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    „Totale Insuffizienz“

    imageUnzuverlässige Zustellungen, fehlende Briefmarken, die europaweit teuersten Kosten bei der Briefzustellung – das sind die „Poste Italiane“.

    Als besten Beweis unfunktioneller Arbeit der italienischen Post beschreibt der Südtiroler Heimatbund die Presseaussendung des Landesinstitutes für Statistik, in der pünktlich zum Tag des öffentlichen Dienstes die Beziehungen der einheimischen Bevölkerung mit den öffentlichen Ämtern beschrieben werden, so Obmann Roland Lang.

    Im Laufe eines Jahres, so eine ASTAT-Mehrzweckerhebung, wendet sich fast jeder zweite Südtiroler an ein Meldeamt, drei von vier beanspruchen die Schalterdienste in der Bank und zwei von drei Einwohnern gehen auf ein Postamt, so der SHB.

    Eindeutig abgebaut hat die die italienische Post: Man muss sich nur die Wartezeiten eines eingeschriebenen Briefes anschauen, die sich in einigen Jahren beinahe verdoppelt haben. Warteten in den Jahren 2008 bis 2010 an die 7,4 Prozent der Befragten mehr als 21 Minuten, um einen eingeschriebenen Brief abzusenden, so waren es im Zeitraum 2013 bis 2015 beinahe doppelt so viele. 13,4 Prozent (!) erklärten, bei der Abgabe eines eingeschriebenen Briefes länger als 20 Minuten in der Reihe gestanden zu haben.

    Die von 35,9 Prozent der Nutzer gewünschten Änderungen der Öffnungszeiten der Postämter, zumindest an einigen Tagen bis 20 Uhr, dürfte sich aufgrund der Schließung von immer mehr Postämtern wohl erübrigen.

    Verbände und Vereine sind es bereits gewohnt, Einladungen und Mitteilungen mit 14 Tagen Postweg zu verschicken, Firmen verschicken ihre Rechnungen mit E-Mail.

    Die unzuverlässigen Zustellungen, fehlende Briefmarken und postalische Umwege über Verona, die europaweit teuersten Kosten bei der Briefzustellung und die fehlende Zweisprachigkeit sind weitere Beweise der totalen Insuffizienz der „Poste Italiane“.

    Bereits seit Jahren wird deshalb von verschiedenster Seite die Übernahme der Post durch das Land gefordert. Den vielen Worten sollten nun endlich Taten folgen, denn der Worte hatten wir mehr als genug, schließt Lang.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (8)

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    • pantone

      In vielen Dingen sind die Leute vom SHB ausgewiesene Experten. Nun auch in Postangelegenheiten.
      Dass die Post nicht blendend funktioniert ist bekannt, ist er jedoch so schlecht wie gemutmaßt?
      Der angesprochene „höchste“ Posttarif ist Posta1, mit € 2,80 je Brief, Posta4 kostet € 0,95.
      Übrigens: in Zeiten, wo immer mehr Unternehmen, selbst die Landesverwaltung ist an vorderster Front, Rechnungen und Korrespondenz per email versenden, Einschreiben werden per PEC versandt, dann ist es naheliegend, dass die Post nach Lösungen sucht, Kosten zu senken.
      Dass nun die Landesverwaltung gedrängt wird, die Postzustellung zu übernehmen ist in diesem Lichte absurd. Ein Dienst, der sich offensichtlich nicht rentiert, sollte mit Steuergeldern aufrecht erhalten werden. „Tu felix Südtirol“ könnte man sagen, in Abwandlung des Spruches „tu felix Austria“.

    • mannik

      Insuffizienz? Und das vom Heimatbund.. köstlich.

    • morgenstern

      ….der SHB hat wohl gemeint, inkontinent

    • rolandlang

      Lieber Pantone, um die Post zu kritisieren, muss man kein „Experte“ sein, sondern nur deren Dienste anschauen.
      Was den Posttarif angeht, genügt es, sich zu informieren bzw. ab und zu in die Zeitungen und ins Internet zu schauen. So etwa in die FF vom 16.6. auf Seite 14: Überschrift: „Portowahnsinn“.

      Sie informieren sich sicher auch immer, bevor sie Kommentare schreiben. Oder?

      • andreas

        Herr Lang, wenn sie schon fordern, dass das Land die Post übernimmt, können sie Zahlen vorlegen wie viel uns das kosten würde oder fordern sie halt mal, ohne irgendwelcher Grundlage?
        Es kostet halt eine Menge Geld jeden Brief oder Zeitung bis zum letzten Hof zu bringen, soll dies etwa der Steuerzahler subventionieren?

        Sie kommen mir vor wie einer der in Zeiten in denen es schon lange Autos gibt das Land auffordert den Hufschmied zu übernehmen, damit auch noch das letzte verbliebene Pferd seine Hufeisen bekommt, unabhängig davon, was es kostet, ist ja nicht ihr Geld.

        Bei einem berechtigten Einwand auf einen Zeitschriftenartikel zu verweisen halte ich für etwas schwach und man muss nur die Dienste anschauen um zu kritisieren, ist jetzt auch nicht grad das beste Argument.

      • roadrunner

        Und dass die Sendungen nach Verona gehen stimmt auch nur bedingt. Normale Briefsendungen bleiben in Bozen. Nach Verona gehen nur Werbe – oder Informationsssendungen mit der Versandoption „Posta Target“ und dies auch nur wenn man die nationalen Sendungen von den Südtiroler Sendungen nicht trennt! Falschinformation hoch 10!

      • roadrunner

        Anstatt sich bei der FF zu informieren, können Sie sich doch auch die Preise von offizieller Seite anschauen, oder glauben Sie, dass wie Südtiroler andere Preise haben, welche auf der Homepage nicht veröffentlicht werden?
        http://www.poste.it/postali/italia/posta4.shtml

    • mannik

      Herr Lang, Survival-Experten raten immer sich wenig zu bewegen, wenn man im Treibsand steckt:))))

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