steuerjahres weisen eine Art Schizophrenie auf, die letztens unsere Arbeit immer aufwändiger macht.“

    Karl Florian zum Vizepräsidenten ernannt

    Das Argument der neuen Belastungen für die Wirtschaftsprüfer wurde auch am Rande der ersten Sitzung des im November neugewählten Ausschusses der Kammer der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater diskutiert. Der neue Ausschuss ist seit 1. Jänner im Amt.

    Unter dem Vorsitz des Präsidenten Claudio Zago setzt er sich aus den Beiräten Karl Florian, Barbara Giordano, Georg Knollseisen, Nicola Moscon, Francesca Pasquali, Giuseppe Paulato, Renzo Pedevilla, Evelyn Reich, Erhard Rofner und Manuela Superina zusammen. In der Sitzung am Montag wurden auch die restlichen Ämter vergeben.

    img_3580Zum Vizepräsidenten der Kammer wurde Karl Florian, Jahrgang 1960, gewählt, der sein Büro auf dem Sernesiplatz hat. Sekretär wird Nicola Moscon, Steuerberater mit langjähriger Erfahrung in der Kammer. Barbara Giordano, Ex-Präsidentin von Koiné und Präsidentin von „Unione Giovani di Bolzano“ nimmt das Amt der Kassierin wahr.

    Den neuen Ausschuss erwarten in den nächsten Wochen zahlreiche Treffen zu Grundsatzdiskussionen mit den öffentlichen Ämtern (Provinz, Gemeinde, Agentur der Einnahmen und Gericht), mit denen der Ausschuss in den nächsten vier Jahren zusammenarbeiten wird. Am Abend hat der neue Ausschuss auch für die Erneuerung des Nationalen Ausschusses der Kammer gestimmt. Die Wahlergebnisse werden am Dienstag, 10. Jänner veröffentlicht.

    Das Programm des neuen Ausschusses

    Im Programm des neues Ausschusses wird großer Wert auf den Dialog und den Austausch, sowohl nach innen, als auch nach außen gelegt. Claudio Zago versichert:

    „Unsere Arbeit steht im Zeichen der Kontinuität. Wir werden an den Initiativen unserer Vorgänger weiterarbeiten – so an der Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen, die gerade erste Früchte im Bereich Praktikum für angehende Wirtschaftsprüfer trägt. Der Agentur für Einnahmen stellen wir weiterhin unsere Zusammenarbeit zur Verfügung, um gemeinsam organisatorische Probleme zu lösen, um so zu verhindern, dass sich die Missstände der Vergangenheit wiederholen. Wir nehmen selbstverständlich den Personalmangel der Agentur zur Kenntnis, allerdings auch die Abneigung zur Zusammenarbeit von Funktionären und Mitarbeitern. Wir führen die ständige Zusammenarbeit mit der Provinz weiter, gestärkt auch durch die Teilnahme von Landeshauptmann Arno Kompatscher an unserer letzten Jahresversammlung. Und wir bemühen uns um eine gute Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister Renzo Caramaschi, um die Lokalsteuern zu vereinfachen, allen voran die IMI.“

    Zu den wichtigsten Punkten des Programms zählt auch die Einrichtung einer Zeitbank: „Wir möchten allen Kollegen, die sich aus privaten oder beruflichen Gründen in Schwierigkeiten befinden, die Möglichkeit geben, sich von anderen Kollegen operativ unterstützen zu lassen. Diese Zeitbank wird durch ein Reglement ad hoc geregelt, das bei den ersten Sitzungen des neuen Ausschusses beschlossen und die Form dieses internen solidarischen Mutualitätsfonds festlegen wird. Eine angemessene Entschädigung wird für die Kollegen vorgesehen, die sich für diesen Dienst zur Verfügung stellen.“

    Kommissionen zur Förderung der Jugend und Internationalisierung

    Um die Teilnahme der Mitglieder, allen voraus der jungen Mitglieder zu fördern, werden die neun Kommissionen der Kammer erweitert:

    1) Kommission für die Liquidierung der Honorare, welche einen Maximaltarif für typische Leistungen festlegen soll

    2) Kommission für die berufliche Weiterbildung, welche die Anerkennung von von Weiterbildungsmaßnahmen überprüft

    3) Kommission für die Beziehung zu Lokalkörperschaften und Universität: sie überwacht die Einhaltung der bestehenden Vereinbarungen und arbeitet neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei Veranstaltungen und Kongressen aus.

    4) Kommission für internationale Beziehungen und Internationalisierung der Unternehmen

    5) Kommission für Chancengleichheit, welche vor allem die Miteinbeziehung der jungen Wirtschaftsprüfer fördern soll

    6) Studienkommission zur Organisation von Kongressen

    7) Prüfungskommission für Unvereinbarkeit

    8)Kommission für die berufliche Ausbildung zur Überprüfung der Entwicklung der Praktikanten

    9) Kommission für die Beziehung zur Presse

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